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Nächster Schritt zur Rettung von Burg Hohnstein

Die Stadt hat mit dem Landkreis einen Vorvertrag zur Übernahme geschlossen. Sofort wurden Planungsaufträge erteilt.

2021 wird ein entscheidendes Jahr für Burg Hohnstein. Kann sie saniert oder muss sie verkauft werden?
2021 wird ein entscheidendes Jahr für Burg Hohnstein. Kann sie saniert oder muss sie verkauft werden? © Daniel Schäfer

Wenn jetzt noch genauso viel Geld vorhanden wäre, wie es derzeit Optimismus bei den Politikern gibt, dann stünde der Rettung der Burg Hohnstein nichts mehr im Wege. Mit zwei Beschlüssen im Kreistag sowie im Stadtrat von Hohnstein rückt die dringend erforderliche Sanierung der mittelalterlichen Burganlage immerhin einen wichtigen Schritt näher.

Grundübel dafür, dass sich der Bauzustand seit Jahren immer mehr verschlechterte, war, dass weder der ursprüngliche Pächter noch die Stadt als jetziger Betreiber oder der Landkreis als Besitzer der Burg finanziell allein nicht in der Lage sind, den Investitionsstau von etlichen Millionen Euro abzuarbeiten.

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Fördermittel letzter Strohhalm für die Burg

Sowohl der Kreistag als auch die Stadt Hohnstein haben nun einem Vorvertrag zugestimmt, der den Eigentümerwechsel hin zur Stadt regelt. Das allein ändert zwar nichts an den finanziellen Möglichkeiten der einzelnen Partner. Mittelbar aber schon. Denn die Stadt hat die Möglichkeit, sich um Fördermittel aus einem Städtebau-Programm zu bemühen. Der Landkreis hat das nicht.

Vom Freistaat Sachsen wurde das grundsätzlich auch bestätigt. Allerdings unverbindlich und erst für die kommende Förderperiode ab nächstem Jahr. Die Hoffnung ist allerdings groß, dass mit diesem Förderprogramm endlich der Durchbruch bei der Sanierung des historischen Bauensembles geschafft wird.

"Das ist mal ein freudiges Ereignis in dieser Zeit und ein Beschluss von großer Tragweite für die gesamte Region", sagte Kreisrat Manfred Elsner (FDP). Für Christoph Fröse (Freie Wähler) ist es "der Strohhalm", der ergriffen werden müsse. Ivo Teichmann (AfD) sieht den Eigentümerwechsel ebenfalls als einzigen Weg zur Lösung des Sanierungsproblems.

1,6 Millionen vom Landkreis für Burg Hohnstein

Der CDU-Fraktionschef im Kreistag, Mike Ruckh, verwies in einem kleinen verbalen Scharmützel mit Teichmann darauf, dass nicht unerwähnt bleiben sollte, dass auf Initiative der CDU der Landkreis die Sanierung mit 1,6 Millionen Euro unterstützt.

Alle Politiker dankten einhellig den Beschäftigten im Landratsamt, die nunmehr seit Jahren hartnäckig eine mögliche Lösung suchten, fanden und nun vorbereitet haben. Das gesamte Verfahren habe nur so laufen können, weil es ein großes Vertrauen zwischen allen Beteiligten gab.

Hohnsteins Bürgermeister und Kreisrat Daniel Brade (SPD) erklärte, dass "wir uns als Stadt der Verantwortung bewusst sind". Für die rund 3.500 Einwohner zählende Stadt ist das eine Mammut-Aufgabe. Auf Nachfrage der Linken-Fraktion bestätigte Brade, dass der Erhalt und die öffentliche Zugänglichkeit der Gedenkstätte Bestandteil der Planung sei. 1933/34 war die Burg Konzentrationslager für politische Gefangene.

Stadträte vergeben die ersten Aufträge

Mit dem Beschluss des Kreistages im Rücken kann die Stadt nun die weiteren Schritte vorantreiben. Und man will offenbar auch keine Zeit verlieren. Die Hohnsteiner Stadträte haben deshalb am Mittwoch einstimmig die weiteren Planungsleistungen vergeben. Diese umfassen drei Leistungsphasen, wozu die Objektplanung, die Vermessung, die Tragwerksplanung sowie die Elektrik, die Freianlagen und die Innenräume gehören.

Vergeben wurde auch der Auftrag für die Projektsteuerung. Da konnte sich die STEG Stadtentwicklung aus Dresden durchsetzen, welche bereits die Ausschreibungen dieser drei Leistungsphasen vorbereitet hat. Im Januar 2021 wird das Unternehmen mit der Planung beginnen.

Ende nächsten Jahres wird es dann so richtig ernst. Da werden die Karten offen auf den Tisch gelegt. Erst wenn die Kostenberechnungen und die Entwurfspläne vorliegen, wird man genau wissen, was die Sanierung der Burg Hohnstein eigentlich kosten wird. Und erst dann wird feststehen, ob man sich eine Sanierung leisten kann oder das Landratsamt vielleicht nicht doch die Burg verkaufen, sprich privatisieren, muss.

Gutes Betriebsergebnis trotz Corona

Voraussetzung ist allerdings auch, dass die Stadt Hohnstein die zugesicherten Fördermittel von Land und Bund erhält. "Für einen Teil der Fördermittel ist die Planung notwendig, sonst kann kein Antrag gestellt werden", erklärt Landrat Michael Geisler (CDU).

Die Gesamtfinanzierung der Burg-Sanierung funktioniert aber nur, wenn die Stadt Hohnstein in das neue Städtebauförderprogramm des Freistaates aufgenommen wird. Hier kann erst bis zum 1. März 2021 der Förderantrag eingereicht werden. Alle Unterlagen dafür, einschließlich der Ausweisung eines neuen Sanierungsgebietes rund um die Burg Hohnstein samt Rathaus sind bereits fertig. Die Anträge für die Bundesmittel in Höhe von 2,7 Millionen Euro laufen bereits. Geht etwas schief, kommt der eigentliche Eigentümerwechsel nicht zustande.

In Hohnstein selbst bleibt man aber optimistisch. Nicht zuletzt auch wegen des guten Betriebsergebnisses welches die Burg laut Bürgermeister Brade in diesem Jahr trotz Corona einfahren werde.

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