Hoyerswerda
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Fast 100 Identitätsfeststellungen

Polizei stoppt "Spaziergänger" nach wenigen Minuten

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In Hoyerswerda endete am Donnerstag der Zug der Spaziergänger nach 300 Metern in der Luxemburgstraße. Von knapp der Hälfte der Teilnehmer wurden die Identitäten festgestellt.
In Hoyerswerda endete am Donnerstag der Zug der Spaziergänger nach 300 Metern in der Luxemburgstraße. Von knapp der Hälfte der Teilnehmer wurden die Identitäten festgestellt. © Foto: Schulz

Hoyerswerda. Seit Wochen finden die als Protest gegen die aktuellen Corona-Maßnahmen zu verstehenden Spaziergänge montags in Hoyerswerda am Lausitzer Platz statt. Am Donnerstag war zu einem außerplanmäßigen Jahresabschluss-Spaziergang auf den Marktplatz in der Altstadt aufgerufen worden.

Das örtliche Polizeirevier führte daraufhin einen Einsatz mit Unterstützung der sächsischen Bereitschaftspolizei durch, die unter anderem mit einer Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit präsent war. Zu Beginn der Versammlung um 19 Uhr, befanden sich laut Polizei etwa 150 Teilnehmer der nicht angezeigten Versammlung auf dem Marktplatz der Altstadt. "Die Einsatzkräfte erklärten gegenüber den vor Ort befindlichen Teilnehmern, dass es sich um eine nicht angemeldete Versammlung handelt. Ein Versammlungsleiter gab sich nicht zu erkennen. Weiterhin wiesen die Ordnungshüter auf die Einhaltung der aktuellen Corona-Notfall-Verordnung hin, maximal zehn Personen dürften teilnehmen, ein Aufzug sei nicht gestattet", teilt die Polizei-Pressestelle in Görlitz mit.

Der Zug setzte sich in Richtung Westen in Bewegung, wuchs auf etwa 200 Personen an. Die Einsatzkräfte umschlossen daraufhin nach nur wenigen Minuten den Aufzug im Bereich des Neumarktes und der Rosa-Luxemburg-Straße. In der Folge stellten sie die Identitäten von 98 Teilnehmern fest und fertigten ebenso viele Ordnungswidrigkeitsanzeigen wegen Verstoßes gegen die Corona-Notfall-Verordnung. Nach Augenzeugenberichten währte die Identitätsfeststellung bis gegen 22 Uhr.

Im Zusammenhang mit den polizeilichen Maßnahmen griff ein Versammlungsteilnehmer einen Polizeibeamten tätlich an. Die Beamten erstatteten daraufhin eine Strafanzeige wegen des Angriffs gegen den 55-jährigen Deutschen.

Auch für Bernsdorf und Lauta hatte es Aufrufe zu Jahresabschluss-Spaziergängen gegeben. Auch hier war die Polizei vor Ort. In Bernsdorf trafen sich laut Polizei 27 Personen unter Einhaltung von Abstandsregeln auf der Karl-Liebknecht-Straße unmittelbar vor dem Rathaus und entfernten sich anschließend in Kleinstgruppen in unterschiedlichen Richtungen vom Ereignisort.

In Lauta wurden zehn Teilnehmer gezählt, die Teelichter vorm Rathaus abstellten. Anschließend löste sich diese Gruppe auf. (red)