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Hoyerswerda

Eine Denkmalweihe, die weit ausstrahlt

Am Sonnabend wurde der Stadt Spremberg vom Georgenbergverein ihr bedeutendstes Denkmal zurückgegeben.

Mit einem Festakt erfolgt die Wiedereinweihung des sanierten Denkmals für die Gefallenen des deutsch-französischen Krieges in Spremberg. Als Ehrengäste begrüßt wurden unter anderem die Spremberger Bürgermeisterin Christine Herntier (Mitte) und ihr A
Mit einem Festakt erfolgt die Wiedereinweihung des sanierten Denkmals für die Gefallenen des deutsch-französischen Krieges in Spremberg. Als Ehrengäste begrüßt wurden unter anderem die Spremberger Bürgermeisterin Christine Herntier (Mitte) und ihr A © Foto: Jost Schmidtchen

Von Jost Schmidtchen

Spremberg. Anlässlich des „Tages der französisch-deutschen Begegnung“ erfolgte die Wiederaufstellung des Denkmals für die Gefallenen des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 in Spremberg. Es konnte vor vier Jahren nach seiner Wiederentdeckung geborgen und saniert werden.

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Seinen neuen Platz fand das Denkmal an der Westseite des Kreisels am ehemaligen Wilhelmsplatz. Andreas Kottwitz, der Vorsitzende des Georgenbergvereins, begrüßte zum Festakt, zu dem auch zahlreiche Spremberger Bürger, Stadtverordnete und die Spremberger Originale gekommen waren, die Ehrengäste: Bürgermeisterin Christine Herntier und ihren Amtskollegen Roger Dalla Costa aus der Stadt Mars-la-Tour, den Militärattaché der Französischen Botschaft in Berlin und einen führenden Offizier der Deutsch-Französischen Brigade der Bundeswehr. Andreas Kottwitz betonte, dass so wie 1872 die Spendenbereitschaft von Bürgern und Unternehmen die Wiederaufstellung des Denkmals ermöglicht haben. „Wir als Georgenbergverein haben unserer Stadt ihr bedeutendstes Denkmal zurückgegeben“, sagte er unter dem Beifall der Anwesenden.

Die Spremberger Bürgermeisterin Christine Herntier bezeichnete die Wiederaufstellung als ein „besonderes Ereignis“, welches ein Zeichen dafür sei, dass sich die Spremberger mit der vergangenen Geschichte neu vertraut machten. „Dabei kam ein großer Diskussionsprozess in Gang“, so sagte sie, „bei dem unsere Bürger trotz unterschiedlicher Meinungen zum Denkmal einander zuhörten und für die Meinung des Anderen Verständnis aufbrachten“.

Bürgermeister Roger Dalla Costa empfand es als eine große Ehre, an diesem Tag erstmals und besonders zu so einem Ereignis in Spremberg sein zu dürfen. „Vor 150 Jahren tobte in unserer Region eine der blutigsten Schlachten dieses Krieges. Sie allein forderte 30.000 Tote. In Mars-la-Tour war die Hölle, eine Tragödie ohnegleichen.“ Der Militärattaché griff diese Worte auf: „Als der Deutsch-Französische Krieg endete, zählte man 1.950.000 französische und 71.000 deutsche Soldaten, die gefallen waren. In den weiteren Kriegen 1914-18 und 1939-45 waren sie oft vergessen. Diese zwei Weltkriege konnten stattfinden, weil der «Friedensvertrag» von 1871 folgenden Kriegen nicht die Hoffnung nahm. Schon die Instabilität in den Grenzgebieten wie in Lothringen war dafür ein Beispiel“.

Im Fazit waren sich alle Gastredner einig: Wir sind dankbar für den dauerhaften Frieden seit 75 Jahren. In diesem Sinne ehren wir die Gefallenen beider Seiten. 150 Jahre später haben die Stimmen der Versöhnung und der Vernunft gesiegt. So soll es auch zukünftig bleiben.

Dazu unterzeichneten die Stadtoberhäupter Christine Herntier und Roger Dalla Costa eine Absichtserklärung, die wie folgt lautet: „Die Gefallenen der Stadt und Garnison Spremberg in der Schlacht bei Mars-la-Tour im August 1870 sind Zeugnisse der gemeinsamen Geschichte beider Kommunen sowie Auftrag zur Erinnerung, Verständigung und Frieden. Die Aufstellung dieses Denkmals erfolgt im Geiste des Miteinanders, der Begegnung und des Austausches zwischen den Einwohnern von Spremberg und Mars-la-Tour. Die Unterzeichner sind sich einig, dass die Pflege und Erinnerung an die gemeinsame Geschichte auch in Zukunft Aufgabe und Verpflichtung für beide Kommunen ist. Beide Seiten begrüßen die Idee eines beiderseitigen Schüleraustausches und werden dazu gemeinsame Vorschläge erarbeiten“.

Genau das ist der richtige Weg, der den nachfolgenden Generationen die Verpflichtung zum friedlichen deutsch-französischen Miteinander weist.

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