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LebensRäume geben die Fremdverwaltung auf

Das Marktsegment wird durch Neuregelungen immer herausfordernder. Die städtische Wohnungsgesellschaft hält trotzdem daran fest.

Die Eigentümergemeinschaft „Am Park“ in Hoyerswerdas WK I besteht aus vier Wohnblöcken an der Clara-Zetkin- und der Franz-Mehring-Straße.
Die Eigentümergemeinschaft „Am Park“ in Hoyerswerdas WK I besteht aus vier Wohnblöcken an der Clara-Zetkin- und der Franz-Mehring-Straße. © Foto: Ralf Grunert

Hoyerswerda. Neben den Briefkasten-Anlagen in den Wohnhäusern der Eigentümergemeinschaft „Am Park“ im Hoyerswerdaer WK I gibt es so kleine Aufkleber: „Ihr Verwalter“. Darunter ist ein Kontakt bei der LebensRäume-Genossenschaft angegeben. „Es ist eine sehr spezielle Rechtsmaterie, die nur bedingt mit unserem üblichen Geschäft zu tun hat“, sagt LebensRäume-Vorstand Axel Fietzek.

Der Aufwand sei sehr groß, und weil es lediglich um rund 500 fremdverwaltete Wohnungen in Wohneigentümergemeinschaften (WEG) geht, recht ineffektiv. Zum Vergleich: Im eigenen Bestand hat die Genossenschaft momentan so um die 6.700 Wohnungen.

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Jüngste Anpassungen in der WEG-Gesetzgebung haben die LebensRäume nun zum Anlass genommen, auf umständliche Anpassungen zu verzichten und sich stattdessen aus dem Geschäftszweig zurückzuziehen. „Vorstand und Aufsichtsrat der LebensRäume Hoyerswerda eG haben in diesem Zusammenhang entschieden, sich aus strategischen Gründen vom Geschäftsfeld WEG- und Fremdverwaltung zu trennen“, heißt es in einem Brief an die Eigentümer.

Verwalter aus Dresden springt ein

Axel Fietzek sagt, man wolle die bisher mit WEG beschäftigten Mitarbeiter lieber im Kerngeschäft einsetzen, nämlich bei der Betreuung der eigenen Mieter beziehungsweise Mitglieder und der Neumieter-Gewinnung. Die betroffenen Eigentümer haben ihre Wohnungen nicht nur, aber vor allem in Hoyerswerda. Denn die WEG-Verwaltung durch die Genossenschaft war zunächst ein Ergebnis der in den 1990ern im ersten Altschuldenhilfegesetz des Bundes für die ostdeutsche Wohnungswirtschaft geforderten Privatisierung einer bestimmten Anzahl an Wohnungen. Später kamen bei den LebensRäumen immer mal wieder neue Partner hinzu. So hatte sich am Dienstag auch der Spreetaler Gemeinderat mit der Angelegenheit zu befassen. Denn der Gemeinde gehören zehn bisher von der Genossenschaft betreute Wohnungen in der Burgneudorfer Siedlung. Die Gemeinderäte hatten Verständnis. „Mietwohnungsverwaltung kann sehr aufwendig werden“, meinte etwa Rat Norbert Meyer.

Da Spreetal auf die Schnelle aber keinen anderen Verwalter gefunden hat, greift die Gemeinde auf eine Lösung zurück, die die Genossenschaft auch den anderen Eigentümern angeboten hat. Zunächst für ein Jahr steigt ab Januar die Dresdener das-immomanagement GmbH in die existierenden Verwaltungsverträge ein. „Wir sind überzeugt, das die fachlich kompetent sind“, sagt Axel Fietzek. Das Unternehmen ist 2002 gegründet worden und verwaltet nach eigenen Angaben rund 4.500 Wohnungen in Sachsen, Brandenburg, Berlin und Sachsen-Anhalt. So gibt es bereits Büros in Cottbus und in Lauchhammer. Ein weiteres soll nun am Sitz der LebensRäume in der Niederkirchnerstraße etabliert werden. Entscheiden sich die Eigentümer nicht anders, laufen die Verträge bis Ende nächsten Jahres einfach weiter. Es ändert sich nur der Ansprechpartner. Für danach braucht es dann neue Vereinbarungen – entweder mit der immomanagement oder auch mit einem anderen Verwalter. So ist die städtische Wohnungsgesellschaft Hoyerswerda (WH) derzeit Partner für ungefähr 30 Eigentümergemeinschaften.

Verstärkte Aktivität bemerkt

WH-Sprecher Christian Frank erklärt, man bemerke in dem Segment seit dem Sommer verstärkte Aktivitäten. Grundsätzlich seien Gespräche kein Problem: „Abschlüsse mit WEGs sind erfolgt, ebenso aber auch Absagen.“ So hatte sich auch die Gemeinde Spreetal mit der WH in Verbindung gesetzt. Für ihre verhältnismäßig kleine Zahl an Wohnungen in Burgneudorf gab es aber letztlich keine Übereinkunft.

Als wichtigstes Kriterium für die Auswahl nennt Frank den Anspruch, dass die eigenen Qualitätsansprüche an kaufmännische, technische und juristische Leistungen nicht leiden dürften: „Neue Verwaltungen übernehmen wir, wenn wir die Kapazitäten haben, die Anforderungen der WEGs zu erfüllen.“ Gegenwärtig, so der WH-Sprecher lägen jedenfalls ziemlich viele interessante Anfragen vor.

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