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Feuerwehr braucht modernes Gerätehaus

Der Wittichenauer Stadtrat hat einstimmig die Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplans für den Zeitraum von 2021 bis 2025 beschlossen.

Rückblick auf die Sitzung des Wittichenauer Stadtrates im Juli 2020: Diese fand im Feuerwehr-Depot Wittichenau statt. Ortswehrleiter Thomas Werner gab einen Überblick über die Bedingungen der Kameraden.
Rückblick auf die Sitzung des Wittichenauer Stadtrates im Juli 2020: Diese fand im Feuerwehr-Depot Wittichenau statt. Ortswehrleiter Thomas Werner gab einen Überblick über die Bedingungen der Kameraden. © Foto: Andreas Kirschke

Wittichenau. Der Stadtrat Wittichenau hat in diesem Jahr einstimmig die Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplans 2021-2025 beschlossen. Dieser beschreibt die Aufgaben zur Sicherstellung des Brandschutzes und der technischen Hilfeleistungen. „Er bewertet die Leistungsfähigkeit der Feuerwehren und leitet erforderliche Maßnahmen ab“, erläuterte Thomas Werner, Wehrleiter in Wittichenau, den Stadträten vor der Beschlussfassung. Der Brandschutzbedarfsplan ist alle fünf Jahre zu überprüfen und fortzuschreiben.

Der jetzige Plan vermerkt, dass „von der Ortsfeuerwehr Wittichenau nicht alle Bereiche des Gemeindegebietes in der geforderten Einsatzzeit von neun Minuten ab Alarmierung (einschließlich vier Minuten Fahrzeit) erreicht werden“, sagte Thomas Werner. In Sollschwitz, Saalau und Maukendorf ist die Erreichbarkeit der Einsatzorte im Gemeindegebiet in rund 90 Prozent der Fälle gegeben. Der Standort Brischko wird vor allem von den Ortsfeuerwehren Wittichenau und Maukendorf erreicht. Derzeit, so der Brandschutzbedarfsplan, sind die Standorte im Raum Wittichenau flächenmäßig gut verteilt.

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Ein Schwerpunkt für die nächsten Jahre ist der Neubau eines modernen, vielseitig und praktisch ausgestatteten Feuerwehr-Gerätehauses für die Ortsfeuerwehr Wittichenau. Das jetzige Depot entstand in den 1970er-Jahren. Trotz Sanierungen entspricht es nicht mehr heutigen Anforderungen. Das trifft auf Bereiche wie Umkleiden, Sanitäreinrichtung, Abgas-Absaugung, Schulungsraum, Lagermöglichkeiten und Büros zu. „Auch die In-Dienst-Stellung eines neuen Tanklöschfahrzeuges (TLF) 4000 im Jahr 2020 als Ablösung für ein 25 Jahre altes Tanklöschfahrzeug zeigte, dass das vorhandene Gerätehaus nicht mehr jetzigen Anforderungen genügt“, sagte Thomas Werner.

„So musste der Hallenboden provisorisch tiefer gesetzt werden, damit das neue Fahrzeug in das bestehende Gerätehaus eingestellt werden kann.“ Mittelfristig soll in Wittichenau auch das 1997 beschaffte Löschfahrzeug LF 16 / 12 durch ein modernes Hilfeleistungs-Löschfahrzeug HLF 20 ersetzt werden. Auch dieses Fahrzeug passt nicht ohne weiteres in die bestehende Fahrzeughalle. Somit werden weitere Provisorien notwendig. Wehrleiter Thomas Werner unterstrich damit die Dringlichkeit und Notwendigkeit eines Gerätehausneubaus. Der wird am jetzigen und zentral gelegenen Standort favorisiert.

