merken
PLUS Hoyerswerda

Erstmals wieder genügend Wasser da

In Schwarze Elster und Spree hat sich die Extremsituation gegeben.

Die Schwarze Elster führte an der Jenschwitzbrücke in Hoyerswerda auch im Sommer stets Wasser. So zeigte sie sich in dieser Woche.
Die Schwarze Elster führte an der Jenschwitzbrücke in Hoyerswerda auch im Sommer stets Wasser. So zeigte sie sich in dieser Woche. © Foto: Uwe Schulz

Senftenberg. Der Wasserhaushalt in der Lausitz ist in diesem Jahr das dritte Jahr in Folge nicht so wie er eigentlich sein soll. Doch zumindest hat sich mit den Niederschlägen im Oktober die Lage etwas entspannt. In ihrer vorerst letzten Sitzung stellten die Experten der Ad-hoc-AG „Extremsituation“ zu Wochenbeginn fest, dass jetzt die Mindestabflüsse in der Spree eingehalten werden und die Talsperren in Sachsen und Brandenburg aufgrund der gefallenen Niederschläge über 50 Prozent gefüllt sind. Es wurde festgelegt, dass die reguläre Wasserbewirtschaftung in den Einzugsgebieten von Spree und Elster prinzipiell wieder aufgenommen werden kann.

Spree

Im Oktober lagen die Niederschläge sowohl im sächsischen als auch im brandenburgischen Einzugsgebiet der Spree deutlich über den durchschnittlichen, mittleren Monatsniederschlägen. Die Zuflüsse zu den Talsperren Bautzen und Quitzdorf stiegen entsprechend. Die Talsperre Bautzen ist aktuell zu knapp 60 Prozent gefüllt (Stand 18.11.2020). Der Betriebsraum der Talsperre Quitzdorf steht zurzeit mit rund 31 Prozent zur Verfügung.

Die gesunde Drittelstunde
Die gesunde Drittelstunde
Die gesunde Drittelstunde

Impfen lassen? Neue Therapien? Was zahlen Kassen? Fragen rund um das Thema Gesundheit: hier gibt es Antworten. Redakteur Jens Fritzsche im Gespräch mit Experten.

Der Wasserstand der Talsperre Spremberg stieg aufgrund der weiterhin relativ hohen Zuflüsse von bis zu 11,5 Kubikmeter pro Sekunde auf aktuell 91,28 Meter Normalhöhennull (NHN, Stand 23.11.2020). Die Talsperre Spremberg ist damit zu knapp 60 Prozent gefüllt. Die Abgabe der Talsperre Spremberg verbleibt weiterhin auf 7,2 Kubikmeter pro Sekunde, da aufgrund von Baumaßnahmen an der Talsperre Spremberg bis Ende Dezember ein Stauziel von 91,50 Meter NHN nicht überschritten werden soll. Des Weiteren wurde im November begonnen, im Spreewald den Winterstau anzusteuern. Sollten sich die Abflüsse in der Spree weiterhin stabil verhalten, wird voraussichtlich auch bald wieder die Flutung des Cottbusser Ostsees fortgesetzt werden können, so die Einschätzung der Arbeitsgemeinschaft. Die einleitbaren Mengen legt das Landesamt für Umwelt fest und passt diese je nach Wetter und Abfluss an die Situation täglich an.

Schwarze Elster

Im Schwarze-Elster-Gebiet bewirkten die Niederschläge im Oktober, dass sogar der trockengefallene Abschnitt zwischen Kleinkoschen und der Mündung der Rainitza wieder Wasser führt und dass zum anderen in den Senftenberger See Wasser eingeleitet werden konnte. Der Wasserstand hier stieg auf 98,69 Meter NHN, das entspricht 48 Prozent des Volumens zwischen Mindest- und Maximalwasserstand.

Durch die geringen Niederschläge im November sind die Abflüsse in der Schwarzen Elster wieder gesunken. Zur Schonung des Wasserdargebotes im Senftenberger See stützt zurzeit die Grubenwasserreinigungsanlage Rainitza die Schwarze Elster.

Aufgrund der Entspannung der Niedrigwassersituation in den Einzugsgebieten der Spree und Schwarzen Elster beendete die Ad-hoc-AG „Extremsituation“ nun die Extrembewirtschaftung und formulierte weitere Empfehlungen zur Wasserbewirtschaftung in der Winterperiode. Vorsorglich ist bereits eine Sitzung der Ad-hoc AG für Ende März 2021 zur abschließenden Bewertung der Entwicklungen im Spree- und Schwarze-Elster-Gebiet anberaumt. Alle Akteure der Wasserbewirtschaftung Sachsens, Berlins, Brandenburgs sowie der Flutungszentrale Lausitz arbeiten gemäß den länderübergreifend abgestimmten Bewirtschaftungsgrundsätzen eng zusammen.

Mehr zum Thema Hoyerswerda