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Auf Erholungstour im Osten der Republik

Urlaub im Lausitzer Seenland: „Man muss da gewesen sein, um zu sehen, wie schön es hier ist.“

Die Familien Hansen und Scherzer plus Hunde beim Camping
Die Familien Hansen und Scherzer plus Hunde beim Camping © Foto: Yannick Witschas

Von Yannick Witschas

Lausitzer Seenland. Viel passiert ist in den letzten 30 Jahren in der Lausitz. Der nach der Wende in der Braunkohle, in der Energiewirtschaft sowie in der Textil- und Glasindustrie erlittene Strukturbruch konnte bei weitem nicht ausgeglichen werden. Dennoch bewirken der boomende Tourismus und die guten Chancen des Strukturwandels eine Aufbruchstimmung. Das macht sich beispielsweise durch zahlreiche Kennzeichen aus den alten Bundesländern im Lausitzer Seenland bemerkbar.

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Ein Plus bei Übernachtungen

Die Reiseregion Oberlausitz, zu der auch der sächsische Teil des Lausitzer Seenlandes gehört, muss sich laut der Tourismusstatistik des Landestourismusverbandes Sachsen (LTVS) 2019 nicht verstecken. Laut LTVS verbuchte die Oberlausitz bei den Übernachtungen ein Plus von 6,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Gerade in der Saison 2020 waren trotz oder vor allem durch die Pandemie Campingplätze, Caravan-Stellplätze und Strände sehr gefragt. Dennoch zeigte sich immer noch ein Defizit. Zahlreiche Anfragen mussten in der Hauptsaison abgelehnt werden, weil einfach zu wenig Fläche für Stellplätze vorhanden war, und so sind die Wohnmobil-Liebhaber bis heute um die Seen „verteilt“, genießen die Ruhe und vor allem die guten Fahrradwege der Region.

Zwischenstopp am Silbersee

Einer von ihnen ist Herr Buchele, der am Silbersee bei Lohsa einen Zwischenstopp einlegt. Der Schwabe war mit Freunden in der Sächsischen Schweiz und will nun noch einmal in den Spreewald fahren. Mit seinem Fahrrad im Gepäck und einem umgebauten Sprinter lernt der selbst ernannte Naturfreak die Region vor dem Spreewald kennen und meint, dass sich die Lausitz überhaupt nicht verstecken muss.

Eine „Wohlfühloase“ für Großstädter

Auf der anderen Lohsaer Seite ist am Ufer des Dreiweiberner Sees eine rund 20-köpfige Seniorengruppe anzutreffen, die aus der Nähe von Frankfurt am Main kommt und auf ihrer Radtour eine Rast einlegt. Vom Bärwalder See ging es an diesem milden Donnerstag zurück nach Neuwiese in ihre Unterkunft. Das Busunternehmen bietet die Reise mit ihrem Reiseleiter Felix Jakubasch an, welcher selbst aus Bischofswerda stammt und dessen Bruder noch bis heute in Hoyerswerda lebt. Der ältere Herr hatte die Idee mit der sechstägigen Reise, und die anderen Senioren zeigen sich begeistert. Ein Gast zieht einen Vergleich aus seiner Zeit vor 15 Jahren hier in der Lausitz. „Man merkt, dass viel in die Kultur und Radwege gesteckt wird.“ Für Leute aus der Großstadt sei das eine echte „Wohlfühloase“. Vor allem die Ruhe und die flachen Radwege am Wasser haben es ihnen angetan.

Besonderes Flair der Campingplätze

Ganz so ruhig geht es hingegen an diesem Tag auf der Weißkollmer Seite des Dreiweiberner Sees neben Hipos Beachbar nicht zu. Nach den Lockerungen der Corona-Maßnahmen für die Wohnmobil-Stellplätze am Wasser und in der Nähe der beliebten Gaststätte war der Stellplatz über den Rest der Saison bis heute gut besucht. Familie Ebeling aus der Nähe von Düsseldorf weiß solche Stellplätze zu schätzen. Außerhalb der Ferienzeit zieht es sie oft an solche unberührten Orte, erzählen die Urlauber. Mit ihrem Hund, dem Wohnmobil und einem Motorrad bleiben sie für zehn Tage. Urlaub unter freiem Himmel, sein eigener Herr sein, die besondere Stimmung und das Flair der Campingplätze erleben – das bringt die Camper auch untereinander zusammen. Man hilft sich gegenseitig, die Hunde spielen zusammen und zuweilen entwickeln sich auch Freundschaften.

Die Ruhe in der Lausitz genießen

So lernten sich die Ehepaare Hansen aus dem Münsterland und Scherzer aus Erlangen auf dem Wohnmobil-Stellplatz am Dreiweiberner See kennen. Für sie ist dieser Stellplatz am See ein richtiger Geheimtipp und das Seenland eine wunderbare Urlaubsregion, die nicht zu überlaufen ist. Sie genießen die Ruhe der Lausitz.

Züricher sind auf der Durchreise

Die neuen Wohnmobil-Stellplätze am Gondelteich in Hoyerswerda finden ebenfalls Anklang. Während ihr Mann ein Schläfchen macht, genießt Frau Weiss den Altweibersommer mit einem Buch auf einer Campingliege. Die Züricher sind eigentlich nur auf der Durchfahrt, aber können sich gut vorstellen, ein anderes Mal länger hier zu bleiben.

Unterwegs per Rad in der Heimat

Das Ehepaar Erb aus Cottbus legt eine kleine Pause am Gondelteich ein, bis es beide mit ihren Fahrrädern weiter nach Spremberg führt. Der diesjährige Action-Urlaub führe sie bis in die Sächsische Schweiz und wieder zurück. Sie lieben ihre Heimat, und gerade im Coronajahr 2020 hat man gemerkt, dass man vor der eigenen Haustür noch viel sehen und erleben kann.

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