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Bald wieder Boote auf dem Schmelzteich

Der Bernsdorfer Bürgermeister hat einen ortsansässigen Unternehmer und den Anglerverband als Mitstreiter gewonnen.

Viele Jahrzehnte lang waren Paddel- und Ruderboote auf dem Schmelzteich unterwegs. Rechts im Hintergrund ist die „Hüttenschänke“ zu erkennen.
Viele Jahrzehnte lang waren Paddel- und Ruderboote auf dem Schmelzteich unterwegs. Rechts im Hintergrund ist die „Hüttenschänke“ zu erkennen. © Foto: Sammlung AG Stadtgeschichte

Bernsdorf. Ruder- und Paddelboote waren auf dem Bernsdorfer Schmelzteich über Jahrzehnte ein gewohnter Anblick, insbesondere an den Wochenenden, wenn die Menschen ihre Freizeit auf dem Teich genossen. Zuletzt schwamm ganz offiziell am 8. Mai 2014 ein Ruderboot auf dem Gewässer, an Bord der Chef des Bernsdorfer Anglervereins Sven Kubasch. Anlass war die Enthüllung des 1,60 Meter langen und zentnerschweren hölzernen Schmelzteichkarpfens. Den hatte sich der Verein zum Abschluss der Sanierung des Teiches durch den Anglerverband „Elbflorenz“ Dresden genau genommen selbst geschenkt. Seither ist er als neues Wahrzeichen des Gewässers – knapp über der Wasseroberfläche schwebend – nicht zu übersehen.

Hoffnungen wurden geweckt

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Und womöglich wird man schon in naher Zukunft wieder Ruderboote auf dem Schmelzteich beobachten können. Den Bernsdorfer Bürgermeister Harry Habel (CDU) lässt der Gedanke daran nicht los. Das war so, als sich 2010 ein Bernsdorfer Unternehmer an die Sanierung der „Hüttenschänke“ wagte und kurzzeitig ein Imbiss an der Stelle in Betrieb war, wo früher mal der Kahnverleih seinen Platz hatte. 2013 äußerte der Bürgermeister dann die Idee, dass sich nach der Teichsanierung ein Bootsverleih und Imbiss in ungenutzten Räumen des Mehrgenerationenhauses ansiedeln könnten. Das klang aber alles vage.

Anglerverband einverstanden

Sehr viel konkreter hörte sich dagegen das an, worüber Harry Habel in der vergangenen Woche während der gemeinsamen Ausschusssitzung im Kreise der Stadträte informierte. Mit Jörn Jungbauer gebe es einen Bernsdorfer Unternehmer, der am Geierswalder See einen Motorbootverleih betreibt. Der könne sich vorstellen, auch auf dem Schmelzteich Ruderboote schwimmen zu lassen.

„Ich denke, mit ihm werden wir es hinbekommen, dass wir wieder Boote auf dem Schmelzteich haben werden“, so der Bürgermeister, der auch schon den Kontakt zum Anglerverband „Elbflorenz“ Dresden als Eigentümer des Gewässers aufgenommen und nicht nur das Okay des Geschäftsführers René Häse bekommen hat. Der Verband würde das sogar begrüßen.

Ein Betreiber steht bereit

Im Gespräch mit Jörn Jungbauer sei von fünf bis sechs Booten die Rede gewesen. Auch einen Betreiber des Verleihs gebe es, so die Auskunft von Harry Habel. „Wir haben uns das vor Ort angeschaut“, meinte der Bürgermeister. In Angriff genommen wird das Vorhaben aber erst, wenn es keine Corona-Beschränkungen mehr gibt. „Wir werden sehen, wie schnell es geht.“ Zeitdruck sieht der Bürgermeister keinen.

Der Bootsverleih wird auf jeden Fall nichts mit der „Hüttenschänke“ zu tun haben, merkte Harry Habel an und ließ durchblicken, dass es offenbar unlängst einen Interessenten gegeben hat, der die Immobilie erwerben wollte. Daraus wird aber nichts werden. Nach dem Kenntnisstand des Bürgermeisters steht die „Hüttenschänke“, die zuletzt 2010 den Besitzer gewechselt hat, nicht zum Verkauf.

Mit der Wende kam das Ende

Kahnfahrten als Freizeit-Vergnügen haben eine lange Tradition auf dem Schmelzteich. Nach Recherchen der AG Stadtgeschichte entstand der Schmelzteich in den späten 1770er-Jahren infolge des Abbaus von Raseneisenstein. Erst ein Jahrhundert später begann die Nutzung des Teiches zum Baden, Schlittschuhlaufen, Angeln sowie zum privaten Ruderboot- und Paddelboot-Betrieb. Mit dem Bau der „Hüttenschänke“ und dem in den 1920er-Jahren begonnenen Biergartenbetrieb nahm auch der Bootsbetrieb zu. Noch in DDR-Zeiten war der Schmelzteich ein beliebtes Ausflugsziel für Familien. Es herrschte reger Bootsverkehr. 1970, als der Bootsanleger befestigt wurde, schwammen 20 Boote auf dem Teich, heißt es. Mit dem Ende der Nutzung der „Hüttenschänke“ Anfang der 1990er-Jahre wurde der Kahnbetrieb eingestellt.

Direkt neben der Terrasse der „Hüttenschänke“ befand sich der Kahnverleih. Zeitweise waren hier 20 Ruder- und Paddelboote stationiert.
Direkt neben der Terrasse der „Hüttenschänke“ befand sich der Kahnverleih. Zeitweise waren hier 20 Ruder- und Paddelboote stationiert. © Foto: Sammlung AG Stadtgeschichte
Die seit langem erste und wiederum für lange Zeit letzte Ruderbootstour auf dem Bernsdorfer Schmelzteich fand am 8. Mai 2014 statt. Sven Kubasch, der Vorsitzende des Bernsdorfer Anglervereins, enthüllte den Schmelzteichkarpfen.
Die seit langem erste und wiederum für lange Zeit letzte Ruderbootstour auf dem Bernsdorfer Schmelzteich fand am 8. Mai 2014 statt. Sven Kubasch, der Vorsitzende des Bernsdorfer Anglervereins, enthüllte den Schmelzteichkarpfen. © Archivfoto: Gernot Menzel

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