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Aus 170.000 mache 750.000 Euro

Das Projekt „Lausitzer Gartenstadt 2030“ geht im kommenden Jahr auf die Zielgerade. Der Preisgeld-Rest ist verplant.

Für die brandschutztechnische Ertüchtigung des Kulturhauses Laubusch wurde ein Teil des Preisgeldes für das Projekt „Lausitzer Gartenstadt 2030“ verwendet. Nun sollen möglichst weitere Investitionen vorbereitet werden.
Für die brandschutztechnische Ertüchtigung des Kulturhauses Laubusch wurde ein Teil des Preisgeldes für das Projekt „Lausitzer Gartenstadt 2030“ verwendet. Nun sollen möglichst weitere Investitionen vorbereitet werden. © Foto: Gernot Menzel

Die Stadt Lauta hat im vergangenen Jahr vom Freistaat Sachsen ein Preisgeld in Höhe von 415.000 Euro für die Projektidee „Lausitzer Gartenstadt 2030“ bekommen. Zielstellung ist es, Strategien zu entwickeln, wie die Laubuscher Ortslage Kolonie, sprich die Gartenstadt Erika, wiederbelebt werden kann. Im vergangenen und in diesem Jahr gab es verschiedene Aktivitäten.

Der vorläufige Höhepunkt war ein Sommersemester, in dessen Ergebnis Studentinnen der TU Kaiserslautern im Konzept „Von der Kohle zum Diamant“ ihre Überlegungen präsentierten, wie es mit der Wiederbelebung klappen könnte (TAGEBLATT berichtete ausführlich).

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In dieser Woche nun hat der Lautaer Stadtrat dem Projektplan für das kommende Jahr grünes Licht gegeben und den Fördermittel-Restbetrag in Höhe von 172.000 Euro freigegeben, denn die „Lausitzer Gartenstadt 2030“ befindet sich gewissermaßen auf der Zielgeraden. Zum Tag des offenen Denkmals, der immer auf das zweite Wochenende im September fällt, soll eine Abschlussveranstaltung stattfinden, wie Projektkoordinator Mathias Priebe sagte.

Die vergangenen Tage und Wochen waren vom Projektleiter und der Stadtverwaltung genutzt worden, um auszuloten, wie der Preisgeld-Rest mit Fördermitteln veredelt werden kann, um Projekte zu realisieren oder voranzubringen. So gab es vor Wochenfrist eine Videokonferenz, an der neben dem Lautaer Bürgermeister Frank Lehmann unter anderem auch der TU-Professor Dr. Holger Schmidt sowie Vertreter von Ministerien und der Sächsischen Aufbaubank teilgenommen haben. Es ging darum, Klarheit für künftige Prozesse zu bekommen, insbesondere hinsichtlich von Fördermitteln, so der Bürgermeister. „Wir wollen die gesamte Kolonie in das Thema hineinbekommen, damit auch in den nächsten Jahren über den Projektzeitraum hinaus investiert werden kann“, erklärte Mathias Priebe in der Ratsrunde und machte deutlich: „Wir haben ein Konzept vorliegen, das einen Lösungsansatz darstellt für verschiedene Problemlagen.“

Was soll laut Projektplan im kommenden Jahr geschehen? Es wird um die Schaffung von Voraussetzungen für den Neubau von Ein- und Mehrfamilienhäusern gehen, dies gemeinsam mit der Wohnungsgenossenschaft Laubusch als Flächeneigentümerin sowie weiteren Partnern. „Wenn wir jetzt nichts tun, um die rechtlichen Rahmenbedingungen zu schaffen, werden wir einen großen Teil der Gartenstadt verlieren“, mahnte Mathias Priebe und verwies darauf, dass es um die Ausweisung von immerhin rund 17.000 Quadratmeter geht. „Auf denen einmal nicht irgendwie, sondern abgestimmt gebaut werden soll.“

Geplant ist laut Projektplan 2021 ein weiteres Erika-Sommersemester mit Studierenden der TU Kaiserslautern. Grundstückseigentümern in der Gartenstadt „Erika“ soll bei der Lösung von Problemen mit leerstehenden Häusern geholfen werden. Das Anstoßen und Begleiten von bürgerschaftlich getragenen Projekten, mit denen eine Zwischennutzung in leerstehenden Gebäuden und die Aufwertung von Brachflächen erreicht wird, ist ein weiterer Punkt im Projektplan, ebenso wie die Schaffung planungs- und förderrechtlicher Voraussetzungen für weitere Investitionen in das Kulturhaus, in dessen brandschutztechnische Ertüchtigung ja bereits ein Viertel des Preisgeldes geflossen ist. Um die Gartenstadt „Erika“ auch als touristischen Anziehungspunkt zu entwickeln, ist schließlich die Schaffung einer sogenannten „Erika-Route“ ins Auge gefasst. Diese sollte in Perspektive auch auf die Gartenstadt Lauta-Nord ausgedehnt werden.

Aus der Kostenübersicht zum Projektplan wird ersichtlich, dass es in Lauta Hoffnung auf die Bewilligung von Fördermitteln gibt. „Wir dürfen jetzt nicht auf halbem Wege stehenbleiben“, sieht Mathias Priebe auch den Freistaat in der Verantwortung. Im Idealfall könnte der Preisgeld-Rest von 172.000 Euro auf eine Gesamtsumme von 750.000 Euro aufgestockt werden. Im nächsten Arbeitsschritt wird nach Auskunft des Bürgermeisters eine Zuarbeit mit den einzelnen Projekten und der jeweiligen Kostenschätzung bei der Sächsischen Aufbaubank abzuliefern sein. Die Bank werde anhand dieser Unterlagen prüfen, wo es eine Unterstützung geben kann.

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