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Gassigang bringt Pflichten mit sich

Alle Hundehalter sollen helfen, Hoyerswerda sauber zu halten / Steuermittel sind nicht extra für die „Nachsorge“ da

Ute Hempel an der Stelle, an der sie eine unliebsame Überraschung vorfand. Da machte es auch das Über-Nacht-Eintüten (aber Stehenlassen ...) nicht viel besser.
Ute Hempel an der Stelle, an der sie eine unliebsame Überraschung vorfand. Da machte es auch das Über-Nacht-Eintüten (aber Stehenlassen ...) nicht viel besser. © Foto: Katrin Demczenko

Von Katrin Demczenko

Hoyerswerda. Menschen halten Hunde, weil diese für sie ein wichtiger Teil ihrer Familie sind. Ob Dackel, oder Bernhardiner: jedes Tier hat seinen Schlafplatz, bekommt zu fressen, und tägliche Spaziergänge machen dem Besitzer wie dem Vierbeiner Freude. Doch draußen verbringen die beiden nicht nur angenehm die Freizeit. Der Hund verrichtet auf den Wiesen auch seine Notdurft. Die meisten Hundehalter beseitigen den Kot und entsorgen ihn, wie das die Polizeiverordnung der Stadt Hoyerswerda verlangt. Aber das tun leider nicht alle.

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Von einem negativen Beispiel kann Ute Hempel erzählen, die jetzt im Frühling vor ihrem Hauseingang ein hübsches Blumenbeet angelegt hat. Eines Morgens schaute die Seniorin nach den Pflanzen und fand auf dem Beet einen Hundehaufen vor. Von einem Hund und seinem Besitzer war natürlich nichts zu sehen. Ute Hempel hat also mit einem selbstgeschriebenen Schild ihren Abscheu ausgedrückt. Am nächsten Tag stand das Häufchen eingetütet neben den Blumen. So hat sich die Mieterin, die ihr Wohnumfeld verschönern wollte, das Mitwirken des Hundehalters jedenfalls nicht vorgestellt und sie fragt zu Recht: „Wo bleibt denn da die Verantwortung?“.

Das Thema Hundekotbeseitigung beschäftigt natürlich auch die beiden Hoyerswerdaer Hunde-Vereine, die alle Besucher ihrer Kurse immer wieder auf die Pflicht zur Beseitigung der Hinterlassenschaften ihrer Tiere hinweisen. Auf den Vereinsgeländen liegen sowieso Tüten dafür aus. Der Vorsitzende des „Pfote drauf!“ e. V., Axel Görner, weist auf eine Gefahr hin, die von liegengelassenem Kot ausgeht. Vierbeiner haben leider die Angewohnheit, die Häufchen ihrer Artgenossen zu beschnuppern – und auch ins Maul zu nehmen. Eventuell können sich über diesen Weg Krankheitskeime von Hund zu Hund verbreiten.

Die stellvertretende Vorsitzende der Hundefreunde Hoyerswerda e. V., Cornelia Henke, konstatiert fehlende Rücksichtnahme einiger Hundehalter gegenüber der restlichen Bevölkerung. Wenn sie selbst die Hinterlassenschaften ihrer Golden Retriever einsammelt, tritt sie manchmal auf ein herumliegendes Häufchen von einem anderen Tier. Cornelia Henke findet: Es gibt in der Stadt zu wenig Hundetoiletten, also Beutelspender samt Papierkorb. Darüber hinaus könnte Hoyerswerda die erhobene Pflicht zum Entsorgen der tierischen Hinterlassenschaften auch mal kontrollieren. Diese Dinge fordert sie ein – und weiß gleichzeitig, dass die Stadt die Hundesteuer nicht speziell für die Belange der Hundehalter einsetzen muss.

Das bestätigt das Bürgeramt Hoyerswerda: „Gemäß § 3 Abgabenordnung sind Steuern Geldleistungen, die NICHT eine Gegenleistung für eine besondere Leistung darstellen ... Steuern sind Einnahmemittel zur Deckung des allgemeinen Finanzbedarfs im Rahmen der Erfüllung der öffentlichen Aufgaben.“

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