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Noch einmal Einkaufs-Normalität

Der Samstag war der letzte Shoppingtag vor dem Lockdown – angenehm ohne Hysterie.

Das Parkdeck des Lausitz-Centers am Samstag zum letzten Mal in diesem Jahr gut gefüllt. Ab heute greift der Lockdown und damit dürfen zwar beispielsweise noch Lebensmitteläden, aber keine Bekleidungsgeschäfte mehr öffnen.
Das Parkdeck des Lausitz-Centers am Samstag zum letzten Mal in diesem Jahr gut gefüllt. Ab heute greift der Lockdown und damit dürfen zwar beispielsweise noch Lebensmitteläden, aber keine Bekleidungsgeschäfte mehr öffnen. © Foto. Uwe Schulz

Hoyerswerda. Dritter Advent in Hoyerswerda ist eigentlich Weihnachtsmarkt-Wochenende. Zweieinhalb Tage lang zieht es Hunderte, vielleicht auch tausende in den Altstadtkern. Jedenfalls am Nachmittag, wenn der Markt öffnet. Doch in diesem Jahr gibt es keinen Weihnachtsmarkt, keinen Glühweinverkauf, keine Weihnachtsmusikbeschallung. Jedenfalls nicht draußen und Glühwein auch nicht drinnen.

Samstagvormittag 10 Uhr tätigen einige Leute ihre Einkäufe. Andere stehen vor verschlossenen Türen. Der Samstag ist schon seit geraumer Zeit nicht mehr bei allen Gewerbetreibenden und Beratungsstellen normaler Öffnungstag. Die Post- und Lotto-Stelle ist aber gut frequentiert. Weihnachtskarten sind nicht aus der Mode gekommen und die Hoffnung auf einen Lottogewinn, und wenn es doch nur ein kleiner ist, stirbt nicht in der Corona-Krise. Im Gegenteil.10.30 Uhr am Globus-Markt berichtet ein Mann auf dem Parkplatz, dass am Freitagnachmittag „die Hölle losgewesen sei“. Jetzt geht es. Kein Ansturm auf den Baumarkt wie im Frühjahr vor dem Lockdown. Auch nicht beim zweiten Besuch am späten Nachmittag. Etliche Einkaufswagen in den Unterständen sind an die Kette gelegt. Im SB-Markt herrscht gefühlt völlig normales Einkaufsverhalten. Das Hamstern fällt aus. Das Frühjahr hat gezeigt, dass Nudeln und Klopapier ausreichend nachproduziert werden.

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Szenenwechsel ins Neustadtzentrum. Möbelkäufe stehen am Samstag vorm Lockdown offenbar nicht im Vordergrund. Beim Elektronikmarkt um die Ecke ist ordentlich Begängnis. Aber Schlange stehen draußen ist nicht angesagt. Dafür ist 11.30 Uhr auf dem Parkplatz des Lausitz-Centers ordentlich Betrieb. In den letzten Jahren war an Adventssamstagen und vor allem an den letzten Tagen vor Heiligabend kaum ein Stellplatz zu ergattern – mit entsprechendem Suchverkehr. An diesem Samstag ist es voll, aber eben nicht so.

Hier und da sind Preisnachlässe drastischer als im Sale-Zeitraum ausgewiesen. Bei Douglas regulieren Verkäuferinnen den Einlass und damit die Personenzahl im Geschäft. Etliche Passanten genießen die Weihnachtsdekoration und die dazugehörige Musik. Das Center bietet an diesem Samstag ein Stück Weihnachts-Shopping-Normalität. Und nahezu überall fragen Kunden, ob denn ab Montag geöffnet sei. Bei TuttiFrutti freuen sie sich, dass man mit Ja antworten kann, die Deko-Verkäuferin im Mittelgang muss verneinen. Bei Thalia kann man einen Mittelweg wählen. Wer Bücher und andere Thalia-Produkte bestellt hat, der kann sie auch abholen. Aber im Buchladen stöbern – das geht nicht.

Auf dem Lausitzer Platz findet derweil der normale Wochenmarkt statt. Aus anderen Städten wird berichtet, dass diese Märkte zu heimlichen Weihnachtsmärkten geworden sind. In Hoyerswerda sieht es im Wesentlichen aus wie immer.

Dazu gehören auch die Transporter, die emsig durch die Wohngebiete fahren, alle paar Meter halten und Pakete ausliefern. Auch in Hoyerswerda brummt der Online-Handel – jedenfalls bei den Kunden. Wer jetzt seine Geschenke noch nicht zusammen hat, muss sich aber selbst dort sputen, damit in zehn Tagen alles da ist.

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