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Ukulele mit Python - für den Youtube-Kanal

Jakob Schierack hat eine Leidenschaft: Die Musik. Der Zoo diente jüngst als Kulisse für sein neues Musikvideo.

Jakob Schierack spielt für sein neuestes Youtube-Video, das teils im Tropenhaus des Zoos Hoyerswerda gedreht wurde. Zoochef Eugène Bruins fand es eine tolle Idee.
Jakob Schierack spielt für sein neuestes Youtube-Video, das teils im Tropenhaus des Zoos Hoyerswerda gedreht wurde. Zoochef Eugène Bruins fand es eine tolle Idee. © Foto: Silke Richter

Von Silke Richter

Hoyerswerda. Carlos und Carla hängen in den Bäumen ab. Dabei gibt sich Zooleiter Eugène Bruins so viel Mühe. Doch selbst das leckerste Futter kann die beiden Faultiere heute nicht herunterlocken. Also wird umdisponiert. Kein Problem. Sind doch auch die zwei Königs-Pythons den Kontakt zu Besuchern gewöhnt.

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Und warum der ganze Aufwand? Im Zoo wird ein Video gedreht. Der Protagonist und Initiator des Projektes heißt Jakob Schierack. Der 18-Jährige ist Hobbymusiker, wohnt in Keula und hat bereits zwei Videos bei Youtube veröffentlicht.

In den Musikfilmen werden Erlebnisse, Träume und Gedanken reflektiert, mit denen sich die heutige junge Generation auseinandersetzt, kombiniert mit einzigarten Szenen und Stadtansichten aus Hoyerswerda und der Lausitz. Da ist anfangs die borkige Rinde eines alten Baumes, an dem Jakob Schierack wenig später im Schnelldurchlauf vorbei düst. Bruchteile von Sekunden später aalt sich der 18-Jährige in einem Tierkostüm in einer Badewanne, die auf der Schwarzen Elster schwimmt. Oder ist es doch die Wudra? Der Name des Flusses spielt aber keine so wichtige Rolle. Endet die Szene für den Wittichenauer doch sowieso unsanft im eiskalten Wasser, bevor er in seinem Bett schlaftrunken aufwacht. Alles nur ein wilder Traum, Wunschvision oder Wirklichkeit? Die Frage bleibt offen, während der Morgen danach chaotisch weitergeht. Mittendrin wieder der plötzliche Sprung in eine völlig andere Welt, in der ein kleiner Junge auf einem Lausitzer Bauernhof fröhlich und voller Lebensfreude Akkordeon spielt. Sein Publikum: Hausschweine. Gedanklich geht es jetzt wieder zurück in das verlassene Haus und zum kraftstrotzenden, jungen Birkenbaum.

Es sind Einblicke durch die Brille eines 18-Jährigen, der in seiner nächsten Musikgeschichte Müll aufsammelt, sich Gedanken über die Erde und die Umwelt macht und nach dem Sinn des Lebens fragt. Eine Kombination aus jugendlichem Charme, einem Hauch von klischeebehafteter Romantik, Chaos, Struktur, Erinnerungen, kleinen und großen Weltproblemen.

Jakob Schierack singt nicht nur, er komponiert und schreibt seine Songs selbst. Seine Gesangstimme würde von Musikprofis wohl die Bezeichnung „Wiedererkennungswert“ bekommen. Der Hobbymusiker hat im Alter von fünf Jahren das Gitarrenspiel erlernt, im Lessinggymnasium sein Abitur abgelegt und ist Mitglied der regionalen Band Micropolis, deren Musiker aus Wittichenau und Lohsa stammen. Seit Beginn des neuen Schuljahres absolviert er seinen Bundesfreiwilligendienst im Seenlandklinikum Hoyerswerda. Wohin die berufliche Reise gehen wird, weiß Jakob Schierack nicht genau. Vielleicht wird er Arzt oder Forscher. Die medizinische Richtung ist aber fest eingeplant. Und seine Musik sowieso. Denn ein Leben ohne sie kann sich der 18-Jährige nicht mehr vorstellen.

Mittlerweile haben die beiden Würgeschlangen einen Platz gefunden. Ein Python hängt um Jakobs Hals, während die andere auf seinem Schoß liegt. Währenddessen fängt Maximilian Herold die Momente mit der Kamera ein. Alice Kostorz hat derweil ein wachsames Auge auf die Schlangen. Und auch Zoodirektor Eugène Bruins zeigt sich von dem Musikprojekt begeistert: „Wir unterstützen gern den Nachwuchs und die Bands aus unserer Region. Was Jakob Schierack und sein Team auf die Beine stellt ist großartig. Vielleicht klappt es demnächst mit einem Auftritt im Zoo. Den Namen Jakob Schierack sollte man sich jedenfalls gut merken.“ (SiRi)

Link Youtube

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