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25 Jahre – wie ein Fünfer im Lotto

Am 30. September endet eine Ära im Hoyerswerdaer Lausitz-Center: Klaus-Peter Aust übergibt den k-kiosk an seine Nachfolgerin Mandy Jordan.

Petra und Klaus-Peter Aust vor einer Zeitschriftenwand ihres k-kiosks. Ab dem kommenden Donnerstag werden sie das Geschäft nur noch aus der Perspektive des Kunden betrachten, nicht mehr mit dem Auge des Betreibers.
Petra und Klaus-Peter Aust vor einer Zeitschriftenwand ihres k-kiosks. Ab dem kommenden Donnerstag werden sie das Geschäft nur noch aus der Perspektive des Kunden betrachten, nicht mehr mit dem Auge des Betreibers. © Foto: Uwe Jordan

Hoyerswerda. Der k-kiosk ohne Klaus-Peter Aust, besser: ohne die Austs? Kaum denkbar. Und doch ist es so. Nach Petra Aust, schon seit vorigem Jahr im (Un-)Ruhestand, beendet nun auch ihr Ehemann Klaus-Peter seine berufliche Karriere, die ein Vierteljahrhundert mit diesem Geschäft „verwachsen“ war.

Genau gesagt; seit dem 31. August 1995; dem Tag der Eröffnung des Lausitz-Centers, denn der k-kiosk, der damals noch tabacon hieß, war ein Mieter der ersten Stunde. An diesen Tag erinnert sich Klaus-Peter Aust noch gut, denn „ich war drei Mal ausverkauft; das hatte auch unser Grossist (also der Zeitungslieferant) noch nicht erlebt.“ Zwar gab’s Ausverkauft-Meldungen in diesem Maße nicht mehr, aber das Geschäft war eines der umsatzstärksten der Kette.

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Unbedingt ins Lausitz-Center

Dabei war diese Branche gar nicht der Herzenswunsch von den Austs. Also, das Lausitz-Center schon; „da wollte ich unbedingt rein“, aber eben mit einer anderen Sparte. Am liebsten hätte er ein Spielwaren- und Computergeschäft aufgemacht. Doch daraus wurde nichts; eben so wenig wie aus dem Traum von einem Eis-Café. Diese Absagen erwiesen sich aber letztlich im Laufe der Jahre als ein Glücks-Umstand, denn tabacon / k-kiosk war, ist und bleibt etwas Grundsolides. Eine Art Fünfer im Lotto. Das hatte Klaus-Peter Aust irgendwie schon damals geahnt: „Egal, wie die Zeiten auch sind: Zeitungen werden immer gelesen. Geraucht wird immer. Und gezockt wird auch immer.“ Denn das Geschäft ruht auf drei Säulen: dem Verkauf von Zeitungen und Zeitschriften. Dem Verkauf von Tabakwaren. Der Lotto-Annahmestelle.

Der Überzeugendste von 26

Aber es war keineswegs ein Selbstläufer, dass Klaus-Peter Aust am 31. August 1995 im Lausitz-Center eröffnen konnte. Denn tabacon, die Kette, die die Laden-Lizenz fürs Center hatte, konnte unter 26 Bewerbern auswählen, „und da muss ich mich wohl ganz gut präsentiert haben“, sagt Klaus-Peter Aust trocken.

Gewohnheiten haben sich geändert

Im Laufe der Jahre hat sich manches geändert. Die Lesegewohnheiten beispielsweise. Ein Trend, der die Zukunft sein könnte, sind Nischenprodukte. Also hochwertige Magazine, die eine ganz bestimmte, eng umrissene Leserschaft im Blick haben, die ihre speziellen Interessen nur in ebenjenen Publikationen bedient findet.

Auch die Tabak-Konsumenten haben ihren Anspruch geändert. Vielfach beobachtet Klaus-Peter Aust, dass der Trend weg von der fertigen Zigarette hin zur „Selbstgedrehten“ geht. Und Produkte, an die vor 25 Jahren noch nicht zu denken war, sind im Kommen: nikotinfreie E-Zigaretten.

Nicht einmal vor Lotto machen die Veränderungen halt: „Wenn ich früher ein Schild raushängen konnte «Diese Woche im Jackpot: 20 Millionen DMark», hätten wir Tische in die Einkaufszeile stellen können, um die vielen Lotto-spielen-Wollenden ohne lange Wartezeiten zu bedienen. Wenn heute zwei oder drei Millionen angekündigt werden, ist das scheinbar kaum noch ein Anreiz für diejenigen, die nicht Stamm-Spieler sind, einmal außerhalb der Reihe ihr Glück zu versuchen.“

Als ob man sein Haus verkauft

Was ist das für ein Gefühl, wenn man nach einem Vierteljahrhundert das berufliche Lebenswerk loslässt? „Das geht mit einem lachenden und einem weinenden Auge ab“, sagt Klaus-Peter Aust. „Zum einen ist man natürlich froh, es geschafft zu haben, aber andererseits wird einem schon etwas fehlen.“ „Die netten Kunden“, beispielsweise“, ergänzt Petra Aust. „Es ist ein bisschen so, als ob man das Haus verkauft, das man selbst gebaut hat und in dem man lange gewohnt hat. Oder, um es anders zu sagen: Wir geben unser Baby auf.“

Was ihnen ganz wichtig ist: „Wir hätten nie diese lange Zeit gemeistert, wenn wir nicht so tolle und zuverlässige Verkäuferinnen gehabt hätten, die uns seit 15 Jahren treu geblieben sind; Marlen Stern und Heike Pettrich. Bei ihnen möchten wir uns ganz herzlich bedanken.“ Und die beiden werden, jetzt unter Regie von Mandy Jordan, den k-kiosk „schmeißen“ wie bisher. Wieder eine Art Fünfer im Lotto. Für den k-kiosk – und seine Besucher.

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