merken
PLUS Hoyerswerda

Größter Kartoffeldruck fertiggestellt

Nach dem Stempeln folgte die Montage und nun kürzlich die Präsentation. Das Werk ist jetzt im Bürgerzentrum zu sehen.

Thomas Stolle war einer der Helfer beim Aufbringen der Leinwände auf große Platten.
Thomas Stolle war einer der Helfer beim Aufbringen der Leinwände auf große Platten. © Foto: Juliane Mietzsch

Hoyerswerda. Lediglich 10 MB groß sind die Daten, die Jens-Uwe Röhl digital vorliegen. 450 Dateien sind die Grundlage für ein groß angelegtes analoges Projekt. Das Ergebnis ist nun auf einer 2,5 mal zwei Meter großen Fläche zu sehen. Mittels Kartoffeldruck wurde die digitale mit der analogen Welt verbunden.

Die Idee dazu hat der Vereinsvorsitzende des Kulturfabrik Hoyerswerda e. V. schon länger beschäftigt. Nur die Zeit fehlte. Die Pandemie und das Zuhausebleiben boten die Chance: Plötzlich haben alle mehr Zeit und weniger Möglichkeiten die Freizeit zu gestalten. Mindestens 54 Personen haben sich an der Umsetzung beteiligt, haben 221 Leinwände mit einer Größe von 15 mal 15 Zentimetern gewissermaßen mit Pixeln bedruckt.

Einkaufen und Schenken
Nur einen Klick entfernt
Nur einen Klick entfernt

Hier erhalten Sie nützliche Tipps und die aktuellsten Neuigkeiten rund ums Thema Einkaufen und Geschenke aus Ihrer Region.

Nicht knallbunt, aber vielfältig

Alles begann vor einigen Wochen mit der Auswahl eines geeigneten Motivs. Dabei war „Röhli“ wichtig, etwas ausdrucksstarkes zu wählen, das eine Verbindung zu dem Bürgerzentrum in der Altstadt hat. Eine Vorauswahl war schnell getroffen. Die Wahl fiel auf ein Foto, das eine dynamische Szene zeigt. „Das scheint mir optimistischer“, so der Initiator über die Entscheidung. Das Bild ist seiner Meinung nach nicht „knallbunt“, aber kann trotzdem „verschiedene Farbwelten“ aufzeigen.

Dann folgte die digitale Bearbeitung. Verschiedene Programme waren nötig, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Letztendlich liegt ein Foto vor, das überdeckt ist mit einer Vielzahl an Hilfslinien und verschiedene Ebenen besitzt. So ist jeder der 24 Farbtöne einzeln abrufbar. Per Zoom werden die knapp 50.000 Pixel auf dem Bildschirm sichtbar, die in Handarbeit auf die Quadrate aufgebracht wurden.

Jede einzelne Leinwand hat wenig Aussagekraft. Mit etwas Fantasie lässt sich darin etwas erkennen, aber es braucht die Gesamtheit, um ein klares Bild abzugeben. Das war zu beobachten, als alle Leinwände wieder an Jens-Uwe Röhl zurückgegeben und so nach und nach aneinandergereiht wurden. Die derzeit leeren Räume in der Braugasse 1 waren gut dafür geeignet. Während in der Kreativwerkstatt die Ausgabe der Vorlagen und Farben stattfand, wurde das Bild auf dem Boden des Cafés ausgelegt.

In den letzten Tagen folgte dann der finale Schritt in der Fertigstellung. Alle Einzelbilder wurden auf drei großen Platten fixiert und letztendlich aneinander montiert. Einige helfende Hände aus dem Verein haben ihren Vorsitzenden dabei unterstützt. Während in der hauseigenen Werkstatt noch Holzstreben gefertigt wurden, begann im Café Auszeit schon das Kleben. Vorher wurde alles an die richtige Stelle gelegt, ausgerichtet, kontrolliert. Ab und zu kommt die Frage auf, ob das Quadrat richtig herum positioniert ist. Ein Blick auf die Vorlage klärt schnell auf. Manche Beteiligte haben sich selbst auf der Rückseite eine Notiz ‚oben‘ hinterlassen.

So sind die Leinwände auch entsprechend des Masterplans alle mit einer Nummer versehen. Kleinteilig ist in jedem Kästchen notiert, welche Farben benötigt werden. In kleinen Beuteln wurden den Mitwirkenden die eigens dafür gemischten Farbtöne mit nach Hause gegeben. Die Materialkosten sind dank zweier Spenden aus der Familie Röhl vollumfänglich gedeckt.

Vor Ostern enthüllt

Über die große Resonanz und den Erfolg dieses gemeinschaftlichen Kartoffeldrucks zeigt sich „Röhli“ erstaunt und froh. Wer ganz genau beteiligt ist, lässt sich nicht exakt sagen, da teilweise Kinder und Enkel mitstempelten. Anfangs als „gemeinschaftsbildende Maßnahme“ angekündigt, ist auch diese Idee aufgegangen. Obwohl jeder bei sich zu Hause tätig wurde, so haben doch eine Menge Menschen gemeinsam etwas geschaffen. Jetzt ist das Gemeinschaftswerk auch öffentlich zu sehen. Unter anderen Umständen wäre eine Vernissage wünschenswert gewesen, bedauert Jens-Uwe Röhl. Seit Anfang der Woche war das Bild bereits verhüllt im oberen Foyer des Bürgerzentrums zu sehen gewesen. Seit dem Donnerstagnachmittag ist es von der Schloßstraße aus im Fenster über dem Eingang für jeden zu sehen.

Das Motiv zeigt eine Probenszene der Tanzkompanie der Kulturfabrik, die mittlerweile seit mehreren Jahren besteht und über die Stadtgrenzen hinaus für die Produktionen bekannt ist. Über ein neues Projekt denken die Verantwortlichen auch schon nach.

Mehr zum Thema Hoyerswerda