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Abbruch für Eigenheimgebiet

Fünf Jahre nach Erstellung des Bebauungsplanes tut sich was „Am Adler“ in Hoyerswerda. Doch die Erschließung kommt erst 2022.

Von hier aus soll das geplante Eigenheimgebiet „Am Adler“ erschlossen werden. Derzeit ist das die Baustellenausfahrt für den Abtransport der Abbruchmassen.
Von hier aus soll das geplante Eigenheimgebiet „Am Adler“ erschlossen werden. Derzeit ist das die Baustellenausfahrt für den Abtransport der Abbruchmassen. © Foto: Uwe Schulz

Hoyerswerda. Es ist in diesem Jahr 100 Jahre her, dass am Adler eine Sportstätte eingeweiht wurde, auf der man Fußball spielen konnte. Aus dem Sportverein Hoyerswerda 1919 wurde später die Betriebssportgemeinschaft Aufbau Hoyerswerda und nach der Wende war es letztlich die Spielvereinigung Hoyerswerda 1919.

Der Sportplatz, zu DDR-Zeiten als Aufbau-Stadion ausgebaut und in Besitz des Wohnungsbaukombinates Cottbus, gehörte nach der deutschen Wiedervereinigung dem Rechtsnachfolger Lausitzer Bauunternehmen und dann der übernehmenden Süba. Die meldete im März 2002 Insolvenz an. Davon betroffen waren auch die 1919-Fußballer. Der Verein sollte das Areal erwerben oder es bis Ende August 2006 räumen. Der Kauf war nicht zu stemmen. Die Wohnungsgesellschaft Hoyerswerda (WH) sprang ein, kaufte das Areal, übergab die Bewirtschaftung aber an die Stadt, die wiederum mit dem HSV 1919 einen Bewirtschaftungsvertrag abschloss.

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1919-Vorstandsvorsitzender Maik Tank tönte damals, dass man nun 25 Jahre Ruhe habe. Fünf Jahre später sah sich der Verein aber nicht mehr in der Lage, diesen Platz zu bewirtschaften. Doch was macht ein Großvermieter mit einem Sportplatz, den niemand mehr benötigt? Man dachte schon vor zehn Jahren über einen Eigenheimstandort nach. Aber das Projekt hatte keine Priorität. Auf einer Teilfläche bezog ein Hundeverein sein Domizil. 2015 gab es einen städtebaulichen Vorvertrag für die Umwandlung in ein Wohngebiet. Im Rahmen des erforderlichen Bebauungsplanverfahrens wurde das Areal aus dem Landschaftsschutzgebiet Lauta-Hoyerswerda-Wittichenau herausgelöst.

Der fertige Bebauungsplan sah dann eine ringartige Erschließungsstraße für den ehemaligen Hartplatz des Stadions vor mit Zufahrt von der Straße Am Adler aus. Platz ist für 15 Einfamilienhäuser bzw. Doppelhaushälften, die maximal neun Meter hoch sein dürfen. Doch die WH wollte weder als Bauträger auftreten, noch das Areal selbst erschließen und dann vermarkten. Sie suchte vielmehr einen Partner. Entsprechend verschoben sich die Angaben, wann denn hier gebaut werden könnte, immer weiter.

Ende 2020 veräußerte die WH den oberen Bereich des einstigen Sportplatzes schließlich an eine Firma aus der Stadtregion, die sich nun der Erschließung und Vermarktung des Eigenheimstandortes annimmt, wie sowohl WH-Geschäftsführer Steffen Markgraf als auch der Erwerber bestätigen. Bedarf an Eigenheimen und Interesse für den Standort sind da. Im Frühjahr wurden mit Ausnahme der Mauer zur Adler-Straße hin alle Aufbauten, auch das ehemalige Sportlerheim, abgerissen. Die Massen werden nun nach und nach abtransportiert. Doch da die Erschließung des Eigenheimgebietes erst 2022 erfolgen soll, will der Investor derzeit noch in der Deckung bleiben, da jetzt weder ein Verkauf der geplanten Grundstücke möglich ist noch eine Angabe zum tatsächlichen Quadratmeterpreis.

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