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Holz gestalten und Tiere gucken

Eine Woche lang präsentieren Künstler und Holzgestalter Arbeiten im Wildgehege. Für die Besucher gibt es auch Angebote zum Mitmachen.

© Claudia Hübschmann

Von Sven Görner

Moritzburg. Am Sonnabend startet ein Experiment, das es so bisher noch nicht im Wildgehege Moritzburg gegeben hat – eine Holzkunstwoche. Bereits jetzt zeigt sich, dass die Organisatoren mit dieser Premiere offenbar auf großes Interesse stoßen. Vorerst zumindest bei den Leuten, die zu den Akteuren der Präsentation gehören. Das mag auch am Veranstaltungsort liegen.

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Denn nicht nur wie jetzt in den Ferien ist Sachsens ältestes Wildgehege ein beliebtes Ausflugsziel für Familien. Rund 150 000 Besucher zählt die zum Forstbezirk Dresden des Staatsbetriebes Sachsenforst gehörende Traditionseinrichtung im Durchschnitt jährlich. In den vergangenen Jahren wurde einiges getan, um die Attraktivität zu erhöhen und den Gästen mehr als nur Tiere gucken zu bieten. So wurde 2016 eine interessante Multimedia-Schau zum Thema Wolf eröffnet.

Mit dem Weggang des Falkners verlor die Einrichtung allerdings fast zeitgleich auch eine Attraktion. Einen gleichwertigen Ersatz gibt es bisher nicht. Und seit der Neuvergabe der bereits vor längerer Zeit privatisierten Kasse zu Jahresbeginn gibt es dort nicht einmal mehr kleine Andenken oder Ähnliches zu kaufen.

Im Frühjahr setzten sich Mitarbeiter des Forstbezirks zusammen, um Ideen zu finden, wie den Besuchern des Wildgeheges wieder etwas mehr geboten werden könnte. Dass Forstleute dabei irgendwann auf das Thema Holz kommen, ist naheliegend. Allerdings ging es dabei weder um das Vorführen eines mobilen Sägewerkes noch um moderne Holzerntetechnik, was auch interessant wäre. „Holz ist ja weit mehr als ein Brennstoff oder Ausgangsmaterial für Bretter und Laminat“, sagt der Meißner Revierförster Roland Ennersch, der bei Abwesenheit des Wildgehegeleiters Rüdiger Juffa dessen Aufgaben mit übernimmt. „Holz ist auch ein hochwertiges und edles Material, aus dem sich fantastische Sachen machen lassen. Auch ganz filigrane“, ergänzt der Forstmann.

Und so wurde die Idee mit der Holzkunstwoche geboren. Dafür holte sich das Wildgehege zwei Frauen und vier Männer mit ins Boot, die sich beruflich mit dem interessanten Werkstoff auseinandersetzen. Zwei Holzbildhauer, zwei Holzgestalter, einen Holzbogenbauer und einen Spielplatzgestalter. Abwechselnd, so der Plan, sollen sie vom 1. bis zum 9. Juli im Wildgehege ihre Arbeiten präsentieren. Doch nicht nur das. Die Besucher – Kinder wie Erwachsene – sollen auch selbst Gelegenheit erhalten, sich beim Bearbeiten und Gestalten von Holz auszuprobieren.

So bei Harald Türke, der die Woche am Sonnabend und Sonntag eröffnen wird. „Ich bringe unter anderem kleine Würfel aus unterschiedlichen Nadelhölzern mit, aus denen man sich einen Holzsortenbestimmungsstab zusammenstellen kann“, sagt der Holzgestalter. Wer etwas mehr Zeit mitbringt, kann sich auch einen Hocker aus Weidenästen bauen. „Ich weiß nicht genau, wie lange man dafür braucht. Es ist ein Experiment.“

Wie die ganz Woche, für die inzwischen bei Roland Ennersch zusätzlich zu den sechs geplanten Leuten zwei weitere Holzkünstler nachgefragt haben. Sie hatten den Flyer gesehen und wollten gern mit dabei sein. „Ursprünglich sollte pro Tag ja immer nur ein Akteur da sein. Doch inzwischen sind es nicht nur mehr geworden, sondern die meisten wollen auch länger als nur einen Tag bleiben“, sagt der Revierleiter und freut sich. Platz ist im Wildgehege genug.

Und sollte das Wetter nicht ganz so mitspielen wie erhofft, bietet das Diana-Zimmer im Erdgeschoss des Eingangsgebäudes Schutz. „Mal sehen, wie die Sache funktioniert“, sagt Roland Ennersch. „Wenn sie gut klappt, lässt sich das Ganze ja vielleicht wiederholen und auch noch ausbauen.“

www.wildgehege-moritzburg.sachsen.de