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Elbsandstein: Hobbybahner ausgebremst

Für die Schwarzbachbahner in Lohsdorf wird es erneut eng. Derzeit wird eine von vielen Brücken saniert. Aber es gibt weitaus größere Schwierigkeiten.

Die Diesellok steht schon fahrbereit am Bahnhof in Lohsdorf. Am 19. Juni findet seit Längerem wieder der erste Fahrtag beim Schwarzbachbahnverein statt.
Die Diesellok steht schon fahrbereit am Bahnhof in Lohsdorf. Am 19. Juni findet seit Längerem wieder der erste Fahrtag beim Schwarzbachbahnverein statt. © Steffen Unger

Bis zum ehemaligen Bahnhof in Ehrenberg sollen die Gleise der Schwarzbachbahn verlegt werden. Ein Vorhaben, das auf längere Sicht die Hobbyeisenbahner wieder ein Stück weiterbringt. Allerdings müsste da der Schwarzbachbahnverein ein Stück der Trasse kaufen. Darüber hatte man sich mit der Stadt Hohnstein und der Deutschen Bahn als ein Grundstückseigentümer schon verständigt. Plan war es, dass der Verein das Stück bis zur Bäckerei kauft und die Kommune den Rest. Das Ganze wurde bei der Deutschen Bahn so angezeigt. Und es gab von dort keine Einwände. Zumindest bis jetzt.

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Gelöst ist inzwischen auch das Problem mit dem Wanderweg bis zur Gemarkungsgrenze Ehrenberg. Dieser führte ursprünglich auf der einstigen Bahntrasse entlang. Da die nun wieder genutzt werden soll, wurde der Weg etwas verlegt. Auch gab es schon Gespräche mit anderen Grundstückseigentümern in Ehrenberg zum Ankauf von Flächen.

Mehrere Brücken müssen saniert werden

Und die Schwarzbachbahner haben den Gleis- und Brückenbau in Richtung Unterehrenberg vorangetrieben. Doch dann kam Corona und wegen der Pandemie durften auch keine Arbeitseinsätze stattfinden. Die wurden inzwischen wieder aufgenommen und so sind die Hobbyeisenbahner auch ein gutes Stück vorangekommen. Im Mai wurde an der Brücke weiter gearbeitet. Diese musste zunächst freigelegt werden. Die Isolation war zu entfernen und fachgerecht zu entsorgen. Außerdem wurde eine vermeintliche Putzschicht von der Brücke genommen. Wohlgemerkt, die Vereinsmitglieder sanieren die Brücke in Eigenleistung unter fachmännischer Anleitung eines Experten, der ebenfalls Mitglied bei den Schwarzbachbahnern ist. So soll es dann Stück für Stück weiter vorwärtsgehen.

In Richtung Unterehrenberg müssen nicht nur Gleise verlegt werden. Es sind auch einige Brücken zu sanieren.
In Richtung Unterehrenberg müssen nicht nur Gleise verlegt werden. Es sind auch einige Brücken zu sanieren. © Steffen Unger

Hohnsteins Bürgermeister Daniel Brade (SPD) hat indessen keine guten Nachrichten. Es gäbe Probleme mit der Deutschen Bahn, deutete er unlängst vorsichtig an. Der Vorstand des Unternehmens hatte unlängst beschlossen, keine Grundstücke oder Gebäude zu verkaufen. Darunter fallen dann auch die Flächen, die die Stadt Hohnstein und der Bahnverein hätten kaufen wollen. "Die Beschlüsse, die wir bereits zur Widmung der Trasse gefasst haben, beeinflussen die Entscheidung nicht", sagt der Bürgermeister. Heißt, im jetzigen Moment nutzen sie nicht viel. Um eine Klärung herbeizuführen, soll der Ost-Bahnbeauftragte zurate gezogen werden.

Von der Entscheidung der Deutschen Bahn lassen sich die Hobbyeisenbahner jedoch nicht abschrecken. Sie sind schon so manchen Kummer gewöhnt und mussten bereits einige Hürden nehmen. Deshalb wird nun erst einmal so weitergebaut, wie es möglich ist. Und es werden wieder Gäste eingeladen. Am Sonnabend, dem 19. Juni findet ein Dieselzug-Fahrtag statt. Man ist glücklich, endlich wieder starten zu dürfen. Von 10 bis 17 Uhr wird nach Bedarf im 30-Minuten-Takt ab Lohsdorf eine kleine Diesellok starten. Der Imbiss ist ebenfalls geöffnet.

Betriebsgenehmigung für die gesamte Strecke

Der Schwarzbachbahnverein selbst ist seit 2019 ein eigenständiges Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) und vertritt die Stadt Hohnstein als Eisenbahninfrastrukturunternehmen (EIU). Seit 2014 liegt zudem die Bau- und Betriebsgenehmigung für die Gesamtstrecke Goßdorf-Kohlmühle bis Hohnstein vor. Das Ziel, durch das Schwarzbachtal in Richtung Goßdorf-Kohlmühle zu bauen und zu fahren, wird weiterhin verfolgt. Allerdings stehen dem noch naturschutzrechtliche Belange im Weg. Deshalb eben erst einmal der Weiterbau Richtung Unterehrenberg.

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