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Abgeordnet zum Gesundheitsamt

Der Landkreis hat das Amt in der Pandemie personell erheblich aufgestockt. Einer der „Leiharbeiter“ ist aus Hoyerswerda.

Sandro Fiebig an seinem Übergangs-Arbeitsplatz beim Gesundheitsamt.
Sandro Fiebig an seinem Übergangs-Arbeitsplatz beim Gesundheitsamt. © Foto: privat

Bautzen/Hoyerswerda. Sandro Fiebig kann mit besonderen Herausforderungen umgehen. Bei der Stadt Hoyerswerda war er einst Mitglied im Katastrophenschutzstab, im Landratsamt im Frühjahr arbeitete er im Krisenstab mit. Der Hoyerswerdaer, beim Landratsamt Bautzen eigentlich als Amtsleiter zentrale Aufgaben im Bautzener Jobcenter beschäftigt, ist nun vor einigen Tagen aus seinem Büro in der Bahnhofstraße um die Ecke in die Taucherstraße umgezogen.

Er ist jetzt abgeordnet zum Gesundheitsamt und nimmt die Funktion des Verwaltungskoordinators am Standort wahr. Es geht um die Planung des Personaleinsatzes, der Räumlichkeiten, um Statistikmeldungen. Im Gegensatz zum Frühjahr, als es um die Organisation von Schutzkleidung und ähnlichem ging, ist im zweiten Lockdown der Krisenstab nicht zusammengerufen worden. Dafür wurde das Gesundheitsamt unbürokratisch personell immer weiter aufgestockt. Meistens durch Abordnungen. Und doch kam man an seine Grenzen, wenn es um die Nachverfolgung der Kontakte und das Ausstellen der Quarantänebescheinigungen ging. Jetzt ist die 7-Tage-Inzidenz unter 300 gefallen und im Landratsamt wurde die Entscheidung getroffen, das Personal im Corona-Team zu reduzieren. „Aktuell arbeiten hier rund 370 Personen. 80 Beschäftige aus anderen Ämtern des Landratsamtes werden ab der kommenden Woche wieder an ihren ursprünglichen Arbeitsplatz zurückkehren. Sie können jedoch im Bedarfsfall sofort wieder für den Corona-Einsatz aktiviert werden“, hieß es am Freitag aus der Behörde. Nicht nur Mitarbeiter des Landratsamtes sind hier eingesetzt, sondern auch aus Kommunen, aus Behörden des Freistaates, von der Bundeswehr und der Fachhochschule Meißen. Die Abstrichstellen sind zu besetzen und natürlich die ganze Schiene der Kontaktnachverfolgung. Und da man dafür als Voraussetzungen eigentlich nur ein Büro, Telefon- und einen Internetanschluss benötigt, können die Mitarbeiter von verschiedenen Standorten des Landratsamtes oder auch aus dem Homeoffice serverbasiert arbeiten. „Ich hatte beruflich bislang ja keine Berührungspunkte mit dem Gesundheitsamt“, sagt Sandro Fiebig, der seine Hochachtung allen Beteiligten zollt. Verwaltungsuntypisch hat sich längst eine Art Schichtsystem ergeben mit Wochenendarbeit. Da bauen sich selbstverständlich Überstunden auf, bleibt Arbeit liegen oder muss von anderen Kollegen mit erledigt werden. In Sandro Fiebigs Fall ist Arbeit auf seinen Vize übergegangen. Manches muss andererseits nun warten. Wie lange die Ausleihe ans Gesundheitsamt währt, weiß er noch nicht. Die anspruchsvolle Tätigkeit schätzt er aber. In dieser Woche will der Hoyerswerdaer selbst einige der Kontaktverfolgungsanrufe absolvieren, um ein Gefühl dafür zu bekommen. Insgesamt nehmen die Leute die Anrufe vom Amt wohl recht gefasst auf. Die Zahl der angegebenen Kontakte ist demnach auch deutlich niedriger als im Frühjahr. Und so sehr man auch im Landratsamt den Rückgang der Neuinfektionen begrüßt, so vorsichtig ist man auch angesichts der noch bevorstehenden Schulöffnungen oder der Mutationen des Virus. Bei Bedarf muss das Personal eben wieder aufgestockt werden.

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