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Die Bibliothek als Fels in der Brandung

Hoyerswerdas Bücherei steht ihren Mitgliedern trotz aller Einschränkungen grundsätzlich zur Verfügung.

Normal sind diese Wochen auch für Susann Keck und Mladen Vukovic nicht – in der Bibliothek macht man das Beste daraus.
Normal sind diese Wochen auch für Susann Keck und Mladen Vukovic nicht – in der Bibliothek macht man das Beste daraus. © Foto: Uwe Schulz

Hoyerswerda. Die Brigitte-Reimann-Bibliothek ist in diesem Corona-Teillockdown die einzige verbliebene Kultureinrichtung der Stadt, die noch geöffnet hat, bzw. die öffnen darf. Freilich sind auch hier die Besucher-Computer ausgeschaltet, Sitzplätze gesperrt, soll man es sich erst gar nicht gemütlich machen können. Doch das Ausleihen von Medien ist hier dennoch möglich. Bibliothekschef Mladen Vukovic musste zwar drei Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken, zudem gibt es krankheitsbedingte Ausfälle. Ein Drittel der eigentlichen Personalstärke steht aktuell so zur Verfügung. Man schlägt sich wacker.

Bei den reinen Besucherzahlen hat die Bibliothek herbe Einbrüche zu verzeichnen. Da es keine Veranstaltungen mehr gibt, kommen auch keine Schüler oder Gäste von Lesungen bzw. Vorträgen. Doch das tut dem Kerngeschäft einer Bibliothek, also dem Verleihen von Büchern und anderen Medien, nur bedingt Abbruch. Auf das gesamte Jahr gesehen sind die Ausleihen zurückgegangen.

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„Was gut ist, dass die Herbstmonate im Jahr 2020 im Durchschnitt sogar mehr Leihgaben hatten als in den Jahren zuvor. Wir können sagen, dass die Anzahl der typischen Besucher, die Bücher zurückbringen und neue ausleihen, gleich geblieben ist“, sagt der Bibo-Chef. Im Sommer habe man zudem ungefähr die gleiche Besucherzahl wie in den Vorjahren verzeichnet.

Die Bibliothek habe demnach zwar eigentlich in allen Bereichen rein zahlenmäßig Verluste, aber „basierend auf dem Jahr, das wir alle hatten, sind wir mehr als glücklich, dass wir von Mai bis Oktober eine überraschend gute Zeit hatten“, so Vukovic weiter. Die Tendenz zeige, dass weniger Besucher mehr Medien ausleihen. Was eben bestätige, dass diese Leute mehr Zeit Zuhause verbringen. Man hat auch noch kulantere Verleihfristen und Regeln eingeführt. Wer eben einen großen Lesebedarf hat, der kann sich mit einem Mal ordentlich eindecken. Und wer sich eine Box mit der Staffel seiner Lieblingsserie ausborgt, der kann sie gleich vom Start aus länger behalten, als es sonst möglich wäre. Es sind eben schon besondere Zeiten. Und wer nicht so recht weiß, was er lesen will, der kann sich auch eine Überraschungstüte zusammenstellen lassen.

„Familien sind gut am Start“, kann Susann Keck, in der Bibliothek jetzt unter anderem für Öffentlichkeitsarbeit zuständig, einschätzen. Das betrifft Videospiele und Brettspiele gleichermaßen wie Bücher und die Tonies für die Tonie-Boxen. Rund 70 dieser Figuren hat man im Bestand, aber derzeit sind fast alle ausgeliehen. Stellt man einer der Figuren auf die Toni-Box, wird ein Hörspiel abgespielt, und zwar das, zu dem die Figur auch gehört.

Bei den Erwachsenen laufen hingegen Krimis gut. Bibliothekschef Mladen Vukovic sieht den Herbst aber eben auch als typische Krimizeit. Unterdessen werden in der Bücherei die digitalen Angebote weiter ausgebaut. Neben den Datenbanken wie Genios, Munzinger und Brockhaus sind da jetzt auch ein Film- und ein Musikstreamingdienst in der Jahresnutzungsgebühr der Bibliothek inbegriffen. Zwei weitere Dienste sollen noch folgen. Allerdings will Mladen Vukovic erst darüber Auskunft geben, wenn es soweit ist.

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