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Bandito ist bereit fürs Osterreiten

Auf dem Hof von Familie Miesner in Koblenz möchte Carolin Rudolf einmal Urlaubspferden ein Domizil geben.

Carolin Rudolf ist Tierliebhaberin. Auf dem heimischen Hofgelände entstehen derzeit neue Ställe für Urlaubspferde.
Carolin Rudolf ist Tierliebhaberin. Auf dem heimischen Hofgelände entstehen derzeit neue Ställe für Urlaubspferde. © Foto: Silke Richter

Von Silke Richter

Lohsa. Zufrieden wandert der Blick von Carolin Rudolf in Richtung Pferdekoppel, während Hündin Kinga entspannt über den Hof trottet. Im Schweinestall grunzt es leise. Inmitten der ländlichen Idylle ertönt plötzlich Maschinenlärm. Rechterhand des Hofes von Familie Miesner in Koblenz ist das Grundgerüst eines Neubaus erkennbar. In naher Zukunft sollen zwei neue Pferdeställe zur Verfügung stehen. Zum einen für die eigenen Tiere, aber auch für Pferde, deren Besitzer im Lausitzer Seenland ihren Urlaub verbringen möchten und ihre Tiere in guten Händen wissen wollen. „Ich möchte, dass sich alle Pferde hier wohlfühlen und artgerecht gepflegt und behütet werden. Dafür schaffen wir gerade die Voraussetzungen“, erzählt Carolin Rudolf.

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Mittlerweile sind es vier Pferde

Die 31-Jährige verbrachte ihre Kindheit in Weißkollm. Der unmittelbare Bezug zur Natur und die damit verbundene Liebe zu Tieren haben sie sehr geprägt. Bandito hat einen großen Teil ihrer Lebensgeschichte mitgeschrieben. Das Schwere Warmblut lebt schon seit über neun Jahren bei seiner Besitzerin. Irgendwann kam Stute Betty dazu, die vor zwei Jahren ein Fohlen namens Linus bekam. Und weil Lebensgefährte Toni Miesner um die Tierliebe seiner Freundin Carolin weiß, schenkte er ihr vor ein paar Monaten ein weiteres Pferd, namens Magda, das als Arbeitstier in seinem Forstbetrieb eingesetzt wird.

Auf Bandito wartet demnächst wieder eine ganz andere besondere Aufgabe: Das Pferd darf beim Osterreiten in Wittichenau dabei sein. Die seit mehr als 480 Jahren andauernde religiöse Tradition, die bisher nur im Jahre 2020 wegen der Corona-Pandemie eine Unterbrechung erfuhr, soll ja dieses Jahr unter veränderten Bedingungen und Auflagen wieder stattfinden.

Das freut auch Carolin Rudolf, die Bandito gern dafür zur Verfügung stellt. Am Ostersamstag, so ist es geplant, wird das Schwere Warmblut, das schon mehrmals am Osterreiten teilgenommen hat, im Anhänger nach Dörgenhausen gefahren. Dort wird es von „seinen“ Osterreitern umsorgt. Man kennt sich immerhin schon ein paar Jahre. Das Baden und das Flechten der Pferdemähne übernimmt Carolin Rudolf aber lieber selbst. Das sei schon sehr aufwendig, verlange Fingerspitzengefühl und Geduld. Bandito hat im Gegensatz zu anderen Pferden doch eine ziemlich lange Mähne. Ist die Kreuzreiterprozession von Wittichenau nach Ralbitz am Ostersonntag beendet, darf sich Bandito im heimischen Stall in Koblenz ausruhen. Carolin Rudolf legt viel Wert darauf, die Bedürfnisse ihrer Tiere zu erfüllen. Deshalb kamen und kommen Sportturniere und andere Wettkämpfe für die Pferdebesitzerin auch nicht infrage.

Dass die gelernte Lokführerin und heutige Betriebsrätin ihren Job und ihr Hobby so wunderbar kombinieren und ausleben kann, hat sie auch der Tatsache zu verdanken, dass sie einen Arbeitsplatz in der Region gefunden hat. Für die Tierliebhaberin ist das ein wahrer Segen. „Die Braunkohle und auch das, was von ihrer Bergung in der Landschaft noch übrig geblieben ist, verschafft vielen Leuten Arbeit und ein gutes Leben. Dafür bin ich sehr dankbar.“

Der Traum von Carolin Rudolf, dass mit der baldigen Freigabe des Knappensees auch die ersten Urlaubspferde von ihr betreut werden können, ist nach der Rutschung am 11. März erst einmal geplatzt. „Man denkt ja, dass so ein See sicherer wird, wenn man sich so lange Zeit damit beschäftigt und das Gewässer saniert wird. Die Natur bleibt eben unberechenbar und dem Menschen immer ein Stück voraus. An meiner Vision, Urlaubspferden eine schöne Zeit zu ermöglichen, halte ich trotzdem fest. Das Lausitzer Seenland bietet vorerst genug andere Möglichkeiten der touristischen Nutzung“, weiß Carolin Rudolf.

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