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Aufregung um eine Bushaltestelle

Es muss eine Alternative zum bisherigen Standort vor der Schule Am Markt in Laubusch gefunden werden.

Vor dem Haupteingang der Schule befand sich die Haltestelle. Nun hat die Stadt die Absicht, die Haltestelle zu verlegen. Aktuell favorisiert wird der Gehweg-Bereich an der Straße rechts vor der Kirche.
Vor dem Haupteingang der Schule befand sich die Haltestelle. Nun hat die Stadt die Absicht, die Haltestelle zu verlegen. Aktuell favorisiert wird der Gehweg-Bereich an der Straße rechts vor der Kirche. © Foto: Ralf Grunert

Laubusch. Die stattliche Summe von rund 91.000 Euro hat die Stadt Lauta für die Errichtung einer neuen Bushaltestelle Am Markt in Laubusch eingeplant. Knapp 82.000 Euro sollen als Fördermittel fließen. Dafür gibt’s ein Bushaltestellenschild und eine aufgepflasterte Fläche, aber keinen Unterstand, wie Bauamtsleiterin Katrin Peter jüngst im Kreise der Laubuscher Ortschaftsräte informierte. Aber nicht im fehlenden Unterstand liegt Brisanz, sondern in der Wahl des neuen Standortes der Haltestelle. Die soll an der Straße vor dem Eingangsbereich der Barbarakirche gebaut werden.

Seit Jahrzehnten am gleichen Platz

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Und aus der kommt prompt Protest. Pfarrer Gerd Simmank ärgert sich, dass dieses Thema nicht erst einmal mit den Anliegern besprochen wurde. Er habe durch Zufall davon erfahren, weil sich die Schulkonferenz der Grundschule damit befasst hat. Deren Schulleiterin ist seine Ehefrau. Umgehend hat er Kontakt zum Bürgermeister aufgenommen und darum gebeten, die Haltstelle zu belassen, wo sie sich seit Jahrzehnten befindet, nämlich direkt am Gehweg vor der Schule. Für ihn steht die Haltestalle samt Unterstand ebenso unter Denkmalschutz wie die Schule selbst. Hinzu kommt die Sorge des Pfarrers vor Unrat im Eingangsbereich der Kirche, da es keine Absperrung gibt. Auch auf den Kirchwiesen möchte er die Schüler ungern toben sehen.

Schulleiterin Monika Simmank spricht sich auf TAGEBLATT-Nachfrage ebenfalls dafür aus, die Bushaltestelle an ihrem jetzigen Standort zu belassen. Ihre Sorge gilt der Sicherheit der Schüler, denn mit dem Schulbetrieb sei auch mit mehr Verkehr im Bereich des Marktes zu rechnen. Wenn etwa zwei Schulbusse gleichzeitig vor Ort eintreffen, dürfte an der Straße vor der Kirche nicht genug Platz sein. Hinzu kommt der von Eltern verursachte Verkehr beim Bringen und Abholen der Kinder. Und mittendrin überqueren andere Schüler auf dem Weg zur Haltestelle oder zur Schule auch noch die Straße. Monika Simmank sieht das kritisch und im Beibehalten des Standortes die bessere Lösung, auch eine praktischere Lösung. Bei schlechtem Wetter etwa könnten sich die Kinder im Schulgebäude aufhalten und erst bei Eintreffen des Busses das Haus durch das Portal zum Markt hin verlassen. Da wären es nur ein paar Schritte für sie bis in den Bus hinein.

Aktuelle Richtlinien und Vorgaben

Ganz klar, dass sich die Stadtverwaltung nicht ohne Grund mit einer Umverlegung der Bushaltestelle befasst. „Die jetzige Haltestelle befindet sich direkt vor dem Eingangsportal des Schulgebäudes. Die aktuellen Richtlinien und Vorgaben für eine gefahren- und barrierefreie Nutzung sind in diesem Bereich nicht realisierbar. Daher sind die Verlegung des Haltestellenbereiches und Neuerrichtung einer barrierefreien Aufstellfläche im unmittelbaren Umfeld im Bereich des Marktes vorgesehen“, so die Argumentation der Experten im Rathaus.

Eine Schleife durch die Ortslage

Doch während die Stadt als Standort den Bereich vor der Kirche ins Auge gefasst hat, favorisierte Monika Simmank die Schulstraße auf Höhe der Sporthalle. Da bräuchten die Schüler ebenfalls keine Straße überqueren und hätte nur wenige Schritte zwischen Bus und Schule zurückzulegen. Dazu müssten die Schulbusse lediglich eine Schleife über die Südstraße und Oststraße in die Schulstraße fahren.

„Dort passt kein Bus durch“, ist sich Ortsvorsteherin Erika Wustmann sicher. Und wenn ein Bus dort entlang fahren sollte, könnten keine Autos mehr am Straßenrand parken. Sie und die anderen Ortschaftsräte haben nichts gegen eine Verlegung der Haltestelle vor die Kirche. Marlies Heinze findet die Nähe zur Kirche für die neue Haltestelle sogar gut. „Das bringt vielleicht weiteren Zulauf zu den Gottesdiensten.“ Pfarrer Simmank widerspricht: „Die Busse fahren nicht zu den Gottesdienstzeiten.“ Außerdem kämen die Besucher der Gottesdienste gewöhnlich mit dem Auto.

Inzwischen hat sich Bürgermeister Frank Lehmann der Thematik angenommen. Er ist überrascht über die heftigen Reaktionen, räumt aber auch ein: „Wir hätten die Kirchengemeinde und die Schulleitung zeitiger einbeziehen sollen.“ Um zu einer Lösung zu kommen, gab es inzwischen mehrere Abstimmungen. Zuletzt am Donnerstag mit dem Busunternehmen und am Freitag mit der Verkehrsbehörde beim Landratsamt. In dieser Woche wird es einen Termin vor Ort geben, bei dem ein Bus eine Probefahrt auf der Route über die Süd- und Ost- in die Schulstraße unternehmen wird. Eine Haltestelle auf Höhe der Sporthalle hält der Bürgermeister für eine „elegante Lösung“ wie er es formulierte. Dazu müsste der Bus aber problemlos die Route über die Nebenstraßen fahren können. Halteverbote für Pkw wären in diesem Fall allerdings nicht ausgeschlossen. „Die Straßen sind nun mal sehr schmal.“

Außerhalb der Sichtachse

Sollte diese Variante nicht funktionieren, bliebe nur der Standort vor der Kirche. Etwas nach rechts versetzt, um die Sichtachse vom Markt aus zum Eingangsportal der Kirche zu erhalten, so der Hinweis von Frank Lehmann. Die bisherige Haltestelle weiter zu nutzen, sei nicht möglich. Eine Haltestelle am Markt würde Parkplätze kosten. Das eigentliche Problem wäre aber, dass beim Auffahren des Busses auf die Hauptstraße in Richtung Geierswalde die Querungshilfe auf dieser im Wege ist.

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