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Die Wohlfühlwelt der LebensRäume

Wenig Leerstand, eine Neubauidee und viel Engagement im Sinne des Genossenschafts-Gedankens

Südlich des Cocoon-Living-Projektes in der Heinrich-Mann-Straße plant die Awo ein Vorhaben. Zwischen diesem und dem Haus der Parität ist noch Platz für ein Neubauprojekt der LebensRäume-Genossenschaft. Der Wille ist da, konkrete Pläne werden aber er
Südlich des Cocoon-Living-Projektes in der Heinrich-Mann-Straße plant die Awo ein Vorhaben. Zwischen diesem und dem Haus der Parität ist noch Platz für ein Neubauprojekt der LebensRäume-Genossenschaft. Der Wille ist da, konkrete Pläne werden aber er © Foto: Uwe Schulz

Hoyerswerda. Wenn man mit Axel Fietzek derzeit über die Wohnungsgenossenschaft LebensRäume Hoyerswerda eG redet, dann spricht der Vorstandsvorsitzende nicht so sehr über Zahlen, sondern eher darüber, wie man das Leben in der Genossenschaft noch angenehmer machen kann. Im vergangenen Jahr wurde die Wohn-Lounge als zentraler Anlaufpunkt für alle Genossenschafterfragen im Lausitz-Center eingerichtet, die seitdem gut angenommen werde, so Fietzek. Als im Frühjahr der erste Lockdown kam, hat man Zettel mit einer Hilfe-Nummer verteilt. Das wurde auch angenommen, wenngleich nicht in Größenordnungen. Axel Fietzek wertet es so, dass die nachbarschaftlichen bzw. familiären Verhältnisse offenbar besser funktionieren, als man im Allgemeinen so denkt.

Im Nachbarschaftshilfefonds der Genossenschaft sind jährlich 50.000 Euro eingestellt. Sehr unkompliziert können Hausgemeinschaften daraus Gelder beantragen für Maßnahmen, die dem nachbarschaftlichen Zusammenhalt dienen. Davon wird auch Gebrauch gemacht. Über die Anträge bestimmen nicht Angestellte der Genossenschaft, sondern ein bei Bedarf auch kurzfristig zusammenkommender Vergabeausschuss aus Genossenschaftern. „Meines Wissens wurde noch kein Antrag für den Fonds abgelehnt“, freut sich Fietzek. Es gibt Fotos von nach einem Arbeitseinsatz feiernden Hausgemeinschaften, die die Genossenschafts-Shirts tragen. Und falls der Fonds mal nicht mehr reichen sollte, dann werde er eben aufgestockt. Für das laufende Jahr hat der Aufsichtsrat dem Fonds zwar noch nicht zugestimmt, aber Fietzek ist sich sicher, dass es lediglich eine Formsache ist angesichts der Tatsache, dass die Genossenschaft allein in diesem Jahr 3,4 Millionen Euro in das Herrichten frei werdender Wohnungen investieren will.

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Und dabei geht es nicht nur um Grundinstandsetzungen nach jahrzehntelangem Gebrauch, neue Innentüren und Fußbodenbeläge sowie zeitgemäße Bäder, sondern auch um neue Wohnungszuschnitte. Gut die Hälfte des Bestandes sind Drei-Raum-Wohnungen mit rund 60 Quadratmetern Wohnraum. Bei Bedarf legt man zwei nebeneinanderliegende Wohnungen zusammen. So kann man auf geschaffene Beispiel mit zwei Bädern, großer Küche und fünf Zimmern auf rund 120 Quadratmetern Wohnfläche verweisen. Da ist auch das Thema Homeoffice gut zu berücksichtigen. Selbst das Problem der unverlegbaren Steigestränge lässt sich elegant in diesen Lösungen integrieren. Unter dem Motto „Alles gleich ist anders“ wurden und werden sanierte Wohnungen zudem individueller. Künftige Nutzer werden in die Gestaltung ihrer Wohnräume vor dem Einzug einbezogen. Zum anderen werden Wohnungen zur besseren Vermarktbarkeit bewusst „anders“ gestaltet um die Angebotsvielfalt für unterschiedliche Geschmäcker zu erhöhen. Dazu gehören die Ausstattung mit Küchen genauso wie Wandbeläge jenseits der Raufaser weiß. Und man hat gute Erfahrungen mit dem Angebot FlexiFlat gesammelt. Gut 50 komplett möblierte Wohnungen hat die Genossenschaft im Angebot. Im Nutzungsentgelt sind auch die Betriebskosten pauschal mit abgegolten. So dass Firmen für Mitarbeiter sozusagen Werkswohnungen anbieten können, aber auch beispielsweise Ärzte oder andere Berufsgruppen, die auf die Schnelle zunächst einen Zweitwohnsitz suchen, ein Angebot haben.

An Zuspruch mangelt es dem Großvermieter jedenfalls nicht. 6.737 Wohnungen und Gewerbeeinheiten gehören zum Bestand, davon mit 6.176 Einheiten der Löwenanteil in der Stadt Hoyerswerda. Laut Axel Fietzek betrug der Leerstand zum Jahreswechsel 3,9 Prozent. Abriss war in den letzten Jahren für die Genossenschaft kein Thema und ist es auch in diesem Jahr nicht. Man hat dafür das Thema Neubau im Blick. In der Heinrich-Mann-Straße soll in Blickweite des 2020 fertiggestellten und bezogenen 4,5 Millionen Euro teuren Cocoon-living-Projektes mit 18 Wohnungen im kommenden Jahr ein weiterer Neubau entstehen. Die Planungen sind angeschoben. Axel Fietzek spricht von einer Investition von 2,5 Millionen Euro. Dafür werden 12 Wohnungen entstehen, die wie beim technisch aufwendig ausgestatteten Cocoon-Living-Projekt auf jeden Fall etwas Besonderes werden sollen. Ein Baubeginn im Herbst 2021 ist durchaus denkbar.

Die neue Wohn-Lounge im Lausitz-Center ging im Frühjahr in Betrieb und wird gut angenommen.
Die neue Wohn-Lounge im Lausitz-Center ging im Frühjahr in Betrieb und wird gut angenommen. © Foto: Uwe Schulz
Aus Anlass des 66. Gründungsjubiläums ließ die Genossenschaft solche Shirts produzieren.
Aus Anlass des 66. Gründungsjubiläums ließ die Genossenschaft solche Shirts produzieren. © Foto: Uwe Schulz
Gute-Laune-Garant: Der geschmückte Unternehmensbus war so in der Vorweihnachtszeit unterwegs.
Gute-Laune-Garant: Der geschmückte Unternehmensbus war so in der Vorweihnachtszeit unterwegs. © Foto: LebensRäume

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