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PLUS Hoyerswerda

Kinderärztinnen arbeiten im Netzwerk

Die enge Kooperation auf dem Gebiet der Pädiatrie wird allgemein als großes Plus angesehen.

Dr. Petra Jesche (links) leitete die Kinderklinik am Krankenhaus, Stefanie Schieber die Pädiatrie-Praxis des Klinikums-MVZ.
Dr. Petra Jesche (links) leitete die Kinderklinik am Krankenhaus, Stefanie Schieber die Pädiatrie-Praxis des Klinikums-MVZ. © Foto: Gernot Menzel

Hoyerswerda. Husten, Schnupfen, Fieber, Bauchweh, Durchfall und Erbrechen sowie regelmäßige Impfungen mögen zu den hauptsächlichen Themen in einer Kinderarztpraxis gehören. „Aber die offiziellen Sprechzeiten sind ja nur ein Teil der tatsächlichen Arbeitszeit“, berichtet die Hoyerswerdaer Kinderärztin Katja Meixner. Da wären, sagt sie, überdies Vorsorge-, Tauglichkeits- oder Jugendarbeitsschutzuntersuchungen, das Abklären von Entwicklungsproblemen, Routinekontrollen bei chronischen Krankheiten, Allergie-Diagnostik, das Ausstellen von Attesten sowie der wachsende Bedarf auf dem Feld der zunehmenden psychisch-psychosomatischen Erkrankungen.

Katja Meixner ist eine von vier niedergelassenen Kinderärztinnen in Hoyerswerda. Dazu kommt Birgit Maleck in Groß Särchen. „In der Stadt Hoyerswerda und der Umgebung ist die pädiatrische Versorgung derzeit gut“, meldet die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen. Die Daten aus dem Familienkompass von Sächsischer Zeitung, Leipziger Volkszeitung und Freier Presse zeigen immerhin relative Zufriedenheit. Während es in der Kategorie „Genügend Hausärzte“ für die Stadt die Note 3,44 gibt, zeigt die Rubrik „Genügend Kinderärzte“ mit der Note 2,80 bessere Werte. Und mit einem Altersschnitt von 49 sind die fünf Kinder- und Jugendärztinnen auch noch jünger als die Allgemeinmediziner, also zumindest theoretisch länger verfügbar.

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„Wir haben eine gute, freundschaftliche Zusammenarbeit“, sagt Kinderärztin Stefanie Schieber. Sie führt die Pädiatriepraxis am Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) des Seenland-Klinikums. Ihre Einschätzung bezieht sich nicht nur auf ihre vier Kolleginnen Katja Meixner, Dr. Eva Vrsanska, Ramona Schwibs und Birgit Maleck, sondern auch auf die Kinderklinik am Seenland-Klinikum. Deren Chefärztin Dr. Petra Jesche spricht von unheimlich guten Versorgungsbedingungen: „Wir sind glücklich, dass die Ärztinnen da sind.“ In Spremberg, Senftenberg und Kamenz zum Beispiel stehen Familien jeweils lediglich zwei Kinderarzt-Praxen zur Verfügung.

Dr. Jesche sagt, in der Klinik sowie in den Praxen sei zwar durchaus relativ viel zu tun – siehe die Aussagen von Katja Meixner – aber die Versorgung sei doch gut sicherzustellen. Die letzte große Verbesserung sei die Einrichtung der Bereitschaftspraxis der Kassenärztlichen Vereinigung im Krankenhaus gewesen. Die KV, sprich die örtlichen Kinderärztinnen, bieten hier an Wochenenden, Feier- und Brückentagen von 9 bis 13 Uhr ihre Dienste an. Statt wie bis zum vorigen Jahr je nach Dienstplan in den Praxen wird nun in einem Behandlungszimmer im Erdgeschoss des Klinikums geholfen. „Die Eltern müssen also nicht mehr suchen, welche Kollegin gerade Bereitschaft hat“, erklärt Stefanie Schieber. „Und es ist eine Entlastung für uns in der Klinik“, fügt Dr. Petra Jesche an.

Das Seenland-Klinikum hat zu Jahresbeginn für seine Pädiatrie bereits zum sechsten Mal seit 2009 das jeweils zwei Jahre gültige Gütesiegel „Ausgezeichnet. Für Kinder“ erhalten. Die Gesellschaft der Kinderkrankenhäuser und Kinderabteilungen in Deutschland untersucht dafür nach vorher festgelegten Kriterien die sogenannte Strukturqualität. „Die ausgezeichneten Kliniken müssen zeigen, dass sie nicht nur eine gute Basisversorgung anbieten, sondern auch Netzwerke aufgebaut haben, die eine gute Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit seltenen und schwerwiegenden Krankheitsbildern sicher stellen“, erläutert die als Verein organisierte Gesellschaft.

Und so ist im Krankenhaus auch bekannt, wo die niedergelassenen Kolleginnen sich eigentlich von der Nähe des Krankenhauses mehr versprechen würden. Bestimmte Diagnostik-Verfahren sind im Klinikum zwar möglich, allerdings nur bei stationär behandelten Kindern. Einige spezielle Untersuchungen, die auch ambulant erledigt werden können, zahlen die Krankenkassen nicht. Und so müssen dann Familien wegen des Prinzips „ambulant vor stationär“ auch zu Dr. Jesches Bedauern zu Spezial-Ambulanzen etwa nach Dresden geschickt werden. Die berühmte wohnortnahe Versorgung ist das nicht mehr.

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