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Wichtige Straße ins Sebnitztal bleibt zu

Hohnstein musste die Verbindung ins Sebnitztal kappen, weil die Straße weiter abzurutschen droht. Doch es wird schwierig, die Straße instand zu setzen.

Die Bergstraße zwischen Goßdorf und Kohlmühle bleibt in diesem Abschnitt wohl noch länger gesperrt.
Die Bergstraße zwischen Goßdorf und Kohlmühle bleibt in diesem Abschnitt wohl noch länger gesperrt. © Steffen Unger

Ein Loch im Straßenbankett ist schuld daran, dass die Stadt Hohnstein eine der wichtigsten und schnellsten Verbindungen ins Sebnitztal und weiter nach Bad Schandau, die Bergstraße in Goßdorf, kurzfristig kappen musste. Zumal auch die Gefahr besteht, dass weitere Teile der Straße abrutschen könnten. Immerhin ist unter besagtem Loch eine sehr steile und über zehn Meter hohe Böschung abgerutscht.

Als Ursache sieht die Stadt Hohnstein, dass die Straße in den letzten Monaten stark befahren war. Als an der Kreisstraße Sense von Hohnstein nach Porschdorf gebaut wurde, war die Trasse über Goßdorf eine der Umleitungsstrecken. Tonnenschwere Holzlaster, sogar Reisebusse haben sich den eigentlich auf 7,5 Tonnen beschränkten Goßdorfer Berg hinab und hinauf gequält. Hunderte Fahrzeuge haben die schmale Straße als kurze Umleitung von Hohnstein nach Bad Schandau genutzt. "Die Straße ist abgegangen, nachdem die Sense geöffnet wurde", sagt Hohnsteins Bürgermeister Daniel Brade (SPD). Das hat Folgen. Damit muss die Stadt allein für die Sanierung aufkommen, sonst hätte sie den Landkreis mit ins Boot holen können.

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Wie die Straße gebaut werden könnte

Die instabile Böschung erlaube leider keine kurzfristige und unkomplizierte Reparatur des Schadensbereichs", heißt es aus dem Hohnsteiner Bauamt. Da die Trasse schon immer gefährlich ist, wurde ein Baugrundachten in Auftrag gegeben. Und das besagt, es wird ziemlich schwierig, die Straße in diesem Bereich wieder instand zu setzen. Im Planungsbüro von Ingo Krämer wurden bereits einige Varianten durchgespielt. Fast alles musste wieder zu den Akten gelegt werden. So wurde zum Beispiel untersucht, ob der Bereich wieder mit Großbohrpfählen wie nach dem Hochwasser 2013 gesichert werden könnte. Dafür müsste dann auch großes Gerät angefahren werden. Dafür reicht der Platz in diesem Bereich nicht aus. Und kleinere Bohrpfähle können nicht verwendet werden, da der Baugrund fast nur aus Geröll besteht.

Inzwischen scheint klar, die Straße muss in Richtung Hang verlegt werden. Gleichzeitig muss dieser mit einer Stützwand stabilisiert werden. Und selbst der Laie ahnt, das wird kompliziert und teuer. An die 233.00 Euro Baukosten sind vorerst veranschlagt. Dazu kommen rund 40.000 Euro Planungskosten. Noch weiß die Stadt nicht, woher das Geld dafür kommt. Man hofft auf Fördermittel. Und es droht schon neues Ungemach.

Wenn die Straße verlegt wird, muss der Hang abgebaggert werden, heißt, der Naturschutz hat hier ein Wort mitzureden. Und dessen Forderungen könnten die Sanierung noch verteuern. Darüber hinaus befinden sich in dem Bereich auch private Grundstücke. Die Eigentümer müssten ebenfalls einem Bau zustimmen und haben auch noch Anrecht auf Entschädigung. Alles in allem, die Stadt Hohnstein steht vor einem großen Problem. Doch gemacht werden muss etwas. Denn infolge des jetzigen Straßenabbruchs könnten weitere Teile nachrutschen. Das wiederum bringt die Abwasserleitung in Gefahr, die ebenfalls unter der Straße verläuft. Aufgrund der Bedeutung für das regionale Straßennetz messe man der Beseitigung des Schadens große Bedeutung bei, heißt es aus dem Bauamt. Deshalb ist eine Sanierung auch noch in diesem Jahr geplant.

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