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100 Gramm Königspython

Der Hoyerswerdaer Zoo hat die Inventur abgeschlossen. 2020 gab es reichlich Nachwuchs.

Der schwerste der vier jungen Königsypythons brachte am Donnerstag bereits fast 100 Gramm auf die Waage. Wenn er mal groß ist, können es um die zwei Kilogramm sein.
Der schwerste der vier jungen Königsypythons brachte am Donnerstag bereits fast 100 Gramm auf die Waage. Wenn er mal groß ist, können es um die zwei Kilogramm sein. © Foto: Uwe Schulz

Hoyerswerda. Wer lässt sich schon gerne messen und wiegen? Der kleine Königspython jedenfalls nicht. Er entleert sich erst einmal. Auf der Waage kringelt er sich sofort zusammen, Kopf nach innen. 99,9 Gramm sagt die Waage. Die beiden Zootierpflegerinnen nehmen mit einem Bindfaden seine Länge ab und lesen diese dann am Zollstock ab. 47 Zentimeter lang ist der kleine Kerl, von der Kloake bis zur Schwanzspitze sind es 3,5 Zentimeter.

Zoochef Eugène Bruins ist zufrieden. Er hat alle Werte notiert. Auch von den drei anderen Pythons, allesamt etwas kleiner und leichter. Die Würgeschlangen dürfen wieder in ihre Kunststoffboxen und sich verkriechen.

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Dann sind die Kragenechsen dran. Wiegen im Jute-Beutel und dann gründliches Vermessen. Denn von den sechs Tieren sind zwei Neuzugänge. Eugène Bruins hatte sich zwei Weibchen organisiert. Allerdings hat er den Verdacht, dass eines der beiden Tiere doch ein Männchen ist. Damit wären dann drei in der Gruppe und das gehe wohl gar nicht gut. Die Geschlechtsmerkmale sind nicht eindeutig bestimmbar. Und selbst nach dem Messen von Kopfbreite und -länge, dem Durchmesser des Kragens ist die Sache nicht eindeutig klar, also wird man sich das weiterhin anschauen. Wenn ein Männchen dabei sein sollte, geht es zurück zum Züchter.

Ortswechsel. Im Gehege der Ouessant-Schafe sollen die beiden acht Jahre alten Tiere Biene und Maja, jeweils um die 19 Kilogramm schwer, gekerbt werden, um sie besser unterscheiden zu können. Männliche Tiere bekommen die Kerbe ins linke Ohr geknipst, weibliche ins rechte. Ein bisschen Blauspray drauf, fertig.

Im Zoo Hoyerswerda wird der Abschluss der Zooinventur stets mit so einer Mess- und Wiegeaktion abgeschlossen. Für das Jahr 2020 hat man 910 Tiere in 120 Arten dokumentiert. Das sind drei Arten weniger, aber 114 Individuen mehr als Ende 2019. Vor allem bei den Wirbellosen, den Fischen und Amphibien gibt es stets große Schwankungen. Bei den Reptilien, Vögeln und Säugetieren bleibt es hingegen auf einem gewissen Level. Im Jahr 2020 ist die zehnköpfige Pinguin-Gruppe neu hinzugekommen. Es gab reichlich Nachwuchs bei 21 Arten, wobei dem bei den Baumstachlern, bei den Kugelgürteltieren und bei den China-Leoparden, laut Eugène Bruins die einzige Nachzucht in 2020 in Deutschland, die meiste Aufmerksamkeit gewidmet wurde.

„Viele der Nachzuchten bereichern nun andere Zoos. So leben beispielsweise auch die zwei Mandschurenkraniche in Tschechien und Deutschland, und die drei Kängurus sind innerhalb Sachsens umgezogen“, teilt Zoo-Sprecherin Stefanie Jürß mit. Vier Steinkauz-Jungtiere konnten in Brandenburg ausgewildert werden. Es gab freilich auch Abgänge durch Todesfolge. So starben beispielsweise eine Rappenantilope, eine Schneeeule und ein Esel.

In 2020 ist auch baulich im Zoo Hoyerswerda einiges passiert. Im Mai konnte China Leoparden-Männchen San seine neue großzügige Anlage beziehen. Die Pinguin-Anlage wurde saniert und neu gestaltet. Komplett neu im Zoo ist die Insektenlounge. Auch ein Dinosaurier ist im Zoo Hoyerswerda eingezogen. Die naturgetreue Plastik steht in der Anlage von Emu und den Bennett-Kängurus und hat neben Emu Hilde eine pädagogische Rolle. Sie erklärt, dass es immer noch Dinos auf der Welt gibt: nämlich die Vögel.

An der Neugestaltung der Serval-Anlage wird seit Dezember 2020 gearbeitet. Die beiden kleinen Raubkatzen erhalten ein größeres Areal. Ihre jetzige Anlage wird nach vorn hin fast um das doppelte vergrößert und erhält ein Badebecken.

Begonnen haben auch die Bauarbeiten für die neue Voliere der Kolkraben. Die Anlage entsteht auf dem ehemaligen Areal der Kolkraben und des Rosakakadus in der Fasanerie. Mit einem Rohrstecksystem und Volieren-Netz wird das neue Zuhause der Raben dreimal so groß sein wie die bisherige Anlage. Und im Tropenhaus wurde in den letzten Tagen fleißig gemauert. Zwei neue organisch geformte Bereiche für Pflanzen sind hier entstanden. Sie werden etliche der bisherigen Kübelpflanzen ersetzen.

Die Dreifarbenglanzstare haben auch Nachwuchs gehabt im vergangenen Jahr.
Die Dreifarbenglanzstare haben auch Nachwuchs gehabt im vergangenen Jahr. © Foto: Uwe Schulz
Ouessant-Schaf „Biene“ bekam im Rahmen der Inventur eine Kerbe ins rechte Ohr.
Ouessant-Schaf „Biene“ bekam im Rahmen der Inventur eine Kerbe ins rechte Ohr. © Foto: Uwe Schulz
Männchen oder Weibchen? Bei der Kragenechse war das auch nach dem Vermessen nicht klar.
Männchen oder Weibchen? Bei der Kragenechse war das auch nach dem Vermessen nicht klar. © Foto: Uwe Schulz

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