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Ärger in der Tempo-20-Zone

In Hoyerswerdas innerer Altstadt halten sich nicht immer alle Autofahrer an die Regeln zur Verkehrsberuhigung.

Im „verkehrsberuhigten Geschäftsbereich“ in der Hoyerswerdaer Altstadt ist eigentlich genau zu erkennen, wer wo wie lange parken darf.
Im „verkehrsberuhigten Geschäftsbereich“ in der Hoyerswerdaer Altstadt ist eigentlich genau zu erkennen, wer wo wie lange parken darf. © Foto: Uwe Schulz

Hoyerswerda. Die letzten großen Diskussionen über die Verkehrsregeln im Altstadtkern sind gut anderthalb bis zwei Jahrzehnte her. Von der Teschenstraße aus gesehen fährt man seitdem am Schlossplatz in einen „verkehrsberuhigten Geschäftsbereich“ ein. So nennt das die Straßenverkehrsordnung. Ab dem Bürgeramt des Kreises im Sparkassengebäude gilt die Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h. Und wo im Einzelnen innerhalb dieser Zone geparkt werden darf, ist ebenso ziemlich klar durch Beschilderung gekennzeichnet.

„Können Sie nicht in der Zeitung mal erklären, was die Schilder bedeuten“, bat vor ein paar Tagen am TAGEBLATT-Lesertelefon ein hörbar genervter Anwohner. Er berichtete insbesondere aus der Kirchstraße von Tempo-Überschreitungen und von Autos, die an Stellen parken, wo sie das eigentlich nicht dürfen. Häufig stünden Pkw auch viel länger auf ausgewiesenen Parkplätzen, als die Beschilderung es gestattet.

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Naja, sagt Götz Gleiche vom städtischen Bürgeramt, er denke schon, dass den meisten Autofahrern durchaus klar ist, was die einzelnen Schilder aussagen. Aber insbesondere in der Kirchstraße gebe es in der Tat vereinzelt Probleme mit dem Einhalten der Regeln: „Es ist aber schon besser geworden mit den Verstößen.“

Die Einschätzung basiert auf Kontrollen. Nach Angaben des Bürgeramtes ist der Vollzugsdienst mindestens zweimal in der Woche in diesem Bereich unterwegs. Gleiches Eindruck ist, dass so mancher Autofahrer es vor allem als Kavaliersdelikt sieht, wenn er nur „mal schnell“ für ein paar Minuten aus dem Auto springt: „Aber wer sein Fahrzeug verlässt, der parkt“, stellt der Hoyerswerdaer Verkehrsplaner klar.

Insbesondere im südlichen Teil der Kirchstraße führt das immer wieder zu Konflikten. Weil die Fahrbahn kaum fünf Meter breit ist, können nämlich Stadtlinien-Busse an haltenden Pkw nicht einfach so vorbei fahren. Das wiederum gefährdet die Einhaltung des Fahrplans, der auf das sogenannte Rendezvous-Prinzip mit dem gleichzeitigen Eintreffen der Linien am Lausitzer Platz abgestimmt ist. Die Probleme in der Kirchstraße waren einer der Gründe dafür, dass es 2018/19 Überlegungen gab, die Bushaltestellen innerhalb des Tempo-20-Bereichs zu streichen. Heftige Proteste aus der Bürgerschaft führten dann jedoch zu einem Rückzieher.

Was die Tempo-Verstöße angeht, sagt Gleiche, dass zumindest bei Kontrollen nicht übermäßig schnell gefahren werde. Es gebe aber durchaus einzelne „Ausreißer“, die mit bis zu 40 Stundenkilometern unterwegs seien. Kontrollen sind generell auch die einzige Maßnahme, die von der Stadt derzeit als sinnvoll erachtet werden. Und das Bürgeramt rät, sich nicht zu scheuen und zum Telefonhörer zu greifen, wenn jemand den ganzen Tag auf einem zeitlich begrenzten Parkplatz steht.

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