Hoyerswerda
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Auch zu Weihnachten im Dienst für die Menschen

Dann müssen Bescherung, Weihnachtsessen, Besuche und die Familienzeit einfach anders geplant werden.

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Torsten Walkowiak steht vor dem Bus, den er während seiner Schicht fahren wird.
Torsten Walkowiak steht vor dem Bus, den er während seiner Schicht fahren wird. © Foto: Katrin Demczenko

Von Katrin Demczenko

Hoyerswerda. Viele Menschen freuen sich zu Weihnachten auf eine Pause von ihrem manchmal stressigen Berufsalltag und ruhige Tage mit der Familie sowie Freunden. Da aber die Strom-, Wasser- und Wärmeversorgung, das Gesundheits- und Verkehrswesen zu den Lebensadern der Gesellschaft gehören, müssen Beschäftigte dieser Berufszweige 365 Tage im Jahr arbeiten. Am Lausitzer Seenland Klinikum Hoyerswerda (LSK) sind deshalb immer einige der circa eintausend Beschäftigten auch an Feiertagen im Einsatz.

Die Ärztin in Weiterbildung Lilian Schitto gehört dazu und hat für sich entschieden, regelmäßig an Weihnachten zu arbeiten. Über Silvester fährt sie gern mit ihrer Familie und Freunden weg. Am Heiligen Abend 2021 war die 37-jährige Tornoerin im 24-Stunden-Dienst und dieses Jahr muss sie von 8 bis 18 Uhr arbeiten. Da kann sie noch die Bescherung unterm Tannenbaum mit ihren Eltern und Schwiegereltern erleben. Kartoffelsalat und Würstchen leiten den Abend ein, erzählt Lilian Schitto. Am 23. Dezember nach ihrer Arbeit, die um 16 Uhr endet, findet der Löwenanteil der Vorbereitungsarbeiten für die Weihnachtage statt. Ihr Mann hat dann schon eingekauft, stellt den Christbaum auf und schmückt ihn. Sie steht am Herd und bereitet ein Kaninchen und eine Ente zu. Gegessen wird beides am 26. Dezember, wenn die ganze Familie zu Besuch kommt. Für den 25. Dezember muss sie nichts kochen, denn dann sind Lilian Schitto und ihr Partner bei Verwandten zu Gast. Die Weihnachtspäckchen sind schon lange gepackt und warten nur darauf, verteilt zu werden.

Ärztin Lilian Schitto arbeitet in ihrem Arztzimmer.
Ärztin Lilian Schitto arbeitet in ihrem Arztzimmer. © Foto: Katrin Demczenko

Obwohl sie sich immer auf ihren Silvesterurlaub freut, findet sie es schon komisch, am Heiligen Abend nicht zu Hause zu sein. „Aber das Krankenhaus ist ja auch wie eine Familie geworden“, sagt die Ärztin, die hier ihre Weiterbildung für Innere Medizin absolviert. Im Aufenthaltsraum für das Personal der Station steht ein kleiner Weihnachtsbaum und dort isst die Heilig-Abend-Belegschaft Kartoffelsalat und Würstchen, die das LSK spendiert. Ein Mitarbeiter verteilt jedes Jahr als Weihnachtsmann auf allen Stationen kleine Geschenke an seine Kollegen. Mehr Zeit zum Feiern bleibt aber nicht, denn das Wohlergehen der Patienten steht im Klinikum immer im Mittelpunkt, sagt Lilian Schitto. Sie freut sich, dass die erkrankten Menschen die Anwesenheit der Ärzte und Pfleger an den Feiertagen zu schätzen wissen.

Torsten Walkowiak ist einer der fleißigen Busfahrer der Verkehrsgesellschaft Hoyerswerda, der auch am Heiligen Abend bis 17.05 Uhr Menschen zu ihren Liebsten bringt. Seine Frau ist im Handel beschäftigt und arbeitet an diesem Tag bis 14 Uhr. Dann macht sie für den Abend nur noch Kartoffelsalat und Würstchen, denn den Tannenbaum schmückt das Paar am 23. Dezember vor der Spätschicht. Das Weihnachtsessen am ersten Feiertag bekommen Torsten Walkowiak und seine Frau erstmals bei ihrem erwachsenen Sohn und dessen Freundin in Dresden. Auch am Heiligen Abend Bus zu fahren, kennt Torsten Walkowiak schon seit 1989. „Es gehört zum Job“, sagt er und die Familie hat sich an seine beruflich bedingte Abwesenheit gewöhnt. Da die VGH an Sonn- und Feiertagen generell nicht arbeitet, hat er am 25. und 26. Dezember frei, kann sich erholen und geht ab dem 27. Dezember wieder seiner geliebten Arbeit nach.