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Holocaust-Gedenken: Redner ziehen Parallelen zur AfD

Am Freitag wurde auch in Dresden der Opfer der Nazis gedacht und vor aktuellen Entwicklungen gewarnt.

© Sven Ellger

Von Andreas Weller

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Dresden. Der verstorbene Alt-Bundespräsident Roman Herzog (CDU) hatte den 27. Januar zum Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus erklärt. Es ist der Tag, an dem das Konzentrationslager Auschwitz 1945 befreit wurde. In Dresden wurde mit einer Gedenkveranstaltung im Landtag, der traditionellen Lesung vor der Kreuzkirche von Namen ermordeter Dresdner Juden, Sinti und Roma und einer Gedenkfeier an der Gedenkstätte Münchner Platz erinnert.

Bei der letzten Veranstaltung sprach Wolfgang Howald, Vorsitzender des Münchner-Platz-Komitees. Herzog habe eine Erinnerungskultur unterstrichen, die die Liebe zum eigenen Land nicht mit Selbstrechtfertigung und Verdrängen der eigenen dunklen Seiten verwechselt. „Heute ziehen aber Menschen durch die Lande, die ihre Reden mit völkischem und rassistischem Vokabular aufladen. Sie wollen Deutschland als autoritären Staat.“ Menschen wie dem AfD-Politiker Björn Höcke dürfe die Politik keine Handbreit entgegenkommen. „Wir dürfen diese Stadt nicht Menschen überlassen, die Rassismus und Hetze verbreiten.“ Auch der Rektor der TU Dresden, Hans Müller-Steinhagen, sagte: „Die Erinnerung darf nicht enden, sie muss noch Generationen zur Wachsamkeit mahnen.“ Dann ebenfalls ein Bezug zu Höckes Rede. Dieser habe menschenverachtende Äußerungen getroffen, das Trauma des Zweiten Weltkrieges und die Ermordungen von Millionen Juden infrage gestellt. „Rassismus muss in dieser Stadt friedlich, aber entschieden entgegengetreten werden.“ Oberbürgermeister Hilbert sprach von einem nicht hinnehmbaren Alltagsrassismus in Dresden und offener Fremdenfeindlichkeit. „Aber es gibt ein funktionierendes System, dem entgegenzutreten.“ Er wolle die Bürger wieder einen.