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Ab Oktober werden neue Einwohner-Ideen gesucht

Der Startschuss für den vierten Hoyerswerdaer Bürgerhaushalt soll im kommenden Monat fallen.

Der Bürgerhaushalt geht bald in eine neue Runde.
Der Bürgerhaushalt geht bald in eine neue Runde. © Foto: Mirko Kolodziej

Hoyerswerda. Reichlich drei Jahre lang gibt es jetzt den Hoyerswerdaer Bürgerhaushalt – und immer noch haben mitnichten alle in der Stadt davon gehört, dass die Bürgerschaft jährlich über ein Budget von 70.000 Euro verfügen kann. Und so hat der für den Bürgerhaushalt verantwortliche Stadtratsausschuss, die sogenannte Steuergruppe, am Donnerstag unter anderem darüber gesprochen, auf welche Art und Weise denn die Hoyerswerdaerinnen und Hoyerswerdaer erreicht werden können, die noch nichts von dieser sehr direkten Form des Mittuns wissen: Stände soll es nun geben, auch gedruckte Informationen an stark frequentierten Stellen im Stadtgebiet.

10.000 Euro Obergrenze?

Für den Bürgerhaushalt 2022, den insgesamt vierten, können sich die Hoyerswerdaerinnen und Hoyerswerdaer schon langsam Gedanken über weitere kleinere Vorhaben machen, die den Regeln entsprechend „vielen Bürgern zugutekommen“ sollen. Die Steuergruppe will dem Stadtrat empfehlen, die Frist zum Einreichen von Vorschlägen für den Zeitraum zwischen dem 11. Oktober und dem 14. November festzusetzen. Nach entsprechender Prüfung der Stadtverwaltung auf Umsetzbarkeit würde dann vom 12. April bis zum 9. Mai des nächsten Jahres die Bürger-Abstimmung zu umzusetzenden Projekten folgen. Diskutiert wird, den für Einzelvorhaben verfügbaren Finanzrahmen ein weiteres Mal abzusenken. Dürfen für die Verwirklichung einer Idee bisher maximal 15.000 Euro ausgegeben werden, sollen es nach Vorstellung der Steuergruppe in Zukunft nur noch 10.000 Euro sein. Die Idee ist, durch die Veränderung möglichst viele Investitionen zu ermöglichen. Motto: „Lieber zehn Kleine als nur drei Große.“

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Elf statt acht Maßnahmen

Mit dem Bürgerhaushalt 2021 standen bisher acht Maßnahmen zur Umsetzung an. Geprüft – und für nicht machbar befunden – wurde eine neunte. Der Wunsch, die beim Bildhauersymposium 1987 entstandenen und auf der Wiese vor dem Restaurant „Olympia“ platzierten Plastiken an attraktivere Orte umzusetzen, stieß nicht nur auf den Widerstand des Denkmalschutzes. Im Rathaus war man sich zudem zunächst der Tatsache nicht bewusst, dass gar nicht mehr alle der Arbeiten in städtischem Eigentum sind.

Da für das Ansinnen, für das es immerhin 80 Stimmen gegeben hat, die Maximalsumme von 15.000 Euro veranschlagt war und die nächstplatzierten Projekte auf der Liste mit deutlich weniger Mitteln auskommen, sind aus den bisherigen acht Vorhaben nunmehr elf geworden. So kann es jeweils eine zusätzliche Straßenlaterne im Park an der Pinguin-Eisbar (52 Stimmen) sowie am Fußweg zwischen Curie-Straße und Schwarzer Elster (47 Stimmen) geben. Möglich geworden ist ebenso ein Verkehrsspiegel an der Kreuzung der Straße An der Schule mit der Heinrich-Heine-Straße (50 Stimmen). An den anderen Dingen, die bei der Abstimmung im Mai und Juni die erforderliche Stimmenanzahl zur Realisierung erhalten haben, wird inzwischen gearbeitet. So ist die Drehorgel von Leierkastenmann Werner Gertler (1927 - 2009), die wieder gangbar gemacht werden soll, wofür es die meisten Stimmen gab, nämlich 329, inzwischen beim Orgelbau Stüber in Berlin zur Begutachtung angekommen (TAGEBLATT berichtete). Die Absicht, am Bürgerwiesen-Spielplatz im Stadtzentrum fünf Platanen zu pflanzen (157 Stimmen), soll laut der bei der Stadtverwaltung für den Bürgerhaushalt zuständigen Mitarbeiterin Korina Jenßen bis November in die Tat umgesetzt sein. Zur Restaurierung der 1976 von Alfred Wricke gestalteten Metallrose an der Bautzener Allee (135 Stimmen) laufen Gespräche mit einer Metallbaufirma.

Zwei schwierige Projekte

Auch zur Beleuchtung des durch den Bürgerhaushalt des Jahres 2019 mitfinanzierten Hundeauslaufplatzes am westlichen Stadtrand (123 Stimmen) werden Vorbereitungen getroffen. Gleiches gilt für den Mülleimer, der an der hölzernen Kirchwegbrücke über die Schwarze Elster gewünscht ist (121 Stimme) sowie für die Beschaffung des Materials zur Restaurierung des Schaukastens am Kühnichter Dorfplatz (97 Stimmen). Schwieriger gestalten sich laut Korina Jenßen die Erneuerung der Spielfläche gegenüber der Grundschule An der Elster im WK II (121 Stimmen) und die Sanierung der Hauptwege im Jürgen-von-Woyski-Park an der Friedrichsstraße (99 Stimmen). Denn die derzeit allerorten im Bau beklagten Kapazitätsengpässe machen sich auch in diesen beiden Fällen bemerkbar.

In Bröthen / Michalken soll sich unterdessen eine Arbeitsgruppe den praktischen Fragen zuwenden, die mit dem Bau eines Wetterschutzes zum Aufstellen historischer Landmaschinen (101 Stimmen) einhergehen. In Dörgenhausen sind im Juli die drei zu erneuernden Granit-Wegweiser (319 Stimmen) geborgen und zum Restaurator gebracht worden. In Zeißig kümmert man sich unter Führung des Ortschafsrates selbst um Sitzbänke mit geschnitzten Sagenfiguren (66 Stimmen). Und in Knappenrode sowie in Schwarzkollm geht es jeweils um Mammutvorhaben, die die Steuergruppe bereits vor dem Bürgerhaushalt 2021 beschäftigt haben. Im Knappenroder Bürgerhaus soll endlich die Saga um den Einbau einer Teeküche enden, während im Krabat-Dorf in wenigen Tagen die Sanierung und Aufwertung des Spielplatzes hinter dem Haus Engedi starten soll.

www.hoyerswerda.de > Stadtleben > Bürgerhaushalt

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