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Die Verkehrswacht Hoyerswerda lehrt Kinder das Fahrradfahren im Straßenverkehr. Ältere gehören genauso zur Zielgruppe.

Klaus Waury von der Verkehrswacht sieht schnell, wo es an einem Rad Nachholbedarf bei der Wartung gibt und hilft bei Kleinigkeiten aus.
Klaus Waury von der Verkehrswacht sieht schnell, wo es an einem Rad Nachholbedarf bei der Wartung gibt und hilft bei Kleinigkeiten aus. © Foto: Gernot Menzel

Hoyerswerda. Millisekunden können im Straßenverkehr entscheidend sein. Die Meter vom Bremsen bis zum Stillstand dürfen nicht unterschätzt werden. Das hat in der vergangenen Woche ein Testgerät der Verkehrswacht Hoyerswerda deutlich gemacht. Bei Interesse konnte dort die eigene Reaktionszeit überprüft werden. Zwei Pedale, ein akustisches Signal und die Werte sind auf einer Anzeige abzulesen. Meist wurden die Ergebnisse durch das Gerät als „ausreichend“ bewertet. Doch am jährlichen Fahrradsicherheitstag wurde auf dem Vereinsgelände in der Niederkirchnerstraße noch mehr angeboten.

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Angefangen bei einem Sehtest, den Fahrradfahrende durchführen lassen konnten, bis hin zur besonders nachgefragten Codierung. Für Kleinstreparaturen hatte Klaus Waury einen Tisch voller Werkzeug. Besonders häufig müssen Bremsen nachgestellt werden, denn sie sind „das Verschleißteil Nummer eins“, schätzt der Ehrenamtler ein. Mal ist auch der Bowdenzug verrostet oder der Austausch der Bremsblöcke ist nötig. Da wird das Aufsuchen des Händlers empfohlen. Das Festschrauben von Pedalen oder Lenkern ist hingegen schnell und einfach erledigt.

Ein Fahrrad-Simulator mit Lenkrad und Pedalen fordert zur richtigen Verkehrsbeobachtung heraus. Wieder wird das rechtzeitige Bremsen bewertet. Lutz Pawlowska bedient die Technik und ist seit etwa fünf Jahren im Verein, übernimmt auch mal Hausmeistertätigkeiten. Viel Freude hat er an der Arbeit mit Kindern, die vor allem zur Radfahrausbildung auf das Gelände mit eigenem Verkehrspark kommen. Dieser wurde im Jahr 2007 gebaut.

Als die Schulen kürzlich wieder in den Regelbetrieb übergegangen sind, hat sich Anke Piwarz bemüht, so vielen Viertklässlern wie möglich noch das Ablegen des Fahrradpasses zu ermöglichen. Deshalb ist der Kalender der Projektkoordinatorin der Verkehrswacht auch voll bis in die letzte Schulwoche hinein. Gemeinsam mit der Polizei wird an zwei Tagen vor Ort geübt und letztlich die Prüfung abgenommen. Über mehrere Stunden wird dann das richtige Fahren mit allem, was dazugehört, trainiert. Fünf Erwachsene beobachten die Fahrt und geben individuelle Hinweise; merken Fehler an. „Wir versuchen, die Kinder fit für den Straßenverkehr zu machen“, so die Hoyerswerdaerin. Als besonders wichtig erachtet Anke Piwarz die Vorfahrtsregeln und legt Wert auf das richtige Handeln beim Linksabbiegen.

Es zeigt sich, dass die Schulen der Stadt und Umgebung dieses Angebot immer sehr gerne annehmen. Bereits Kinder der dritten Klasse werden entweder vor Ort oder in den Schulen an die Theorie herangeführt. Da wird Wissen über Verkehrszeichen vermittelt oder auf dem Bewegungsparcours die Motorik geschult. Auch das Sonderpädagogische Förderzentrum für Körperbehinderte „Dr. Friedrich-Wolf“ ist regelmäßig zu Gast. Von den Kindern, die sich trotz körperlicher Einschränkungen an den Übungen beteiligen, zeigt sich Anke Piwarz beeindruckt. Auch Schülerinnen und Schüler aus Oßling, Wittichenau, Lohsa und Burgneudorf kommen regelmäßig in die Käthe-Niederkirchner-Straße 24.

Neuerungen in der StVO?

Wenn nicht gerade Kinder bei der Verkehrswacht zu Besuch sind, werden auch anderen Altersgruppen Themen angeboten. Fahranfänger werden sensibilisiert für die Gefahren im Straßenverkehr; ältere Mitmenschen werden über Änderungen in der Straßenverkehrsordnung oder im Bußgeldkatalog aufgeklärt. Es soll „präventiv gegen Gefährdungen im Straßenverkehr“ gewirkt werden, heißt es dazu auf der Website des Verkehrswacht Hoyerswerda e. V. „Die Verkehrssicherheit soll gefördert und die Interessen aller Verkehrsteilnehmer auf ausreichende Sicherheit im Straßenverkehr vertreten werden.“

Wenn keine Veranstaltungen durchgeführt werden, gibt es trotzdem genug zu tun: Zahlreiche Fahrräder müssen gewartet und gepflegt werden. Auf den Außenanlagen ist regelmäßiges Mähen erforderlich. Und um weitere Technik, die zum Beispiel auch am Fahrradsicherheitstag in Benutzung war, muss sich gekümmert werden.

Momentan sind knapp 30 Menschen in dem Verein organisiert – die meisten von ihnen im Rentenalter. Das Ehepaar Bärbel und Peter Matthes ist seit anderthalb beziehungsweise vier Jahren dabei – „seitdem wir zu Hause sind“, erklärt die Hoyerswerdaerin. Bei einer Vereinsmesse sind die beiden aufmerksam geworden. Über weitere personelle Verstärkung oder jegliche Unterstützung in anderer Form würde sich Anke Piwarz freuen. „Jedes Kind der Stadt war schon bei uns.“ Zuweilen sieht die Projektkoordinatorin die wichtige Arbeit der Verkehrswacht etwas zu wenig gewürdigt.

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