Hoyerswerda
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2022 war ein unterdurchschnittliches Flutungsjahr in der Lausitz

Die Trockenheit hat Folgen. Die LMBV hat jetzt die ersten Zahlen veröffentlicht. Schwacher Trost: Die Vorjahre waren noch schlimmer.

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In der Sedlitzer Bucht des Sedlitzer Sees ist das Wasser deutlich gestiegen.
In der Sedlitzer Bucht des Sedlitzer Sees ist das Wasser deutlich gestiegen. © Archivfoto: Uwe Schulz

Senftenberg. Die Schwarze Elster war auch 2022 wegen ausbleibender Niederschläge und durch die Auswirkungen der zurückliegenden Trockenjahre von geringen Abflussmengen geprägt. Im Juni fiel die Schwarze Elster zum wiederholten Male trocken. Zunächst im Bereich Senftenberg/Koschen, dann immer weiter bis nach Hoyerswerda.

Eine Stützung des Unterlaufs der Schwarzen Elster aus der Restlochkette über die Rainitza erfolgte ab Anfang April 2022 durchgehend bis zum Jahresende, teilt die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV) mit. Insgesamt wurden zur Stützung der Schwarzen Elster aus der Restlochkette rund 6 Mio. Kubikmeter Wasser über die Rainitza von der LMBV abgegeben und der Schwarzen Elster unweit des LMBV-Sitzes in Senftenberg zugeführt. Insgesamt konnte die LMBV nach vorläufigen Zusammenstellungen der Daten im Jahr 2022 108 Mio. Kubikmeter Wasser in ihre Bergbaufolgegewässer einleiten und bis zu 98 Mio. Kubikmeter im gleichen Zeitraum an die Vorflut u.a. zur Stützung in Niedrigwasserzeiten und zum ökologischen Erhalt abgeben.

In Mitteldeutschland konnten im Jahr 2022 rund 22 Mio. m³ von der LMBV für die Flutung und Nachsorge aus den Vorflutern herangezogen werden. Mit einer Flutungswassermenge von rund 9 Mio. m³ aus der Weißen Elster bildet der Zwenkauer See laut LMBV den Schwerpunkt in Mitteldeutschland. In den Geiseltalsee konnten rund 5,6 Mio. m³ und in den Haselbacher See rund 3,5 Mio. m³ eingeleitet werden.

Die LMBV-Ausleitungsmengen der Bergbaufolgeseen in Mitteldeutschland betragen in Summe für das Jahr 2022 rund 33,5 Mio. m³.Mit rund 86 Mio. m³ reiht sich das Jahr 2022 hinsichtlich der Flutungswassermenge der LMBV in der Lausitz eher unterdurchschnittlich ein, so Maik Ulrich. Leiter der LMBV-Flutungszentrale Lausitz. Allerdings hebt sich das Jahr im Vergleich zu den zurückliegenden Trockenjahren positiv ab, so Dr. Oliver Totsche, zuständiger LMBV-Abteilungsleiter.

Der „Hauptspender“ für die Lausitzer Flutungsprozesse war 2022 erneut wieder die Spree mit rund 62,5 Mio. m³ – während die Schwarze Elster etwa 15, 9 Mio. m³ und Neiße (nur) 7,6 Mio. m³ im Jahr beisteuern konnten. Hauptsächlich im I. und IV. Quartal des Jahres 2022 konnte geflutet werden.

Hauptabnehmer in Sachsen waren der Speicher Lohsa II mit 17,8 Mio. m³, der Bärwalder See (Speicher Bärwalde) mit etwa 16,6 Mio. m³ und der Bernsteinsee (Speicherbecken Burghammer) mit etwa 10 Mio. m³.Schwerpunkt der Flutungen war im Brandenburgischen Teil der Lausitz jedoch der Sedlitzer See, dem rund 36 Mio. m³ – darunter auch aus Überleitungen aus dem Partwitzer und dem Geierswalder See – erhalten hatte. Etwa 9,3 Mio. m³ konnten für den Großräschener See zur Stabilisierung verfügbar gemacht werden.

Die Ausleitungen der LMBV aus den Lausitzer Bergbaufolgeseen summierten sich im Jahr 2022 auf rund 64 Mio. m³; dies entspräche in etwa dem Mittelwert der letzten 10 Jahre, so Ulrich. Abnahmen und Abgaben halten sich in der zurückliegenden Dekade – in der Summe der Jahre – etwa im Gleichgewicht. (red/US)