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Aus dem „City Fitness“ wird das „Speicher 5“

Reha-Sport und Physiotherapie sollen einen stärkeren Stellenwert erhalten.

Enrico Müller betreibt das Studio am nordöstlichen Hoyerswerdaer Stadtrand seit nunmehr 14 Jahren. Jetzt lässt er umbauen und modernisieren. Zum Beispiel haben die Umkleidekabinen neuen Fußbodenbelag erhalten.
Enrico Müller betreibt das Studio am nordöstlichen Hoyerswerdaer Stadtrand seit nunmehr 14 Jahren. Jetzt lässt er umbauen und modernisieren. Zum Beispiel haben die Umkleidekabinen neuen Fußbodenbelag erhalten. © Foto: Gernot Menzel

Hoyerswerda. Seit Enrico Müller vor fast drei Jahrzehnten im Keller des ehemaligen Nahversorgers im Hoyerswerdaer WK VI sein Sportstudio „Big Ass“ eröffnete, unterlag es stetigem Wandel. Schon bald nach der Einweihung im Jahr 1992 vergrößerte es sich ins Obergeschoss, der Name änderte sich in „City Fitness“. 2007 gab es dann einen Umzug. Denn „City Fitness“ übernahm den vormaligen „Sportpark Poser“ am östlichen Stadtrand.

Nunmehr folgen dieser Tage: ein weiterer Namenswechsel sowie damit verbunden eine Anpassung des Angebots. Aus „City Fitness“ wird entsprechend der Postadresse im Gewerbegebiet Seidewinkel das „Speicher 5“.

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Eingangsbereich mit neuer Optik

Wer zuletzt den Eingangsbereich besucht hat, der traf dort auf Trockenbauer und Elektriker sowie auf Menschen, die den Maler-Pinsel schwangen. Auf seinem Telefon zeigt Enrico Müller eine Grafik, die darstellt, wie es hier künftig aussehen soll. Der Eindruck ist eher der einer Hotel-Lobby. Es gibt auf der Darstellung geschwungene Formen und eher dezente Farben.

„Dank Corona bin ich gezwungen worden, das jetzt in Angriff zu nehmen. Aber wir hätten es schon vorher machen sollen“, sagt Müller. Der 52-Jährige erzählt davon, wie er die jüngsten Entwicklungen in der Fitness-Branche sieht: „Der Markt wandelt sich.“ Auf der einen Seite stünden Discounter wie die Kette „Clever Fit“, die seit 2019 auch mit einem Studio im Treff-8-Center zu finden ist. Auf der anderen Seite des Spektrums gebe es die stark auf Gesundheit spezialisierten Anbieter.

Im nunmehrigen „Speicher 5“ wird es auch weiter dabei bleiben, dass man – sobald das wieder möglich ist – einem sportlichen Fitnessprogramm nachgehen und die Sauna besuchen kann. Gleichzeitig wird jedoch der Fokus auf Physiotherapie und Rehabilitationssport verstärkt. „Wir entwickeln uns zum Therapie- und Rehazentrum“, erklärt Enrico Müller. Und damit man das auch merkt, ändert sich der Name. Gleichzeitig wird modernisiert. Die letzte umfassende Renovierung gab es 2007 vor dem Umzug, und im Jahr 2018 wurde noch ein Saunagarten angebaut.

Abschied von Squash und Tennis

Enrico Müller berichtet, er sei Ende 2019 mit seiner Partnerin in Indonesien gewesen, um dort eine neue Geschäftsidee zu testen. Als er zurückgekommen sei, wäre ihm dank der drei Wochen Abstand aufgefallen, an wie vielen Stellen im Gebäude etwas zu tun wäre. Es gab zwischenzeitlich auch noch Gespräche über einen Verkauf des Fitness-Studios. Aber als sie nicht von der Stelle kamen, entschied Müller, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Im März begannen daher die entsprechenden Arbeiten. So haben zum Beispiel die Umkleideräume neue Fußböden in Holz-Optik bekommen. Es gibt jetzt außerdem kontaktlose Lichtschalter, neue Kacheln und frische Farbe. Der einstige Zugang zur Tennis- und Squash-Halle ist verschwunden. Ein örtliches Unternehmen, das Platz braucht, hat Interesse daran, während die Kundschaft des Fitness-Studios das zuletzt immer weniger hatte. Seit 2007 sind die Umsätze in diesem Bereich um nahezu 90 Prozent gesunken. Im Zentrum des gegenwärtigen Umbaus steht jedoch das Bestreben, sich der Covid-19-Pandemie anzupassen, den Restriktionen zu ihrer Eindämmung zu entsprechen. Enrico Müller muss sein Unternehmen seit inzwischen einem halben Jahr mehr oder weniger geschlossen halten. Seine 18 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in Kurzarbeit. Da aber anders als klassischer Fitness-Betrieb der Rehabilitationssport und Physiotherapie-Angebote erlaubt sind, soll das „Speicher 5“ in Bälde noch stärker ein Teil des von Müller erwähnten Trends zu Gesundheits-Angeboten werden. Das schließt die Betreuung von Menschen mit Symptomen des sogenannten Long-Covid-Syndroms ein: Schlappheit, Müdigkeit, Kraftlosigkeit oder Probleme beim Atemschöpfen auch noch Wochen oder Monate nach einer Genesung. Gemeinsam mit Peter Buchalla, einem Fachmann auf dem Gebiet von Vitalität und Prävention, entsteht derzeit ein Konzept zur Verbesserung der Lage der Betroffenen.

Auch Bauarbeiten im Außenbereich passen zur aktuellen Situation. Denn künftig kann man zusätzlich im Freien trainieren, dank Überdachung sogar bei Regen.

Müller sagt, er könnte die finanzielle Nothilfe des Staates gut auf die Bank legen. Er habe sich jedoch entschlossen, sie zu investieren. Das Geld decke nicht die gesamten Baukosten, die sich im sechsstelligen Bereich bewegen, „aber es hilft ein bisschen planen, vereinfacht die Situation.“ Und so beginnt wohl ein neues Kapitel in der Geschichte des Unternehmens, das vor fast drei Jahrzehnten als „Big Ass“ startete.

Der Eingangsbereich des Studios ist aktuell Baustelle, wird komplett umgestaltet. Dieser Computer-Entwurf zeigt, wie es nach der Fertigstellung aussehen soll – ein wenig nach Hotel.
Der Eingangsbereich des Studios ist aktuell Baustelle, wird komplett umgestaltet. Dieser Computer-Entwurf zeigt, wie es nach der Fertigstellung aussehen soll – ein wenig nach Hotel. © Grafik: Speicher 5 / Alexander Mitrach

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