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Asylheim in Hoyerswerda derzeit Corona-frei

Die Kamenzer Unterkunft hat sich zu einem Corona-Hotspot entwickelt – eine dezentrale Unterbringung wird gefordert.

Asylbewerberheim der AWO in der Liselotte-Hermann-Straße in Hoyerswerda
Asylbewerberheim der AWO in der Liselotte-Hermann-Straße in Hoyerswerda © Archivfoto: Juliane Mietzsch

Kamenz/Hoyerswerda. Im Kamenzer Asylbewerberheim an der Macherstraße sind immer mehr Bewohner mit dem Corona-Virus infiziert. Waren es am Freitagmittag noch 13 Personen, hat sich die Zahl nun erhöht. Gestern waren es 20, nachdem für zwei Bewohner am Montag die Quarantäne ausgelaufen ist, wie gestern von Landratsamtssprecherin Cynthia Thor zu erfahren war. Im Heim leben derzeit 320 Menschen.

Besonders betroffen von den Infektionen ist die vierte Etage. Diese wurde komplett unter Quarantäne gestellt und die Infizierten von den anderen getrennt. Laut gestriger Auskunft aus dem Landratsamt befinden sich aktuell 84 Personen in Quarantäne, bei zwölf von ihnen läuft die Quarantäne am Freitag aus. Positiv getestete Bewohner wurden gestern in den Quarantäne-Bereich der Gemeinschaftsunterkünfte in Hoyerswerda verlegt.

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Vonseiten der Partei „Die Linke“ gibt es erneut Kritik an der zentralen Unterbringung von Asylbewerbern, verbunden mit der Aufforderung, eine dezentrale Unterbringung zu gewährleisten. So schreibt die Bundestagsabgeordnete Caren Lay: „Das Kamenzer Flüchtlingsheim liegt in Sichtweite zum Impfzentrum des Kreises. Das ist schon besonders absurd: Während mit viel Aufwand ein großes Zentrum für die Impfkampagne aufgebaut wird, um die Pandemie in den Griff zu bekommen, werden in 100 Metern Luftlinie dazu simpelste Hygienevorschriften ignoriert, Kontaktvermeidung ist unmöglich.“ Und weiter heißt es: „Die Sturheit auf Kosten von Menschenleben bleibt mir unbegreiflich. Erneut gab es einen Corona-Ausbruch in einer Asylsuchenden-Einrichtung im Kreis Bautzen, und dennoch lehnt das Landratsamt dezentrale Unterbringung weiter ab.“ Lay vertritt die Auffassung, dass im Kreis Bautzen bislang der politische Wille dafür fehle. Laut Statistik des Landratsamtes sind derzeit 943 Asylbewerber in zentralen Unterkünften untergebracht, 303 in Wohnungen.

Zuletzt hatte es nach Corona-Fällen in den Asylbewerberunterkünften in Hoyerswerda ebenfalls den Ruf nach einer dezentralen Unterbringung gegeben. Zur Situation in Hoyerswerda ließ das Landratsamt wissen: Der erste Fall wurde am 29. Oktober registriert. Insgesamt sind bisher 22 Bewohner positiv getestet worden. Bisher waren daraufhin 61 Quarantänen ausgesprochen worden, das betraf alle positiv Getesteten und Kontaktpersonen 1. Grades. Momentan gibt es keine Corona-Fälle, erklärte Cynthia Thor auf Nachfrage und ergänzte: „Die letzte Quarantäne endete am 28. Januar.“ Im Januar habe es nur einen Infektions-Fall unter Bewohnern der Gemeinschaftsunterkünfte in Hoyerswerda gegeben.

In der Unterkunft an der Liselotte-Herrmann-Straße leben derzeit 161 Menschen, in der benachbarten Unterkunft an der Thomas-Müntzer-Straße 355 Menschen.

In Hoyerswerda erfolgt darüber hinaus auch eine dezentrale Unterbringung von Asylbewerbern. Aktuell betrifft das 38 Personen. Unter den so untergebrachten Asylbewerber gab es bisher erst einen Corona-Fall. „Daneben waren einige Kinder als Kontaktpersonen in Quarantäne beim Positiv-Fall in der Schule“, so Cynthia Thor, die auch noch die Zahlen für die Stadt Bernsdorf parat hat, wo Asylbewerber ausschließlich dezentral untergebracht sind. Hier wurden bisher 14 Personen positiv auf Sars-CoV-2 getestet und 25 Quarantänen ausgesprochen. Aktuell leben in Bernsdorf 41 Asylbewerber in Wohnungen. (SZ/rgr)

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