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30 Jahre Kinderland Böhm

Die Hoyerswerdaer Frohsinns-Agentur durchlebt schwere Corona-Zeiten – gerade darum eine Publikums-Ermunterung.

Fröhlichkeit und Bewegungsspaß anbieten – die Mission des Kinderlandes Böhm von Stefan und Tina Böhm.
Fröhlichkeit und Bewegungsspaß anbieten – die Mission des Kinderlandes Böhm von Stefan und Tina Böhm. © Foto: Kinderland Böhm

Von Angela Donath

Hoyerswerda. Wer kennt sie nicht in der Stadt Hoyerswerda und in deren näherem; ja, sogar weiteren Umland: die gelben Transporter mit dem Aufdruck des lustigen Blumenhütchen-Clowns und der Beischrift „Kinderland Böhm“? Sieben solcher Gefährte und acht Hänger gehören zur Flotte des gleichnamigen Unternehmens. Chef dieser Flotte und des gesamten Unternehmens ist Stefan Böhm. 

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„Zum Bergmannstag 1990 habe ich zum ersten Mal eine Hüpfburg gesehen“, sagt er. „Ich war damals Barkeeper in der Lausitzhalle und dachte, ein zweites Standbein könnte nicht schaden“, erinnert sich der junggebliebene Kinderland-Chef. „Am 15. Juli 1990 hatte ich einen Banktermin vereinbart, der war erfolgreich und mit dem ersten Westgeld und einem Trabi ging es nun gen Westen, nach Aachen. „Dort hab’ ich die erste Hüpfburg gekauft. Die kam aufs Autodach. Der Rückweg nach Hoyerswerda wurde etwas beschwerlich.“ Dem Trabi ging es wohl am schlechtesten: „Der war unter der Last etwas in die Grätsche gegangen“.

Nachts an der Bar, tags auf Festen

Ein paar Monate lang arbeitete Stefan Böhm dann zweigleisig: „Nachts stand ich an der Bar und tagsüber war ich mit der Hüpfburg unterwegs zu Volksfesten und Kinderbelustigungen.“

Das ist 30 Jahre her. In diesem Jahr, also 2020, dem wie gesagt 30. Jahr des Bestehens des „Kinderlandes Böhm“, sollte das Jubiläum gebührend gefeiert werden. „Wir sind unterwegs zwischen Oberstdorf und Sylt, auch in Tschechien, Polen und der Schweiz haben wir Aufträge. Das sind längst nicht mehr nur Kinderfeste, das können auch Firmenevents, Familienfeiern oder Motto-Partys sein. Wir haben uns zu einer Marke entwickelt“, resümiert Stefan Böhm. Im Kinderland bekommt man (fast) alles, was kleinen, großen und erwachsenen Kindern Spaß macht: Hüpfburgen und Rutschen sowieso, Trampolins jeder Art und Größe, das Matterhorn als Kletterberg - zugegeben, etwas kleiner als das Original. Es gibt batteriebetriebene Fahrzeuge, Sportgeräte, Kostüme für viele Anlässe, es gibt Bull Riding mit computergesteuertem Bullen oder einer Kamel-Attrappe. Wer es ruhiger mag, kann sich ein Riesenschachspiel ausleihen – oder, jetzt vor Weihnachten als teambildende Maßnahme, eine „Bastelstraße“ zur Herstellung von echten Pulsnitzer Pfefferkuchen.

Das alles kann Stefan Böhm natürlich nicht alleine bewältigen. Seit 25 Jahren an seiner Seite ist Ehefrau Tina. Tinas Papa ist den meisten bekannt. Er stand Pate als Fotomodell für den Clown auf den Fahrzeugen. Partnerschaftlich und unterstützt von der Familie wurde vieles gestemmt. So die Umzüge aus anfangs angemieteten Garagen, die in und um Hoyerswerda verstreut lagen, später ins angemietete Domizil bei Ludwig-Leuchten im Gewerbegebiet Neuwiese-Bergen und schließlich der Umzug im vergangenen Jahr. Da konnte das Kinderland Böhm in eine eigene Halle in der Ackerstraße im Gewerbegebiet Nardt ziehen. Die räumlichen Bedingungen sind jetzt bestens. Böhms hatten noch einmal kräftig investiert; die Sparkasse hatte sich als zuverlässiger Partner erwiesen. Man konnte anbauen. Auf 2.000 Quadratmetern befinden sich nun das Büro und das gesamte Equipment. Alles hätte perfekt sein können in diesem 30. Jahr.

Hätte sein können, ist es aber nicht. „Seit März 2020 hatten wir, bis auf ein paar kleine Sachen, keine Veranstaltungen mehr. Alles ist weggebrochen.“ Die Partner sagten ab, teils aus Unsicherheit. Teils mangels Hygienekonzept – oder auch, weil Veranstaltungen oder Begegnungen von größeren Menschengruppen während des Lockdowns unmöglich waren. Die 45 Minijobber des Kinderlands, meist Studenten, hatten keinen Nebenjob mehr. Die beiden Festangestellten suchten nach anderen Möglichkeiten, um Arbeit und Geld für das Kinderland zu beschaffen. Wer den Böhm-Fahrzeugen jetzt begegnete, sah sie beim Ausfahren von Zeitungen, bei Einsätzen für Umzüge, bei Hausmeisterdiensten, Pannen-Hilfe und anderen Tätigkeiten, die es auch in Corona-Zeiten zu verrichten galt.

Hoffen auf Weihnachtsmärkte

Wie es weitergeht? „Noch keine Ahnung. Das ist abhängig von der Entwicklung der Corona-Zahlen und auch davon, ob und wo Weihnachtsmärkte durchgeführt werden können – oder eben nicht“, sagt Stefan Böhm. Normalerweise stehen im Herbst noch drei Großveranstaltungen im Kalender und im Frühjahr und Sommer sind -zig Events abgesagt worden. Einsatzorte wären beispielsweise die Red Bull Arena, der LausitzRing, das Kempinski, die ECE-Kette oder die Unger-Parks in Sachsen gewesen. „Jetzt werden wir wohl regionaler und kleiner unterwegs sein müssen.“

Wie es drinnen aussieht ...

Seine Minijobber wollen zur Stange halten. Sie freuen sich schon jetzt auf die Zeit, wenn es endlich wieder richtig losgehen kann, wenn bei Kindertobetagen wieder richtig getobt werden kann, wenn es wieder Sportevents und Stadtfeste gibt.

Immerhin durfte am 20. September am Lausitzbad ein selbst organisiertes Fest stattfinden. Das war gut besucht. Böhm ist den Versorgungsbetrieben Hoyerswerda (VBH) sehr dankbar für die Unterstützung; dafür, dass diese Sache überhaupt stattfinden konnte. Das Hygienekonzept für das Fest hat er viermal umgeschrieben.

Im Gespräch ist der Kinderland-Chef freundlich und locker wie gewohnt. Wie es drinnen aussieht, kann man nur erahnen. Es wäre wunderbar, wenn Tina Böhm im kommenden Jahr im Internetauftritt der Firma bekannt geben könnte: „Kinderland Böhm holt im 31. Jahr seines Bestehens sein 30. Firmenjubiläum nach!“

P.S.: Unter „kinderland-boehm.de“ finden Sie alles, was die sympathische Firma hat, verleiht und kann. Und: Weihnachten steht vor der Tür. Warum nicht mal mit weihnachtlichem Bull Riding und selbst gemachten Pulsnitzer Pfefferkuchen?

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