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Den Kindern eine Stimme geben

In Lauta wurde mit Plakaten am Zaun der Kita „Firlefanz“ auf die prekäre Situation in Zeiten der Notbremse aufmerksam gemacht.

Einen Tag lang hingen diese und weitere Plakate am Zaun der Kita „Firlefanz“ in Lauta Süd, als Zeichen des Protestes gegen die Corona-Notbremse.
Einen Tag lang hingen diese und weitere Plakate am Zaun der Kita „Firlefanz“ in Lauta Süd, als Zeichen des Protestes gegen die Corona-Notbremse. © Foto: privat

Lauta. Nicht nur in Bernsdorf, wie berichtet, sondern auch in Lauta hat sich in dieser Woche Protest gegen die mit der Corona-Notbremse einhergehenden Schließungen von Kitas und Schulen formiert. Eltern und Großeltern, deren Kinder die Awo-Kita „Firlefanz“ besuchen, sind am Montag um 7.30 Uhr ebenfalls «aufgestanden», machen sie auf ihre Aktion aufmerksam. „Wir haben, nach Absprache mit der Einrichtung, Plakate sowie Luftballons an den Zaun gehangen, die am folgenden Tag leider schon wieder abgenommen wurden.“

Die Statements auf den Plakaten ähnelten denen, die bei den Spaziergängen am Montag in Bernsdorf und Straßgräbchen zu lesen waren. Unter dem Motto „Gemeinsam gegen einsam“ wurde unter anderem „Freier Zugang aller Kinder zu Schule und Kita“ gefordert. Auch Großeltern haben ihre Gedanken zu Papier gebracht: „Für meine Enkelkinder! Für alle Kinder! Sie sind das Wichtigste, deshalb systemrelevant!“, hieß es. Und besorgte Stimmen befürchten durch die Maßnahmen der Notbremse eine „Vereinsamung, Absonderung, Isolation!“

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Die Eltern wollen deutlich machen, so ließen sie wissen, dass sie nicht weiter einfach nur zusehen, wie mit ihren Kindern umgegangen wird. „Wir sind nicht mit allen Entscheidungen der Bundesregierung einverstanden. Die Schließung der Kitas kann nicht die Lösung zur Bekämpfung der Pandemie sein. Sowohl die Kinder als auch die Eltern leiden unter dieser Situation. Bei uns in Lauta gibt es aktuell (Stand 28. April, 10.29 Uhr) drei Corona-Fälle.“ Bei einer Einwohnerzahl von bei 8.363 mache das 0,04 Prozent. „99,96 Prozent sind gesund.“

Warum müssen die Kitas und Schulen also in Lauta geschlossen werden, fragen die Eltern. „Für uns gibt es dafür keinen erkennbaren Grund, denn es gibt keinen Fall, der aktuell in unserer Einrichtung aufgetreten ist.“ Die Eltern haben sich auch Gedanken gemacht, wie mit der Pandemie umgegangen werden könnte. „Warum werden nicht einfach die Eltern jeden zweiten Tag getestet, oder es kann als Nachweis ein Antikörpertest vorgelegt werden? Warum werden die Einrichtungen nicht einfach offengelassen und nur bei einem Corona-Vorfall in der Kita alle für zwei Wochen in Quarantäne geschickt? Warum dürfen Eltern ihre Kinder nicht in die Notbetreuung geben, obwohl beide Elternteile berufstätig sind? Wer entscheidet über Systemrelevanz? Ist das nicht letztlich jeder Beruf? Fragen über Fragen, doch leider keine klaren Antworten und keine klare Strategie“, beklagen die Eltern. (rgr)

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