merken
PLUS Hoyerswerda

Auf Augenhöhe mit Giraffen

Wenn das vom Stadtrat beschlossene Zookonzept Realität wird, steigt der Zoo Hoyerswerda in die Zoo-Oberliga auf.

Nachwuchs bei den Baumstachlern
Nachwuchs bei den Baumstachlern © Foto: Zoo Hoyerswerda

Hoyerswerda. Von den Zwergflusspferden und Tigern wird sich der Hoyerswerdaer Zoo früher oder später verabschieden, auch von den Kapuziner- und Klammeraffen. Alpakas werden den Platz der Lamas einnehmen. Neu einziehen sollen knapp 20 exotische Tiere, die es zumeist hier noch nicht gab. Darunter sind mit Komodowaranen die größten Echsen der Welt und mit der Grünen Anakonda die größte Schlange der Welt.

Darüber hinaus sollen die Besucher unter anderem Rote Pandas, Stinktiere, Erdferkel, Schabrackentapire, Grüne Meerkatzen, Präriehunde und einen Ameisenbär bestaunen können. Löwen werden wieder aufgenommen. Nicht zu vergessen die Giraffen, die erstmals in der Geschichte des Hoyerswerdaer Zoos hier ein Zuhause bekommen sollen und denen eine besondere Rolle zugedacht ist. Sie werden mit ihrer Größe von bis zu sechs Metern als eine Art Werbebanner auf einem Teil des derzeitigen Jugendfarm-Geländes von der B 97 aus unübersehbar sein. Sie sollen neugierig machen und zum Zoo-Besuch ermuntern.

Anzeige
Qualitätsmöbel zum Abverkaufspreis
Qualitätsmöbel zum Abverkaufspreis

STARKE MÖBEL UND KÜCHEN macht Platz für neue Wohn-Kollektionen. Sparen Sie jetzt bis zu 58% beim Kauf Ihres Lieblingsstücks in TOP Qualität.

Hoyerswerdaer Stadtrat beschließt ein aktualisiertes Zookonzept

Arthur Kusber, Geschäftsführer der ZooKultur gGmbH, stellte am Dienstag in der Sitzung des Stadtrates ein aktualisiertes Zookonzept vor, das auf dem 2011 beschlossenen und seither in der Umsetzung befindlichen Konzept eines „Geo-Zoos“ aufbaut. Ein Zeitrahmen für die Realisierung des aktualisierten Konzeptes wird weder in diesem noch von Arthur Kusber genannt. Mit dem Beginn sei nicht vor 2025 zu rechnen. Das Investitions-Volumen wird vom Ingenieur- und Baubüro Schneider aus Lauta, von dem das Konzept erstellt wurde, auf gut 28,1 Millionen Euro geschätzt. „Die Maßnahmen können nur dann umgesetzt werden, wenn ein weit überwiegender Teil dieser Kosten durch Fördermittel finanziert wird. Derzeit ist eine Beantragung ausschließlich aus Mitteln des Strukturwandels vorgesehen“, heißt es in der Begründung zum Beschluss, den der Stadtrat bei einer Enthaltung mehrheitlich fasste.

Grundstückszukauf ermöglicht Erweiterung und Neuordnung

Im vergangenen Jahr ist der ZooKultur der Erwerb von rund 13.000 Quadratmeter Grund und Boden zwischen dem Zoogelände und der B 97 gelungen. Das darauf stehende Gebäude wird zum Wirtschaftshof umfunktioniert. Hier sollen moderne Sozialräume für das Personal, eine Futterküche und ein Strohlager geschaffen werden. Die Verkehrsanbindung ist optimal. Die zusätzliche Fläche machte es möglich und nötig, die im Ursprungskonzept enthaltenen „Geo-Zonen“ neu zu ordnen.

Die Tierwelt verteilt auf sechs Kontinente und tropische Inseln

Das neue Zookonzept sieht sieben „Geo-Zonen“ vor. Es handelt sich um alle Kontinente mit Ausnahme der Antarktis, wobei den großen tropischen Inseln eine separate Zone vorbehalten sein wird.

Neue Bewohner und andere Veränderungen in den „Geo-Zonen“

Für die Unterbringung der Komodowarane soll das Tropenhaus umgebaut werden. Beim derzeitigen Gehege der Steinböcke ist eine Übernetzung vorgesehen, um Gänsegeier und Bartgeier unterzubringen. In einem neu zu errichtenden Amazonashaus wird sich die Anakonda ein Aqua-Terrarium mit einem Teufelsrochen teilen. Ameisenbären werden hier ebenso zu finden sein wie Affen und Hyazinth-Aras. Die Gibbons erhalten im Bereich der alten Kamelanlage ein neues und vor allem größeres Domizil und ein Schabrackentapir als Mitbewohner. Die bestehende begehbare Känguru-Emu-Anlage soll in eine begehbare Wellensittich-Voliere mit hunderten Vögeln umgestaltet werden. Die Löwen wird bei ihrem Wiedereinzug in den Zoo eine besonders große Anlage mit zwei Außengehegen und einem Innengehege erwarten. Zudem soll ein Glastunnel ermöglichen, sich direkt neben einem Löwen aufzuhalten. Die Pinguin-Anlage soll vergrößert werden. Es soll einen Erdtierbereich geben mit Tieren, die sich unter der Erde aufhalten oder dort viel Zeit verbringen. Das sind ein paar Beispiele für Veränderungen.

Gestaltungstricks verlängern die Aufenthaltsdauer der Besucher

Durch den gesamten Zoo wird ein Hauptweg verlaufen, von dem aus Nebenwege abzweigen, die durch die einzelnen „Geo-Zonen“ führen. Die Wege werden verschlungen sein und dadurch die Aufenthaltsdauer der Besucher verlängern. Es sind viele Wasserabgrenzungen vorgesehen, die vom Besucher nicht unbedingt als Gehegebegrenzung wahrgenommen werden. So wird man über die Löwen hinweg auf die Giraffen, Zebras und Antilopen blicken können und den Eindruck haben, als befänden sich alle im gleichen Gehege.

Wasserlandschaft wird aus Horizontalfilterbrunnen gespeist

Es wird weitere Wasserläufe geben. Um den Pegel im Schlossgraben, der wichtig für die Standsicherheit des Schlosses ist, halten zu können, wurde in Zeiten der Trockenheit bisher teures Leitungswasser eingespeist. Künftig soll Wasser aus dem Horizontalfilterbrunnen, der sich an der B 97 nahe dem Zoo befindet, abgezapft werden.

So wird der Zoo für die Besucher zu einer Erlebniswelt

Im neuen Wirtschaftshof soll eine Schaufutterküche entstehen. Auf einer Aussichtsplattform wird man sich in Augenhöhe mit den Giraffen befinden. Es sollen Fütterungen buchbar sein, auch Begegnungen mit bestimmten Tieren wie den Roten Pandas. Eine Attraktion soll zudem die Brücke werden, die Teile des Zoos überquert und von diesem abgetrennt eine Verbindung zwischen Neustadt und Altstadt herstellen soll.

Antworten auf Fragen der Stadträte zum aktualisierten Zookonzept

Es sollen acht bis zehn neue Arbeitsplätze direkt im Zoo entstehen. Das Restaurant „Sambesi“ wird auch weiterhin nur zu den Zoo-Öffnungszeiten zugänglich sein.

Mehr zum Thema Hoyerswerda