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Aktivtourismus und Camping beliebt

Der Tourismusverband Lausitzer Seenland sieht in der Pandemie durchaus Chancen, doch es braucht Perspektiven.

Als Wasserlandschaft mit zahlreichen neuen Seen und gut ausgebautem Radwegenetz konnte das Lausitzer Seenland im vergangenen Jahr durchaus punkten. Zuwächse bei den Übernachtungen waren in den Sommermonaten zu verzeichnen.
Als Wasserlandschaft mit zahlreichen neuen Seen und gut ausgebautem Radwegenetz konnte das Lausitzer Seenland im vergangenen Jahr durchaus punkten. Zuwächse bei den Übernachtungen waren in den Sommermonaten zu verzeichnen. © Foto: Tourismusverband Lausitzer Seenland/Nada Que

Lausitzer Seenland. Die Corona-Pandemie hat 2020 den Tourismus im Lausitzer Seenland hart getroffen. Dennoch gehört das Lausitzer Seenland zu den zwölf Regionen in Deutschland mit vergleichsweise geringen Verlusten. Dies unterstrich Kathrin Winkler, Geschäftsführerin des seit 2012 bestehenden länderübergreifenden Tourismusverbandes Lausitzer Seenland in der Verbandsversammlung des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Sachsen.

Die Übernachtungszahlen im Lausitzer Seenland sanken 2020 im Vergleich zum Vorjahr 2019 um 8,1 Prozent auf circa 770.000. Die Zahl der Gäste-Ankünfte sank im Vergleich zum Vorjahr insgesamt um rund 21 Prozent auf rund 230.000. Der Blick auf die Tourismus-Statistik zeigt mit 3,3 Tagen eine deutlich höhere Aufenthaltsdauer als im Vorjahr 2019 an. Besonders der Bereich Camping erwies sich als der größte Gewinner. Individuelle und eigenverantwortliche Unterkunftsarten wie Ferienhäuser, Ferienwohnungen und Campingplätze waren besonders nachgefragt. Urlaub mitten in der Natur gewann an Wertschätzung.

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„Aktivtourismus stark im Kommen“

Bei den Übernachtungszahlen gab es durchaus Unterschiede zwischen den einzelnen Standorten. In der Gemeinde Boxberg (Bärwalder See) stieg die Zahl der Übernachtungen (von 2019 auf 2020) um 3,5 Prozent. Zurück ging die Zahl der Übernachtungen mit minus 4,3 Prozent indes am Senftenberger See, am Geierswalder See waren es 5,9 Prozent weniger und in Hoyerswerda wird ein Verlust von 36,3 Prozent verzeichnet. Längerfristig, so Kathrin Winkler, kann das Lausitzer Seenland trotz Pandemie sogar zulegen. „Bewegung im Freien und Aktivtourismus sind stark im Kommen“, bekräftigte sie. „Die Nachfrage nach Camping- und Wohnmobil-Tourismus wird weiter steigen.“

Als Wasserlandschaft mit zahlreichen neuen Seen und einem gut ausgebauten Radwegenetz konnte das Lausitzer Seenland im vergangenen Jahr durchaus punkten. Zuwächse bei den Übernachtungen waren im Vergleich zu 2019 in den Monaten von Juli bis Oktober zu verzeichnen. Vor allem die Campingplätze gelangten an die Grenzen ihrer Kapazität. Die meisten Besucher kamen aus dem Inland. Aus dem so wichtigen Markt Tschechien kamen weit weniger Gäste als sonst. Diese Übernachtungszahlen gingen stark zurück. Sie konnten durch die Zuwächse an inländischen Gästen jedoch teilweise wieder aufgefangen werden. „Wir sind sehr froh, dass wir die Verluste im Übernachtungstourismus aus dem Lockdown im Frühjahr und Herbst letzten Jahres relativ gut kompensieren konnten“, resümiert Kathrin Winkler und unterstreicht: „Jede Krise bietet gleichzeitig eine Chance. Die Bekanntheit der Urlaubsregion Lausitzer Seenland ist im vorigen Jahr spürbar gewachsen.“

Broschüre in Tschechisch geplant

Der Tourismusverband verstärkt jetzt die Vermarktung, denn der zweite Lockdown trifft die Branche noch stärker. Aktualisiert wird zum Beispiel das Faltblatt Niederlausitzer Bergbautour. In neuem Format erscheint auch die Übersichtskarte Lausitzer Seenland. In Arbeit ist eine tschechische Broschüre zum Lausitzer Seenland. Erstmals erscheinen soll ebenfalls eine Radlerbroschüre mit Tipps für Tages- und Mehrtagestouren und detaillierten Informationen zu den Seerundwegen.

Für touristische Leistungsanbieter organisiert der Verband Online-Weiterbildungen. Am 17. März ging es um das Thema „Wir machen ihre Freizeitaktivitäten online buchbar“. Am 18. März hieß es „Mehr Gäste für Ihr Haus – Ferienunterkünfte vermieten“. Am 25. März trug die LMBV den aktuellen Sachstand zur Bergbausanierung vor. Um das Thema „Die Marke Lausitzer Seenland. Wie stellen wir sie uns in Zukunft vor?“ wird es sich am 22. April gehen.

Schlechte Stimmung in der Branche

Aktuell, so verdeutlichte Kathrin Winkler, ist die Stimmung katastrophal, da eine Öffnungsperspektive fehlt und die aktuellen Hilfen nicht ausreichen. Umso wichtiger ist es, dass in den nächsten Tagen das im Beschluss vom 22. März „Ergänzende Hilfsinstrument“ auf den Weg gebracht wird. Tourismus-Anbieter müssen wissen, wie Sie die nächsten Wochen und Monate überstehen können. Diese Hilfe ist darüber hinaus auch ein wichtiges Signal an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und für die Sicherheit ihrer Arbeitsplätze. „Wir schließen uns der bundesweiten Verbände-Initiative im Tourismus ‚Perspektive jetzt – sicher und verantwortungsvoll‘ an“, fasste sie zusammen. „Die Tourismusbranche braucht endlich die versprochene Öffnungsstrategie. Während andere Branchen nach und nach öffnen, gibt es für fast drei Millionen Beschäftigte in Deutschland keinen Plan, unter welchen Bedingungen Tourismus wieder möglich sein kann. Dabei haben unsere Anbieter mit Hygienekonzepten bewiesen, dass Sicherheit und Verantwortung für sie oberste Gebote sind.“

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