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Anregungen zur Stadtgestaltung

Junge Landschaftsarchitekten haben sich Gedanken über die Resultate der Schrumpfung von Hoyerswerda gemacht.

So stellen sich Judith Charlott Loewe und Rebecca Krause ihre „Produktive Stadtlandschaft“ mit Energiepflanzen-Anbau vor.
So stellen sich Judith Charlott Loewe und Rebecca Krause ihre „Produktive Stadtlandschaft“ mit Energiepflanzen-Anbau vor. © Grafik: Loewe & Krause, TU Dresden, Professur für

Hoyerswerda. Vor acht Jahren hat Judith Charlott Loewe am Léon-Foucault-Gymnasium ihr Abitur abgelegt. Am Donnerstagabend saß sie als Vertreterin einer Gruppe von 15 Studentinnen und Studenten des Instituts für Landschaftsarchitektur an der Technischen Universität Dresden im Saal des Bürgerzentrums. „Ich habe mich das erste Mal so richtig mit der Stadt beschäftigt“, sagt die junge Frau, die im WK X beziehungsweise im WK I aufwuchs. Hoyerswerda sei ihr nun noch näher.

Auf Bitten der KulturFabrik hatten sich Professorin Ana Viader Soler, ihre Mitarbeiterin Anne Oberritter sowie die Studierenden in den letzten Monaten mit der Frage befasst, wie man mit den Resultaten der Schrumpfung der Stadt umgehen kann. Die zehn akademischen Arbeiten, die in diesem Zusammenhang entstanden sind, wurden am Donnerstag der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Saal saßen auch Vertreter der Stadtverwaltung, der Wohnungsgesellschaft und der LebensRäume e.G.

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Es handelt sich nicht um wirkliche Pläne, erst recht nicht um Planungen. Die jungen Leute sollten schrankenlos etwa über entstandene Brachen, wachsende Wälder, ungenutzte Nahversorger oder inzwischen zu breite Straßen nachsinnen können. Eine Broschüre fasst die Gedankenspiele für die „Neustadt-Landschaft Hoyerswerda“ zusammen. „Das ist nicht für eine Umsetzung 1:1 gedacht, sondern als Denkanstoß“, sagt Anne Oberritter, die schon im Jahr 2007 an der vom Rathaus in Auftrag gegebenen Studie „Neue Freiräume Hoyerswerda – Städtebauliches Leitkonzept zum durch Rückbau entstandenen unbebauten Stadtraum“ mitgearbeitet hatte.

Es gab am Donnerstag unterschiedliche Auffassungen dazu, ob und wie gut die damaligen Pläne realisiert worden sind. Jedenfalls: Gab es damals ein zur Umsetzung vorgesehenes Konzept, liegen nun mehr oder weniger freiere Anregungen vor.

Judith Loewe und ihre Kommilitonin Rebecca Krause zum Beispiel haben sich überlegt, wie die vielen Freiflächen in der einstigen Bergarbeiterstadt künftiger Energie-Versorgung dienen könnten. In ihrer „Produktiven Stadtlandschaft“ würden Pflanzen wie Mais, Sonnenblumen oder Miscanthus angebaut, aus denen Biogas für die Strom- und Wärmeversorgung der Stadt gewonnen werden würde.

Radikalere Überlegungen stammen von Nele Welk: Was, wenn man die zur Niederhaltung des Grundwassers laufenden Pumpen abschalten würde? Nele Welk spricht von einer „Amphibischen Stadtlandschaft“. Interessanterweise, so Anne Oberriter, würden sich in so einem Fall eher die WK VIII, IX und X zur Entwicklung eignen, weil sie nämlich höher liegen.

KuFa sucht Mitwirkende

Drittes Beispiel: Remigia Lippert und Paul Unterberg haben darüber nachgedacht, was Wachstum landschaftlich für eine „Fahrrad- und Studierendenstadt“ bedeuten würde. Konkret geht es um die Gestaltung eines Radweges zwischen dem Bahnhof und dem Scheibe-See.

Frank Hassemeier, frisch berenteter Ex-Mitarbeiter der Stadtplanung, sieht eine Lehre aus dem Umgang mit der Studie von 2007: „Es fehlt ein Management, eine Moderation, jemand, der sich dahinterklemmt.“ Diesen Gedanken greift KuFa-Geschäftsführer Uwe Proksch nun auf: „Wir würden uns freuen, wenn sich Interessenten, die weiter mitwirken wollen, per Mail bei uns melden.“ Der nun mit der vorliegenden Broschüre vorhandene Schwung solle genutzt werden. Proksch gefällt besonders die Idee des „Grünen Saums“ aus dem 2007er Papier, ein landschaftlich gestalteter Übergang zwischen Stadt und Umgebung – inclusive Rundweg: „Der ist ja weiter machbar.“

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