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Bären ziehen um für die Schlossgraben-Sanierung

Die Zoofreunde unterstützen „ihren“ Zoo – ob mit oder ohne Corona-Epidemie. Infos gibt es dafür aus erster Hand.

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Der Wassergraben am Schloss verliert zu viel Wasser. Das soll jetzt geändert werden. Baustart ist in wenigen Tagen.
Der Wassergraben am Schloss verliert zu viel Wasser. Das soll jetzt geändert werden. Baustart ist in wenigen Tagen. © Foto: Uwe Schulz

Von Katrin Demczenko

Hoyerswerda. Es ist Tradition, dass der jeweilige Zoo-Chef auf der Jahreshauptversammlung der Zoofreunde Hoyerswerda nicht nur anwesend ist, sondern auch über Neuigkeiten informiert. Und so erfuhren die Zoofreunde aus erster Hand, dass die Baumaßnahme am zum Bärengehege gehörenden Teil des Schlossgrabens noch in diesem Monat beginnt, weil dort pro Jahr Wasser im Wert von 10.000 € versickert.

Die grabefreudigen Braunbären sind an dieser Situation nicht unbeteiligt und werden ihr Gehege demnächst verlassen, an diesem Wochenende sind sie das letzte Mal auf der Anlage zu sehen. Sie verbringen den Winter im Zoo Augsburg auf der dortigen, derzeit unbewohnten Bärenanlage, und kommen im Frühjahr wieder. Sind die Sanierungsarbeiten abgeschlossen, wird auch der Komfort für die Bären auf der Außenanlage erhöht. Sie erhalten festangebrachte Höhlen und neue Bäume zur Verschattung und robuste Baumstämme zum Klettern und Toben. Die geplanten Baukosten liegen bei 151.100 Euro und werden vom Freistaat über den Kulturraum gefördert.

Zooleiter Eugène Bruins stellte den Vereinsmitgliedern zudem das neue Konzept zur Umgestaltung der Einrichtung vor, dem der Stadtrat zugestimmt hat. Mehr Naturschutz, Bildung und Spaß für viele Touristen und Einheimische sowie neue Forschungsvorhaben für die Zoomitarbeiter sind das erklärte Ziel, auf das in den nächsten zehn Jahren hingearbeitet wird, erklärt Eugène Bruins. Voraussetzung sind aber 28 Mio. € von jenen Fördermitteln, die zur Gestaltung des Strukturwandels in die Lausitz fließen. Die Bewilligung des Geldes erfolgt eventuell im November.

Die Zoofreunde wollen am 13. November 2021 endlich wieder einen Herbstputz durchführen und im Dezember den 30. Jahrestag ihrer Vereinsgründung im Schlosssaal festlich begehen. Wichtig sei in dem Zusammenhang, junge interessierte Leute als Mitglieder zu gewinnen, damit der Verein eine Zukunft hat, legt Vereinschef Karsten Bormann allen Mitgliedern ans Herz.

Der Verein selbst war auch zu Lockdown-Zeiten aktiv. Auch ohne Frühjahrs- und Herbstputz im Zoo sowie Ausflüge der Mitglieder hat der Vorstand weitergearbeitet, sagt Karsten Bormann. Im Jahr 2020 sind die Pinguin- und die Leopardenanlage eröffnet worden, in die insgesamt 60.000 € aus der Vereinskasse geflossen sind. Die Zoofreunde waren an der Schaffung des neuen Zooschulraums beteiligt, und sein finanzielles Engagement hat die Neubepflanzung der Beete im Tropenhaus und die Anschaffung des Dinosaurier-Modells für das Gehege von Emu Hilde und den Kängurus ermöglicht, ergänzt Schatzmeisterin Brigitte Trunte. Die Patenschaften für die beiden Lachenden Hänse unterstützen den Zoo ebenfalls und laufen auch im kommenden Jahr weiter.