merken
PLUS Hoyerswerda

„Auffälligkeiten in Bezug auf Geschmack und Geruch“

Universitäts-Technik soll in Burgneudorf helfen, einem Wasser-Problem auf die Spur zu kommen.

Gemeinderat Frank Wache hat jüngst seinen Swimmingpool neu befüllt. Das Wasser aus dem Hahn ist nicht gefährlich, aber alles andere als glasklar.
Gemeinderat Frank Wache hat jüngst seinen Swimmingpool neu befüllt. Das Wasser aus dem Hahn ist nicht gefährlich, aber alles andere als glasklar. © Foto: privat

Burgneudorf. „Wenn wir uns melden, ist es extrem schlimm. Aber es gibt auch sonst Beschwerden im Dorf. Das ist jeden Tag und jede Woche präsent“, schilderte der Spreetaler Gemeinderat Frank Wache (Wählervereinigung) bei der jüngsten Sitzung des Gremiums. Es ging um die Vorgänge, die folgen, wenn bestimmte Leute in seinem Heimatort Burgneudorf den Wasserhahn aufdrehen. Adressat seiner Worte waren zwei Vertreter der Stadtwerke Weißwasser, die für die Versorgung mit Trinkwasser in Spreetal zuständig sind.

Mit der Formulierung „Auffälligkeiten in Bezug auf Geschmack und Geruch“ fasste Stadtwerke-Sachgebietsleiter Marco Hülse die Beschreibungen zusammen, die regelmäßig aus Burgneudorf gemeldet werden. Es sei dann immer ein wenig wie beim Hase-und-Igel-Wettlauf. Treffe jemand zum Probenziehen vor Ort ein, sei nichts mehr festzustellen. Das Problem ist dann eben schon mehr oder weniger weggeflossen.

Bauen und Wohnen
Wohnen Sie noch oder bauen Sie schon?
Wohnen Sie noch oder bauen Sie schon?

Hier finden Sie alles, was Sie fürs Sanieren, Renovieren oder Bauen Ihrer eigenen vier Wände brauchen.

Zuletzt konnte aber tatsächlich eine Probe genommen werden, die den Schilderungen entspricht. Burgneudorf bekommt sein Wasser über Leitungen der Versorgungsbetriebe Hoyerswerda aus dem Wasserwerk in Schwarze Pumpe geliefert. Im Ort selbst liegen Kunststoffrohre. Diese können am festgestellten Rost-Wasser also kaum Schuld sein. Und da die Leag aus Schwarze Pumpe geprüftes und allen Anforderungen entsprechendes Wasser liefert, muss das Problem irgendwo zwischen Wasserwerk und Übergabeschacht liegen.

Wo genau, konnten im Gemeinderat freilich auch Marco Hülse und Stadtwerke-Geschäftsführer Stefan Przymosinski nicht sagen. Es gibt bisher nur Vermutungen und Spekulationen. „Wir machen häufig Spülungen, finden aber nichts, wo wir ansetzen können“, meinte Hülse. Nun soll unter anderem die TU Dresden mit einer sogenannten Gas-Flüssigkeits-Chromatographie nach weiteren Erkenntnissen suchen, sprich nach Spurenelementen. Auch eine Erhöhung der Durchflussmengen im Netz ist im Gespräch. Und es soll zudem häufigere Überprüfungen geben.

Langfristig setzen die Stadtwerke Weißwasser wohl auf die im Zusammenhang mit dem Strukturstärkungs-Fonds für die Noch-Kohle-Regionen ins Auge gefasste Erneuerung des gesamten Verbundnetzes Lausitz zwischen Senftenberg, Tettau, Kamenz, Boxberg, Weißwasser Spremberg und Hoyerswerda, in dem die regionalen Versorger miteinander kooperieren.

Frank Wache meinte im Gemeinderat, es sei ja schon ganz gut, dass die Stadtwerke sich bemühen und auch Auskunft geben. „Aber wir beziehen dieses Wasser und das ist eigentlich nicht einen einzigen Tag im Jahr tragbar“, sagte der Burgneudorfer. Seine Bitte: Die Stadtwerke mögen die Gemeindeverwaltung Spreetal mindestens monatlich über den Fortgang der Untersuchungen auf dem Laufenden halten.

Mehr zum Thema Hoyerswerda