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6.000 Euro fürs „Plaudern mit Schadowitz“

Wittichenauer Projekt wird vom Verein zur Entwicklung der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft e. V. gekürt

Hans-Jürgen Schröter, hier schon mit Preis-Urkunde, Geschenkbeutelchen und feuerroter Gewinnerblume, erläutert an der Krabatsäule den Anwesenden kurz noch einmal sein Projekt.
Hinter ihm (halb verdeckt) sein Co.-Autor Jörg Tausch, der sich in Sachen
Hans-Jürgen Schröter, hier schon mit Preis-Urkunde, Geschenkbeutelchen und feuerroter Gewinnerblume, erläutert an der Krabatsäule den Anwesenden kurz noch einmal sein Projekt. Hinter ihm (halb verdeckt) sein Co.-Autor Jörg Tausch, der sich in Sachen © Foto: Uwe Jordan

Wittichenau. Ein Hauch Portugal; ja, Brasilien schwebte Freitag an der Wittichenauer Krabatsäule. Nicht so sehr auf Grund der hohen Temperaturen; nicht so sehr auf Grund der Klänge und Düfte vom nahen Wochenmarkt her, sondern wegen einer Idee – einer erfolgsgekrönten. An die Krabatsäule geladen hatte der Verein zur Entwicklung der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft e. V. (kurz: OHTL), um die Preisträger seines Wettbewerbes zur Stärkung der kleinen touristischen Infrastruktur 2021 zu küren. Und den „Hauptgewinn“ in Höhe von 6.000 Euro räumte der Wittichenauer Heimatforscher Hans-Jürgen Schröter für sein Projekt „«Plaudern mit Schadowitz» – Schaffung eines Verweilortes“ ab.

Was Pessoa zuwege bringt ...

Krabats historisch belegtes Vorbild ist der kroatische Reiterobrist und spätere Gutsbesitzer von Groß Särchen, Johannes von Schadowitz, der 1704 seine letzte Ruhestätte in der Wittichenauer Kirche St. Mariä Himmelfahrt fand. An der Säule, die seit 1987 auf dem Marktplatz in Wittichenau steht, beginnen Schadowitz-Krabat-Führungen von und mit Schröter. Nun soll das Areal rund um die Stele aufgewertet werden. Als Clou des Ganzen ist eine sitzende Schadowitz-Plastik angedacht, lebensgroß geschaffen von Jörg Tausch. Und jetzt kommen wir endlich zu Portugal und Brasilien: Vor dem Lissaboner Café „A Brasileira“, sitzt seit 1988 auf einer Bank eine Statue des portugiesischen Nationaldichters Fernando Pessoa – so, dass sich Besucher neben ihm niederlassen, mit ihm (stumme) Zwiesprache und sich (natürlich!) fotografieren lassen können. Eine Attraktion ersten Ranges! Genau so soll es in Wittichenau werden: Plaudern mit Schadowitz!

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Wer jetzt argwöhnt, bei Pessoa sei es mit der korrekten Darstellung ja nun kein Problem, aber mit Krabat/Schadowitz? Wird das nicht ein Phantasiegebilde? Nein, keinesfalls. Jörg Tausch hat sich kundig gemacht. In historischen Dokumenten. In Überlieferungen. Und bei Gesprächen mit Nachfahren von Janko Šajatovi; eben: Schadowitz, die im kroatischen Žumberak (bei Zagreb) leben; Herkunftsregion Schadowitz’, dessen eigentlicher Geburtsort Jezernice allerdings seit vielen Jahren nicht mehr bewohnt ist. Auf Grund dieser sorgfältigen Recherche ist Tausch sicher: „Zu 99,9 Prozent hat er so ausgesehen, wie er bei mir aussieht.“ Dem Projekt sei Erfolg gewünscht – auf dass man Schadowitz bald „leibhaftig“ in Wittichenau trifft.

Gewünscht sei ferner, dass, wie Marko Kowar vom OHTL-Verein andeutete, auch 2022 ein Ideenwettbewerb (zu einem anderen Thema?) ausgeschrieben wird. Von der Resonanz 2021 war man überrascht: 22 Bewerbungen wurden eingereicht; in summa 25.000 Euro Preisgeld für 14 Projekte ausgeschüttet.

Preisträger 2021

1. Preis (6.000 Euro): „«Plaudern mit Schadowitz» – Schaffung eines Verweilortes“ in Wittichenau

2. Preis (5.000 Euro): „Auf den Spuren des seligen Alojs Andritzki durch Radibor“

3. Preis (4.000 Euro): „Fahrrad-Erlebniswelt im Rittergut Zerna“

4. Preis (3.000 Euro): „Erneuerung des Lehrpfades im Naturschutzgebiet Dubringer Moor“ (NABU-Ortsgruppe Wittichenau)

5. Preis (2.000 Euro): „Erlebnisübernachtungen im Bahnhof Radibor“

6. Preis (1.000 Euro): „Touristischer Radwanderweg «Allee der alten Apfelbäume»“ (Christoph Schuster, Apfelscheune Cannewitz)

jeweils 5000 Euro ... erhalten acht weitere Wettbewerbsteilnehmer

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