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Bürgerwiesen-Auftakt findet online statt

Der Stream „Tag und Nacht der Kultur und Vereine“ gibt am Freitag Akteuren die Möglichkeit, sich zu präsentieren.

Julia Kieschnick, Projektkoordinatorin in der KulturFabrik Hoyerswerda, bereitet für den 23. April den/die „Tag und Nacht der Kultur und Vereine“ vor.
Julia Kieschnick, Projektkoordinatorin in der KulturFabrik Hoyerswerda, bereitet für den 23. April den/die „Tag und Nacht der Kultur und Vereine“ vor. © Foto: Juliane Mietzsch

Hoyerswerda. Eines haben die letzten Monate gezeigt: dass Kultur auch mittels verschiedener Online-Formate möglich ist. Ebenso kann Vereinsarbeit – natürlich nur bedingt – anders stattfinden. Einige Aktivitäten sind einfach nicht zu ersetzen, brauchen die Begegnung und das Zwischenmenschliche.

„Einen schönen Nachmittag und Abend für alle, die etwas vermissen“, hält laut Julia Kieschnick die KulturFabrik Hoyerswerda an der Braugasse 1 am 23. April bereit. Die Projektkoordinatorin hat für eine Art virtuelle Vereinsmesse 24 Teilnehmer gewinnen können; als „Tag und Nacht der Kultur und Vereine“. Ursprünglich war ein 24h-Stream angedacht. Nun lautet der Kompromiss: acht Stunden, von 13.30 bis 21.30 Uhr, Einblicke in die Tätigkeiten verschiedener Akteure zu vermitteln.

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Großprojekt „Stadtteilanker“

„Es ist ein wirklich schöner Überblick, ein Ausschnitt der vielfältigen Vereinslandschaft in Hoyerswerda – wenn auch nur ein Bruchteil.“ Für Julia Kieschnick ist das Format eine Art Auftaktveranstaltung zu dem großen Projekt „Stadtteilanker“. Dabei werden sogenannte „Bürgerwiesen“ in verschiedenen Wohnkomplexen stattfinden. So sollen den jeweiligen Bewohnern vor Ort Möglichkeiten der Teilhabe mithilfe von Partnern aufgezeigt werden. Es heißt, dass „niederschwellige Familienangebote in den Wohngebieten der Hoyerswerdaer Neustadt umgesetzt werden“.

In diesem Sinne soll auch der Stream am kommenden Freitag, der sich aus aufgezeichneten Videos und Livebeiträgen zusammensetzt, ein Stück weit „wachrütteln“, wie Julia Kieschnick es beschreibt: Einerseits haben Vereine, Initiativen und Einrichtungen die Chance, sich und ihr Tätigkeitsfeld zu präsentieren. Andererseits ist jemand, der nach Aktivitäten sucht, sich engagieren möchte oder an Kultur interessiert ist, hier an der richtigen Adresse.

Für jeden ist etwas dabei

Während der Nachmittag etwas lebhafter, eher für Kinder geeignet ist, bietet das Programm am Abend vor allem Erwachsenen Unterhaltung. So sind beispielsweise das Lessing-Gymnasium mit einem Rückblick auf die „Kulturschule“, die Musikschule Bischof mit einem musikalischen Zusammenschnitt und der Zoo mit einem Blick hinter die Kulissen vertreten. Später folgen unter anderem Harfenmusik und ein Singer-Songwriter. Die Selbsthilfekontaktstelle des Landkreises Bautzen hat einen Live-Talk vorbereitet. „Das ist wohl das Innovativste“, schätzt Julia Kieschnick ein und freut sich auf die Interaktion mit dem Publikum daheim. Wobei die Beiträge, die aus dem Saal des Bürgerzentrums übertragen werden, mit zeitlichem Abstand so organisiert sind, dass sich die Teilnehmer möglichst nicht begegnen.

Die Grundidee sah allerdings etwas anders aus. Die gesamte Braugasse 1 sollte belebt werden, in jedem Raum etwas anderes stattfinden und dann per Zuschaltung zusammengeführt werden. „Ich wollte überall etwas haben: im Café, im Bandprobenraum, im Ballsaal, auf dem Theaterboden.“ Doch die Maßnahmen zur Pandemieeinschränkung lassen es nicht anders zu.

Während Julia Kieschnick die Moderation durch das mehrstündige Programm und die Regie verantwortet, ist ein ganzes Team mit ihr vor Ort tätig. Da geht es um Licht, Ton, Streaming, Kameras, Rahmenorganisation und Catering. Unter anderem mit Unterstützung der SAEK (Sächsische Ausbildungs- und Erprobungskanäle) Bautzen ist dieser technische Aufwand zu leisten. So kommen im Vorführraum des Saales alle Signale zusammen und es wird, wie bei einem Konzert, alles live abgemischt. Der Stream ist sowohl live als auch im Nachhinein bei bei Youtube zu sehen. Teilweise ist es neues Terrain für Julia Kieschnick, wie sie selber sagt. Ebenso all die Kanäle zu füllen, um jede Altersgruppe zu erreichen und anzusprechen, war eine kleine Herausforderung. Doch letztendlich bietet die „bunte Mischung“ für jeden etwas.

Kleine Beiträge, große Wirkung

Für die Teilnehmer erhofft sich die Projektkoordinatorin, dass die „kleinen Beiträge eine große Außenwirkung haben“ werden. Sie bietet die Bühne und hätte sich gewünscht, dass auch Spartenvereine die Chance nutzen würden, um sich zu präsentieren. „Das muss nicht immer der Vorstand sein, das kann jedes Mitglied“, ermutigt Julia Kieschnick. Wenige Interessierte sind auch ihrem Hilfsangebot nachgekommen, haben eine Idee vorgebracht und sie gemeinsam umgesetzt. „Die Medienwerkstatt war zuletzt voll ausgebucht.“

Gespannt auf die Rückmeldungen

Am Freitagmorgen (23. April) beginnt der Aufbau und sobald alles vorbereitet ist, vermutet Julia Kieschnick, werde sich auch die Anspannung bei ihr legen. Dann geht sie mit diesem neuen Format auf Sendung und ist gespannt auf die Reichweite, die Klickzahlen, das Feedback.

Im Nachhinein würde sie sich bestenfalls wünschen, in die Rolle der Netzwerkerin schlüpfen zu können und auf Nachfrage hin Kontakte zu vermitteln. Dann wäre „Tag und Nacht der Kultur und Vereine“ und die Idee des Zusammenbringens gelungen. Lediglich „mehr Mitmach-Aktionen im Programm“ wären wünschenswert gewesen. Julia Kieschnick dachte dabei an Yoga oder Stricken – etwas, das man live zu Hause mitprobieren könnte. Aber die Beiträge sollten ohnehin Anregung genug sein und zum Mitmachen animieren.

Programm unter: kufa-hoyerswerda.de/tag-und-nacht-der-kultur-vereine.html

Stream auf: youtube.com/user/kufahoyerswerda

Stadtteilanker: Pflanzwiese am 22. Mai im WK V

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