„Die Gerätehäuser in den Ortsteilen Brischko, Maukendorf, Saalau und Sollschwitz genügen als Altbestand den zum Zeitpunkt der Entstehung geltenden Anforderungen. Sie gewährleisten die Unterbringung der derzeitig vorhandenen Einsatzfahrzeuge“, heißt es im Brandschutzbedarfsplan. „Das Gerätehaus Sollschwitz hat nach erfolgter Sanierung gute Dienstbedingungen.“ Die Gerätehäuser der Löschgruppen Spohla, Rachlau, Kotten und Dubring sind in einem guten Zustand und zweckmäßig ausgestattet. Anders sieht es im Gerätehaus in Neudorf-Klösterlich aus. Das dort von der Stadt angemietete Gebäude weist erhebliche Schäden im Dach auf. Der jetzige Zustand ist nur eine Notlösung. Die Stadt sucht mit den Kameraden nach Auswegen. Alternativ kommt eine Eingliederung der Neudorfer Ortsfeuerwehr in die Ortsfeuerwehr Wittichenau in Betracht.

Laut Brandschutzbedarfsplan müssen außer der Ortsfeuerwehr Wittichenau auch die Wehren in Sollschwitz und Maukendorf Erstmaßnahmen der Sicherung von Unfall-Stellen und der Technischen Hilfeleistung erfüllen. „Es sind daher entsprechende Geräte zur Sicherung und zum Ausleuchten der Einsatzstellen vorzuhalten“, vermerkt der Brandschutzbedarfsplan.

An wichtigen und notwendigen Technik-Beschaffungen nennt der Plan je eine neue Tragkraftspritze PFPN 10-1500 für die Ortsfeuerwehr Maukendorf und die Ortswehr Sollschwitz, die Umstellung und Anpassung der Atem-Schutz-Gerätetechnik für die Ortswehren Brischko, Maukendorf, Saalau und Sollschwitz sowie den Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Wittichenau. Für die Fahrzeuge LF 16 / 12 in Wittichenau (23 Jahre alt) und LF 8 in Maukendorf (25 Jahre alt) sind Ersatzbeschaffungen zu planen. Nach Möglichkeit im Jahr 2023 sollen die neuen Fahrzeuge kommen. Der Brandschutzbedarfsplan verweist zugleich auf die Bedeutung der örtlichen Sirenen für die Alarmierung hin. „Es sind die Erneuerung der vorhandenen Funkmelde-Empfänger der Ortsfeuerwehr Wittichenau und die Ausrüstung von Ortsfeuerwehren mit weiteren digitalen Melde-Empfängern anzustreben sowie die Sirenen-Standorte im gesamten Gemeindegebiet langfristig zu sichern“, vermerkt er ein Hauptziel.

Als wesentliche Schlussfolgerung für die Zukunft ist festgehalten, dass die bestehenden Strukturen der freiwilligen Ortsfeuerwehren auch unter den Bedingungen des demographischen Wandels ihre Aufgaben gut erfüllen. Das kann jedoch nicht über personelle Probleme der Zukunft hinwegtäuschen. Ziel muss sein, so unterstrich Thomas Werner, die Personalstärken der einzelnen Ortsfeuerwehren weitgehend zu halten und durch konsequente Jugendarbeit zu untermauern. Bei Neueinstellungen in der Stadtverwaltung Wittichenau – vor allem in den Bereichen Bauhof, Hausmeister und Kläranlage – sollen möglichst Personen berücksichtigt werden, die bereits in der Feuerwehr aktiv oder bereit dazu sind.

Derzeit verfügt die Stadt Wittichenau mit der Ortsfeuerwehr Wittichenau über einen aktiven Stamm von 43 Kameraden. Der Personalbestand in den weiteren Wehren betrifft die Löschgruppe Brischko (21 aktive Kameraden), die Löschgruppe Dubring (7), die Löschgruppe Hoske (32), die Löschgruppe Kotten (33), die Ortsfeuerwehr Maukendorf (30), die Löschgruppe Neudorf-Klösterlich (9), die Löschgruppe Rachlau (25), die Ortsfeuerwehr Saalau (30), die Ortsfeuerwehr Sollschwitz (40) und die Löschgruppe Spohla (14).

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