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Die Natur hat viele junge Unterstützer

An der christlichen Schule Johanneum engagieren sich besonders Siebtklässler.

Johanneumschüler der Klasse 7b, die Mitglieder der AG Help for nature sind. AG-Leiterin Silvia Scheibe ist die Dritte von rechts.
Johanneumschüler der Klasse 7b, die Mitglieder der AG Help for nature sind. AG-Leiterin Silvia Scheibe ist die Dritte von rechts. © Foto: Katrin Demczenko

Von Katrin Demczenko

Hoyerswerda. Erfolgsgeschichten sind rar während der Corona-Pandemie, das Ökoprojekt „Help for nature“ an der Christlichen Schule Johanneum kann aber getrost dazu gezählt werden. Eine komplette siebente Klasse macht dabei mit und die gesamte Jahrgangsstufe 7 unterstützt das Anliegen.

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Angefangen hat die Geschichte vor den Sommerferien 2019, als zwei Jungen der damaligen Klasse 5b mit einer Idee zum Schülercoach Silvia Scheibe gekommen sind. Sie wollten der Erde etwas Gutes tun, die mit Süßwasser und Sauerstoff die Lebensgrundlage für alle Menschen, Tiere und Pflanzen schafft. „Auf die negativen Folgen des Klimawandels und das Artensterben wollten wir die Mitschüler aufmerksam machen“, erzählt Jaydon.

Dazu kamen Aktionen wie das Müllsammeln rund um das Schulgelände, der Bau von Nistkästen und das Pflanzen von Bäumen, die den Schülern vorschwebten. Wenn die Eltern die Nistkästen für ihre Gärten kaufen und über eine Website Spenden gesammelt werden, steht Geld für den Kauf der Bäume zur Verfügung, erklärt Moritz.

Weil für Silvia Scheibe die Natur einen ebenso hohen Stellenwert besitzt, hat sie sofort die AG-Leitung übernommen und die Schüler bei der Umsetzung ihrer Pläne unterstützt. Zuerst haben die Jungen Plakate gestaltet und im Johanneum aufgehängt. Dann erfolgte mit der Klasse die Müllsammelaktion, wobei die Stadt Hoyerswerda die Säcke abtransportiert hat. Zum Tag der offenen Tür 2020 haben die Sechstklässler die Arbeitsgemeinschaft (AG) ihren Eltern und anderen Interessenten vorgestellt.

Das Ergebnis der Präsentation und eines Elternabends war, dass die Firma eines Vaters den Bau der Nistkästen mit zurechtgeschnittenem Holz unterstützt hat. Im Kunstunterricht war die ganze Klasse beschäftigt, Behausungen für Meisen, Sperlinge sowie andere Vögel herzustellen und bunt zu bemalen, erzählt Mark. So sind am Beispiel der Nistkästen die Unterrichtsthemen Bewahrung der Schöpfung, Klimawandel, Lebensraum Wald und künstlerische Gestaltung in einem Schulprojekt zusammengeführt worden, sagt Silvia Scheibe. Der Schülercoach wünscht sich öfter einen fachübergreifenden Unterricht, um Lerninhalte ansprechender vermitteln zu können.

All diese Aktivitäten sind vor dem Beginn der Corona-Pandemie geschehen, aber das Schul-Ökoprojekt „Help for Nature“ besteht immer noch. Im Juni 2020 konnten die Schüler mit ihren Lerngruppen auf der Pflanzwiese der Mitmachstadt Hoyerswerda zwischen der Feld- und der Kochstraße Bäumchen setzen. Einige Gymnasiasten haben wild gewachsene Fichten-, Eichen- oder Weidenschösslinge aus den Gärten ihrer Eltern mitgebracht. Andere setzten gekaufte Obstbäume in die Erde.

Da die gemeinsame AG-Arbeit jetzt nicht möglich ist, kann sich aber jeder Schüler zu Hause umweltgerecht verhalten. Dazu gehören die Nutzung von LED-Lampen und die Vermeidung von Plastikmüll, sagt Helena. Auf dem Schulgelände sollen eine Blühwiese und eine Hecke angepflanzt werden, die Bienen, Igeln und Vögeln einen guten Lebensraum bietet, benennt Silvia Scheibe das nächste Ziel. Sie wünscht sich, dass Schul-AG’s unter Einhaltung aller Corona-Regeln bald wieder arbeiten dürfen. Die engagierten Schüler schauen auch über den Tellerrand hinaus und beteiligen sich an Aktionen anderer Akteure. So plant der Jugendstadtrat im Juni eine Müllsammelaktion in ganz Hoyerswerda.

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