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Am Computer für ein Film- und Musikprojekt proben

Die Musikschule Bischof in Hoyerswerda stemmt sich gegen das Corona-Virus.

Andre Bischof von der gleichnamigen Musik- und Kunstschule probt mit dem KuFa-Bürgerchor via Internet und Computer.
Andre Bischof von der gleichnamigen Musik- und Kunstschule probt mit dem KuFa-Bürgerchor via Internet und Computer. © Foto: Katrin Demczenko

Von Katrin Demczenko

Hoyerswerda. Live-Musik gehört während der Pandemie zu den eher seltenen Ereignissen, aber ganz verschwunden ist sie nicht. Musikschulen dürfen nämlich unter Beachtung aller Corona-Regeln Einzelunterricht erteilen. Die Musik- und Kunstschule Bischof in Hoyerswerda nutzt diese Möglichkeit, um ihr Haus zu öffnen.

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Der Schulleiter Andre Bischof hält auch den Bürgerchor der KulturFabrik am Leben, weil er seit Beginn des zweiten Lockdowns mit den mehr als 60 Sängerinnen und Sängern wöchentlich online probt. Dabei verschickt er zehn bis 15 selbst erstellte Kurzvideos zu den Themen Atemtechnik, Stimm- und Gehörbildung sowie zur Arbeit am Repertoire. So kann jeder zu Hause lernen, wie er seine Stimme kontrolliert.

Und so werden auch die Lieder für die gemeinsame Video-Chorprobe geübt, die jeden vierten Montag im Monat stattfindet. Dann sitzt der Chorleiter an seinem Laptop mit Kamera, der neben dem Klavier steht, und sieht die Sängerinnen und Sänger auf dem Bildschirm. Wenn er singt, Klavier oder Gitarre spielt, hört das jeder Teilnehmer am heimischen Computer.

Andre Bischof stellt auch Noten ins Netz, um daran zu erklären, wann welche Stimme ihren Einsatz hat. Die Sängerin Marita Gatzlaff beschreibt, dass sie dem Chorleiter per Kopfhörer nur auf einem Ohr zuhört und mit dem anderen Ohr ihre eigene Stimme kontrolliert. Wenn Andre Bischof „seinen“ Sängern den Einsatz gibt, muss er sie allerdings auf stumm schalten, denn sonst würde jede einzelne Stimme durch die Internetübertragung bei ihm etwas verzögert ankommen.

Der KuFa-Bürgerchor probt vor allem, weil er bald in dem zwölfteiligen Film- und Musikprojekt „Wie klingt Heimat?“ des Dresdener Musikers Felix Räuber zu hören sein wird. Der Frontmann der Band „Polarkreis 18“ sucht in ganz Sachsen Klänge, die für die Menschen in den jeweiligen Regionen Heimat bedeuten, erklärt Andre Bischof. Für den zweiten Teil der Fernsehserie war Felix Räuber in der Lausitz. Hier hat er unter anderem die Arbeitsgeräusche im Braunkohletagebau Nochten entdeckt. Um dieses die Region noch charakterisierende Bild abzurunden und den Bezug zu den Bergleuten und zu der von Menschenhand veränderten Natur herzustellen, werden Felix Räuber und der Bürgerchor das Lied „Raumschiffe“ von Gerhard Gundermann singen. Der Chor probe jetzt mit einem Playback, das aus der Stimme des Sängers und einem virtuell im Tonstudio erzeugten Orchester besteht, erläutert Andre Bischof. Er sagt, dass das Lied sofort aufgenommen wird, wenn Chöre unter Einhaltung aller Corona-Regeln wieder analog proben dürfen. Marita Gatzlaff freut sich, dass der KuFa-Bürgerchor weiter besteht und die Online-Proben ein sinnvolles Ziel haben.

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