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Holperpiste ohne Ende

Die Straße zwischen Frankenthal und Hauswalde hat große Schäden. Doch ausgebaut werden kann sie noch nicht.

© Steffen Unger

Von Ingolf Reinsch

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Frankenthal. Manchmal sei es früh im Schulbus nach Großröhrsdorf wie auf einer Achterbahn, sagt eine junge Frankenthalerin. Weil die Straße zwischen ihrem Heimatdorf und Hauswalde uneben ist, werden die Fahrgäste an einigen Stellen hin und hergeschüttelt. Auch ein SZ-Leser meldete sich wegen des schlechten Fahrbahnzustandes in der Redaktion. „Die Straße über Frankenthal war Umleitung, als in Rammenau die Hauptstraße saniert wurde. Die schweren Laster haben sie kaputtgefahren“, schimpft der Mann. Er erwartet nun von den Behörden, dass die Straße repariert wird. – Die SZ ging auf Testfahrt. Auf der erst vor wenigen Jahren ausgebauten Hauptstraße in Frankenthal rollt’s zunächst butterweich. Doch ab dem Ortsausgang dann der Umschwung: auf zwei Kilometern bis nach Hauswalde abgeplatzter Asphalt am Straßenrand und Frostaufbrüche. Vor Hauswalde ähnelt die Straße dem Panzer einer Schildkröte; sie sackt zu den Rändern hin ab.

Die Straße von Frankenthal ins Rödertal ist eine Staatsstraße. Zuständig ist das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv). Der vorhandene Straßenzustand sei bekannt, sagt die Pressesprecherin des Amtes, Isabel Siebert. Doch Ausbaupläne gibt es für diesen Straßenabschnitt nicht. Notwendige Erneuerungsmaßnahmen, die nur unter Vollsperrung möglich sind, können erst nach Fertigstellung des Ausbaus der Rammenauer Ortsdurchfahrt durchgeführt werden. Ansonsten gebe es hinsichtlich des Verkehrs Engpässe in Hauswalde bzw. Frankenthal, erläutert die Sprecherin. Somit ist nicht vor dem Jahr 2021 damit zu rechnen, dass sich auf der Straße zwischen Frankenthal und Hauswalde grundlegend etwas ändern wird. Denn Teil des Straßenausbaus in Rammenau ist der Bau eines Kreisverkehrs am Neuen Anbau, wo die Straßen aus Bischofswerda, der Rammenauer Ortsmitte und dem Autobahnanschluss Burkau zusammentreffen. Nach Angaben des Lasuv kann frühestens 2019 mit dem Bau des Kreisverkehrs begonnen werden. Dessen Bauzeit wird voraussichtlich anderthalb Jahre betragen.

Großräumige Umleitung

Die notwendigen Maßnahmen für die Straße ins Rödertal will das Landesamt in diesem Jahr im Rahmen der „Ausbau- und Erhaltungsstrategie Staatsstraßen“ bewerten und zeitlich einordnen, kündigte Isabel Siebert an. Bis die Verbindung zwischen den beiden Nachbardörfern dauerhaft instand gesetzt wird, ist es Aufgabe des für den Straßenunterhalt zuständigen Landkreis Bautzen, die Straße in einem sicheren und befahrbaren Zustand zu erhalten.

Dem Vorschlag unseres Lesers, die Straße zwischen beiden Dörfern für Lkws zu sperren, gibt man im Lasuv keine Chance. Eine Beschränkung des zulässigen Höchstgewichts und/oder der zulässigen Achslast, bedürfen der Genehmigung der zuständigen Straßenverkehrsbehörde des Landkreises Bautzen. Die Belastung aus dem Schwerverkehr beträgt derzeit im Durchschnitt 150 Fahrzeuge je Tag. Die Auswirkungen solch einer Beschränkung des Verkehrs würden damit maßgeblich den nahräumigen Lieferverkehr sowie land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge treffen, sagt die Lasuv-Sprecherin. „Die Verhältnismäßigkeit zwischen Eingriff und Nutzen ist aus unserer Sicht nicht gegeben.“

Sobald in Rammenau der Straßenbau weitergeht, werden die Frankenthaler Ortsdurchfahrt und die Straße nach Hauswalde für Ortkundige wieder zur Umleitungsstrecke. Offiziell als solche ausgeschildert wird sie allerdings nicht. Die Straße diene nicht als großräumige Umleitung, heißt es dazu im Lasuv.

Nicht nur wegen der Ortsverbindungsstraße, auch wegen der Hauptstraße im eigenen Ort machen sich Frankenthaler Sorgen. Noch dazu, da Anlieger der Hauptstraße für den Fußweg und die Straßenbeleuchtung anteilig zahlen müssen. Die Bescheide wurden ihnen vor wenigen Wochen zugestellt. Die Straße selbst hat, nur wenige Jahre nach dem Ausbau, aber schon wieder Schäden. Zahlreiche Risse mussten seitdem verfugt werden. Diese Schäden seien auf „Witterungseinflüsse und Alterungserscheinungen“ zurückzuführen, heißt es im Landesamt für Straßenbau und Verkehr. Der Behörde zufolge könne nach acht Jahren in der Asphaltdeckschicht ein solches Schadensbild auftreten, wobei Risse, sobald es das Gesamtbild der Deckschicht zulässt, „nur“ vergossen werden. Die Ortsdurchfahrt Frankenthal wurde in den Jahren 2008 bis 2011 grundhaft ausgebaut. Bereits 2015 ließ das Lasuv im Rahmen der Gewährleistungsüberwachung Qualitätsmängel beseitigen.