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Darum bleibt die Sense noch Sackgasse

Ab August sollte der Verkehr zwischen dem Elbtal und Hohnstein wieder fließen. Das verzögert sich um Monate - mit einer überraschenden Begründung.

Die Bahnbrücke über die Staatsstraße S 163 in Rathmannsdorf.
Die Bahnbrücke über die Staatsstraße S 163 in Rathmannsdorf. © Steffen Unger

Für Pendler zwischen dem Elbtal, Hohnstein, Neustadt, Stolpen ist die sogenannte Sense zwischen Hohnstein und Rathmannsdorf die wichtigste, weil kürzeste Verbindung. Seit März 2019 müssen die Kraftfahrer jedoch viel mehr Zeit und mehr Kilometer einplanen. Unter Vollsperrung wurden dort die letzten durch Starkregen zerstörten 211 Meter saniert. Endtermin war August 2020. Doch noch immer gibt es keine freie Fahrt auf dieser Trasse. Was ist da los?

Der Abschnitt ist mit den reichlich 211 Metern zwar ziemlich kurz, aber er hatte es in sich, denn die Bauarbeiten gestalten sich als äußerst schwierig. Zum einen bereitete der Bauuntergrund Kopfzerbrechen. Der Boden in diesem Bereich wurde früher immer wieder aufgeschüttet. Dann sind Bäume darauf gewachsen und mit jedem Unwetter wurde der Untergrund bröckliger. Zum anderen wurde in einem Gebiet gebaut, in dem eigentlich gar nicht gebaut werden darf, und zwar in der Umweltschutzzone A des Nationalparks Sächsische Schweiz. Hinzu kommt, dass die Straße von Felsen und vom Bach begrenzt wird.

Da der Eingriff in die Natur so gering wie möglich gehalten werden musste, stand den Bautrupps nur eine Fahrbahnbreite zur Verfügung, es gab somit auch keinerlei Lagerflächen. Die Anlieferung des Baumaterials erfolgte Lkw für Lkw. Und auch das gestaltete sich schwierig. Die Laster mit dem Baumaterial hatten keine Wendemöglichkeit und mussten rückwärts in die Baustelle fahren. Deshalb benötigten sie auch die komplette noch zur Verfügung stehende Straßenbreite. 

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Bauleute haben es geschafft

Inzwischen sind die Bauleute auch fast fertig. neuer Endtermin der Fertigstellung ist nun der 22. September. Doch aus der freien Fahrt zwischen dem Elbtal und Hohnstein wird nichts. Die Begründung lässt aber schon jetzt die Wellen der Empörung hoch schlagen. In der Zeit zwischen dem 22. September und dem 16. Oktober will der Sachsenforst entlang der Straße Bäume fällen. Aber dann endlich Freie Fahrt? Rein theoretisch wäre das dann auch tatsächlich möglich. Aber weit werden die Kraftfahrer nicht kommen. Denn in den Herbstferien, also zwischen dem 17. Oktober und dem 31. Oktober ist die Staatsstraße S163 in Rathmannsdorf komplett gesperrt. Der Grund ist die Brücke, über die die Nationalparkbahn rollt. Die muss dringend saniert werden. Und eben diese Arbeiten sind für die Herbstferien anberaumt.  Bestenfalls kann die Sense zwischen Rathmannsdorf und Hohnstein dann ab dem 1. November wieder durchgängig befahren werden.

Aussagen darüber, weshalb die Bäume nicht schon früher gefällt und die Bahnbrücke nicht schon jetzt gebaut werden, gibt es von den zuständigen Stellen gegenüber Sächsische.de noch nicht.

Die Bauarbeiten an der Kreisstraße zwischen Hohnstein und Rathmannsdorf waren notwendig, weil die Straße durch die Unwetter im Juni 2016 schwer beschädigt wurde und an einigen Stellen auch als einsturzgefährdet galt. Die Sanierung kostet fast eine Million Euro, finanziert von Freistaat und Landkreis.

Mit der Fertigstellung hofft die Stadt Hohnstein, dass eine dauerhafte Busverbindung auf dieser Straße eingerichtet wird. Damit hätte die Stadt eine schnelle Anbindung an das Elbtal und sicherlich auch einen Zuwachs an Touristen oder Tagesausflüglern, die mit den Öffentlichen unterwegs sind.

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Fakt ist, die Baufirma hat fast eine Punktlandung hingelegt und damit auch das Ziel erfüllt, die Trasse früher als geplant fertigzustellen. Denn ursprünglich war eine Bauzeit von 21 Monaten eingeplant. Damit sollte die Verbindung zwischen Hohnstein und dem Elbtal für fast zwei Jahre gekappt werden. Ein Unding, sagte sich die damals gegründete Bürgerinitiative Sense und monierte die Pläne für die nun endgültige Beseitigung der Unwetterschäden vom Juni 2016 an der Kreisstraße. Die Firma Kleber-Heiserer Bau aus Dippoldiswalde und Landratsamt suchten dann nach Möglichkeiten, die Bauzeit zu verkürzen. Und tatsächlich wurde offenbar eine Methode gefunden. Heraus kamen dann die 18 Monate, die die Baufirma nun um nur drei Wochen verlängert hat. Dass dann noch Baumfällungen und der Bahnbrückenbau mit einer Vollsperrung anstehen, hat vielleicht im März 2019 noch niemand geahnt. 

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