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Hortkinder werden zu Handwerkern

Die Kinder im Hort Sonnenschein bauen ein Zelt. Unterstützung erhalten sie dabei unter anderem vom Bauhof.

© André Braun

Von Claudia Erbert

Hartha. Das Projekt steht zwar noch nicht ganz, dennoch haben die Kinder des Harthaer Hortes „Sonnenschein“ bereits neue Ideen für ihr Zelt. „Da kommen auf jeden Fall noch Schränke rein“, heißt es da. Andere fordern Sitze. Collin Möbius, der zusammen mit Felix Rycerski die Planung des Vorhabens übernommen hat, träumt von einem Vorzelt. Warum er das bauen möchte? „Es wäre einfach schön, am Haupteingang noch ein Zelt zu haben“, sagt er.

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Seit über einem Monat arbeiten die Kinder mittlerweile daran, in fast vollkommener Eigenregie ein Zelt aufzubauen. „Ich weiß gar nicht mehr, wie das alles angefangen hat“, überlegt Felix Rycerski. Erzierhin Barbara Pohle hilft aus: „Die Kinder haben im Winter immer im Haus Buden gebaut. Damals noch aus Decken, Tischen und Stühlen. Als das Wetter dann schöner wurde, habe ich vorgeschlagen, dass wir uns auch etwas für draußen überlegen können“, so die Erzieherin. Auf die Idee mit dem Zelt seien die Kinder selbst gekommen. Pohle konnte bereits den nötigen Stoff beisteuern, den sie zuvor geschenkt bekommen hatte. Material im Baumarkt oder gar einen fertigen Bausatz wollte sie nicht kaufen. Stattdessen sollten sich die Kinder selbst kümmern.

„Einmal hat Frau Pohle mich ins Büro geholt, damit wir uns am Computer verschiedene Zelte anschauen und Ideen ausdrucken konnten“, sagt Felix. „Dann haben wir uns aber unseren eigenen Plan gezeichnet.“ Jeder habe sich daran beteiligt. Nachdem der Plan stand, ging es ans Beschaffen von Baumaterial. Dazu riefen Colin und Felix beim Bauhof an und fragten nach, ob sie sich an einigen wilden Hecken lange Stöcke absägen dürfen. „Wir brauchten 16 Stangen für unser Zelt, die haben wir selbst gesägt.“

Zwei Wochen lang haben die Jungen danach jeden Nachmittag an ihren langen Ästen gesessen und diese mit Schnitzmessern zurecht geschält. Unterstützt wurden sie dabei von 15 weiteren Kindern des Hortes, die sich ebenfalls am Bau beteiligen. „Wir wissen noch nicht genau, wie wir die Stangen verbinden, vielleicht brauchen wir Nägel oder Klebeband“, räumte Felix ein damals ein. Mittlerweile steht das Gerüst. Als Verbindungsmaterial wurde Absperrband verwendet. Die Erzieherinnen haben den Stoff zurecht genäht – eine Aufgabe, die dann doch etwas zu kompliziert für die Kleinen war. „Den wollen wir komplett über das Gerüst legen und eine Seite schließen. Wie wir das machen, müssen wir uns noch einfallen lassen. Aber das bekommen wir schon hin“, erklärte Collin. „Ich hoffe, wenn sie am Ende etwas selbst geschafft haben, werden sie es mehr achten, als etwas, das wir kaufen und hinstellen“, wünscht sie Barbara Pohle.

Und noch einen Wunsch hat sie. Im Garten liegt ein mehrere Meter langes Glasfaserrohr zum Klettern. Dieses soll nun verziert werden. Gesucht wird jemand, der Farbe spenden kann, die außentauglich ist und auf der Glasfaser hält. Dann sollen die Kinder Entwürfe auf Papier malen und in einer Abstimmung entscheiden, wie das Rohr letztendlich angemalt wird. Wer die Idee unterstützen kann, soll sich im Hort Sonnenschein melden.