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Automobilgeschichte an einer Hauswand

Eine Zeitreise auf und mit vier Rädern ist im Lohsaer Ortsteil zu erleben – und zu jedem Modell gäbe es eine eigene Geschichte zu erzählen.

Werner Hantschke vor seiner Autowand mit Porträts all der Modelle, die er bisher gefahren hat. Den größten Teil und zentralen Platz nimmt natürlich der himmelblaue Wartburg 312/300 HT ein – aber auch Trabant P 50 Kombi, Škoda Octavia, Sachsenring,
Werner Hantschke vor seiner Autowand mit Porträts all der Modelle, die er bisher gefahren hat. Den größten Teil und zentralen Platz nimmt natürlich der himmelblaue Wartburg 312/300 HT ein – aber auch Trabant P 50 Kombi, Škoda Octavia, Sachsenring, © Foto: Elvira Hantschke

Von Elvira Hantschke

Groß Särchen. Werner Hantschke aus Groß Särchen ist, seit er die Fahrerlaubnis hat, ein Freund von mobilen Untersätzen. Eigentlich sogar schon früher; hat er doch mal heimlich als 12-Jähriger seine Fahrkünste ausprobiert, als an eine Fahrerlaubnis also noch längst nicht zu denken war.

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Ohne Frage ist sein Lieblingsauto der blaue Wartburg 312/300 HT vom Baujahr 1965, den er Anfang der 80er-Jahre kaufen konnte und der jedes Jahr am 1. Mai aus dem Winterschlaf geholt und bis Ende August gefahren wird. Dieser „Eisenacher“ war das letzte offen fahrbare Modell der DDR, und wenn der Grundsatz gilt „offen fahren ist das Größte“, war dieses Hardtop-Modell (daher „HT“) also ausgeliefert mit abnehmbarem Verdeck), eine besonders schöne Variante dieses Offen-Fahrens.

Wittichenauer führte die Idee aus

Im Sommer dieses Jahres reifte bei Werner Hantschke die Idee, eine weiße Wand an seinem Wohnhaus mit Konterfeis so ziemlich aller Pkw bemalen zu lassen, die von ihm über die Jahre in Ost- und Westzeiten mehr oder weniger gefahren und wieder verkauft wurden. Werner Hantschke erinnert sich, dass auch einige der Autos einst in seiner Fleischerei mit Hängerbetrieb zum Einsatz kamen, um Fleisch im Schlachthof Spremberg zu holen.

In einer großen Fotokiste wurde zunächst nach alten Fotos gesucht und fast zeitgleich der Kunstmaler Dieter Wersch aus Wittichenau angerufen. Bereits im Sommer 2006 erschuf der Künstler an der Hauswand der ehemaligen Fleischerei an der Hauptstraße in Groß Särchen ein Wandbild, welches ein Motiv vom Knappensee zeigt. Dieter Wersch nahm zur Freude des Ideengebers die Herausforderung an. Autos zu malen mit feinen Pinselstrichen – das war auch für ihn neu; ist er doch eher bekannt für seine schönen Aquarelle und zahlreiche Kulissenbilder für den Wittichenauer Karneval.

So etwa einen Monat Zeit brauchte es, um dieses sehr spezielle Kunstwerk entstehen zu lassen. Dieter Wersch konnte sich die Zeit selbst einteilen – je nach Wetter und Muße. Ein paar wenige weiße Stellen gibt es noch. Diese werden im Frühjahr 2021 noch bemalt.

Man könnte das Wandbild auch „ Finde den Fehler“ nennen. Wobei Fehler hier scherzhaft gemeint ist, denn unter die Autos haben sich auch eine Jawa 350 und ein Berliner Roller eingeschlichen ...

Werner Hantschke ist sehr glücklich, dass seine Idee umgesetzt werden konnte. Wenn er vor dem Wandbild steht und die darauf dargestellten Autos betrachtet, ist es für den Autoliebhaber wie eine kleine Zeitreise. Und kommen Freunde zu Besuch, dann wird gemeinsam über die verschiedenen Fahrzeuge mit allerlei „Weißt-Du-noch“-Geschichten philosophiert.

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