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Eine Sporthalle im Elfgeschosser

Hoyerswerdas FSG Medizin richtet sich im Bonhoefferstraßen-Hochhaus ein.

FSG-Übungsleiter Maik Vorback
probiert schon mal: Das Logo des Vereins macht sich am Eingang in der Bonhoefferstraße ganz gut.
FSG-Übungsleiter Maik Vorback probiert schon mal: Das Logo des Vereins macht sich am Eingang in der Bonhoefferstraße ganz gut. © Foto: Mirko Kolodziej

Hoyerswerda. Im Juni 2009 musste Hoyerswerdas FSG Medizin ihren angestammten Vereinssitz im Verbindungsbau zwischen damaliger Körperbehindertenschule und damaliger Orthopädie an der Liebknechtstraße verlassen. Der Abriss stand an. Damit verschwand auch die von der Freizeitsportgemeinschaft genutzte Turnhalle. „Seitdem sind wir eigentlich auf der Suche“, sagt Vereinschefin Anke Stefaniak.

Diese Suche hat nunmehr ein Ende. In den nächsten Wochen sollen im Stadtzentrum die Bauarbeiten für das neue Vereinsdomizil beginnen. Die FSG mietet sich bei der Wohnungsgesellschaft (WH) ein, wird im Elfgeschosser an der Bonhoefferstraße Nachbarin von Computermuseum und Linkspartei. Das Architekturbüro PPS – Planungsgruppe Professor Sommer, zuletzt im WK I mit dem Einbau von Fahrstühlen in mehrere WH-Wohnhäuser befasst, hat die grundlegenden Pläne fertig. Drei bisherige Laden-Lokale der ehemaligen Geschäftsunterlagerung werden miteinander verbunden. Der Verein nutzt künftig die Flächen, die Kosmetiksalon, Versicherung und Sonnenstudio frei hinterlassen haben.

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Sieben Wohnwelten – ein Geschäft
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Erfahrung, Wissen und ein super Team. Bis zum heutigen Erfolg war es eine lange, lehrreiche Reise, die sich nun in verschiedenen Abteilungen widerspiegelt und seinen Kunden Einrichtungs- und Wohnträume verwirklicht.

Einzug im April vorgesehen

„Die FSG ist als Anker-Mieter auf Dauer angelegt“, sagt WH-Chef Steffen Markgraf. Es ist zunächst ein Zwölf-Jahres-Vertrag geschlossen worden. Eingerichtet werden nun eine große Trainingsfläche, Umkleide- sowie Sanitärräume und ein Büro. Die Investitionskosten werden mit 160.000 Euro angegeben. „Das können wir natürlich nicht alles selbst bezahlen“, sagt Anke Stefaniak. Der aktuell rund 350 Mitglieder zählende Verein trägt 45.000 Euro. Der größte Brocken, nämlich 80.000 Euro, kommt aus der Sportstättenförderung des Landes Sachsen. Schon im Juli war in Dresden der entsprechende Zuwendungsbescheid übergeben worden.

Überdies gibt es einen Zuschuss der Seenland-Stiftung des Klinik-Betreibers Sana. Mirko Papenfuß, Geschäftsführer des Seenland-Klinikums, meinte jetzt bei der Überreichung eines symbolischen Schecks über 35.000 Euro, der Stiftungsrat habe leichten Herzens zugestimmt. Der FSG gehe es schließlich um Gesundheit, und diese sei ja auch der Auftrag des Klinikums. Überdies gibt es eine gemeinsame Geschichte. Denn der Verein beziehungsweise sein Vorläufer wurde im Jahr 1958 von Ärzten des Hoyerswerdaer Krankenhauses gegründet, zunächst als reine Fußball-Sportgruppe.

Heute bietet die FSG vor allem Gesundheits- und Rehasport an, vom Babyschwimmen bis hin zu Bewegungskursen für Hochbetagte. Die bisherigen Bedingungen sind nicht schlecht, aber auch nicht unbedingt optimal. Denn als Nutzer der Turnhalle des Förderzentrums für Körperbehinderte ist man zum einen Mieter des Kreises Bautzen mit Nutzungsverträgen, die jeweils nur ein Jahr Laufzeit haben. Und zum Zweiten ist die Halle lediglich nachmittags und abends verfügbar, da vormittags natürlich Schulsport ist. Doch die Nachfrage ist wohl recht groß.

„Der Bedarf an Angeboten wächst“, schildert Anke Stefaniak. Dazu kommt, dass das Vereinsbüro momentan im Behördenzentrum am Pforzheimer Platz untergebracht ist. Die FSG kann an der Bonhoefferstraße also einerseits eine Konzentration und andererseits eine Angebotserweiterung vornehmen. Und es wird auch wieder eine Möglichkeit für geselliges Vereinsleben geben, an der es seit 2009 ebenso mangelt. Bewegungskurse im Wasser bleiben an der Kö und im Lausitzbad.

In den Oktobertagen sollen die Bauleute anrücken. Die Ausschreibungen laufen. Ronny Brantzko vom Planungsbüro hofft, dass die aktuellen Preissteigerungen und Kapazitätssorgen auf dem Baumarkt keine allzu großen Probleme machen. Und er freut sich, dass wie im benachbarten Zcom die Träger-Konstruktionen der Skelettbauweise zum Vorschein kommen, die sich die Bauingenieure für die Errichtung des Elfgeschossers 1980/81 ausgedacht hatten. Die Zwischendecke verschwindet und es wird gewissermaßen lokale Baugeschichte freigelegt. Der praktische Nutzen ist unter anderem eine Raumhöhe von mehr als vier Metern. Ab April existiert an der Basis des Hochhauses also eine echte Sporthalle.

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