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Bei einem Domizil soll es nicht bleiben

Robert Gbureck, Inhaber der Eisdiele „Schoko & Luise“, schmiedet neue Pläne und denkt dabei nicht nur an sich selbst.

Robert Gbureck könnte sich im Bahnhofsgebäude vorstellen, eine neue Eisdiele zu eröffnen. Momentan sucht der Betreiber von „Schoko & Luise“ noch nach geeigneten Räumlichkeiten.
Robert Gbureck könnte sich im Bahnhofsgebäude vorstellen, eine neue Eisdiele zu eröffnen. Momentan sucht der Betreiber von „Schoko & Luise“ noch nach geeigneten Räumlichkeiten. © Foto: Silke Richter

Von Silke Richter

Hoyerswerda. 

Garten
Der Garten ruft
Der Garten ruft

Die Gartenzeit läuft aber nichts geht voran? Tipps, Tricks und Wissenswertes haben wir hier zusammengetragen. Vorbei schauen lohnt sich!

Die Eröffnung Ihrer Eisdiele „Schoko & Luise“ war anfangs nicht so geplant Herr Gbureck…

Ja, das stimmt. Die Eisdiele habe ich tatsächlich nur eröffnet, weil sich kein anderer Interessent gefunden hat. Ich saß im Vorfeld mehrere Male mit Citymanagerin Dorit Baumeister zusammen und wollte eher Eis- und Gastroberater sein, denn ich war im Jahr 2018 noch in Berlin. Mir hat gefallen, dass das Citymanagement Hoyerswerda mit den Akteuren Dorit Baumeister und Frank Graumüller bestrebt ist, die Altstadt zu beleben. Das hat mit dem Boulevardprojekt gut funktioniert, und ich fand das spannend, weitere Potenziale zu erkennen. Und ich wollte dabei mithelfen, die Stadt in Schwung zu bringen. Anfang 2019 habe ich zugesagt, dass ich neben der Eisdiele und Eisherstellung „Kokomo“ in Berlin Kreuzberg auch die Eisdiele „Schoko & Luise“ in Hoyerswerda betreiben werde. Die Eröffnung war dann im Juni 2019 im Rahmen vom Altstadt Boulevard. Die erste Saison verlief so vielversprechend, dass ich im Winter 2019/2020 meinen Pächter in Berlin um die Auflösung meines Pachtvertrages gebeten habe. Wir fanden eine gute Lösung, und seit März 2020 befindet sich die Eisherstellung nunmehr komplett in Hoyerswerda.

Das hört sich nach neuen Plänen an…

Ja. Die Kapazität unserer Eismaschine kann noch erhöht werden. Deshalb auch die Idee, eine weitere Eisdiele oder ein Eiscafé zu eröffnen. Außerdem reizt es mich, Orte zu entwickeln und wieder neu zu beleben. Orte mit Potenzial, wie beispielsweise das Bahnhofsgebäude Hoyerswerda oder das Café vom Erlebnishof Kasper, das von Familie Binder gepachtet wurde und in das ich mich mit einbringen möchte. Auch das Hofcafé in Bröthen, das ab 2021 einen neuen Pächter sucht, käme infrage.

Sie denken dabei auch an die umliegenden Seen und Badestrände…

Bei Badewetter sind viele Besucher im Lausitzer Seenland unterwegs. Wir suchen deshalb für unser Angebot von Eis, Longdrinks und Cocktails auch ein Domizil an einem See. Ich habe eine Unterversorgung im Eisverkauf und im gastronomischen Bereich festgestellt. Hierzu gab es dann in diesem Jahr bereits einige Begehungen und Gespräche mit dem Partwitzer Hof und der Gemeinde Elsterheide. Zwei Standorte am Partwitzer See wurden mir empfohlen. Dennoch nehme ich mir die Zeit und schaue mich weiter um und lasse mich gern von Tipps aus der Bevölkerung inspirieren. Mit Wirtschaftsförderer Alexander Kühne gab es eine Begehung am Scheibe See. Weitere Gespräche erfolgten mit dem Bauamt Hoyerswerda.

Apropos Inspiration: Sie möchten auch die Bürger aktiv mit in ihr Projekt einbeziehen. Wie soll das aussehen?

Dass ich neue Räumlichkeiten beziehungsweise ein Areal am Strand suche, ist schon länger Gesprächsthema. Ich bin in einigen Initiativen der Stadt aktiv involviert. Ein Arbeitskreis der Initiative „Mitmachstadt Hoyerswerda“ soll sich unter anderem damit beschäftigen, Gewerberäume ausfindig zu machen, welche sich für Gastronomen eignen. Eine entstehende Plattform soll auch anderen Interessierten dabei helfen, neue Cafés, Restaurants und Bars nach Hoyerswerda und in das Umland zu holen. Gerade das Nachtleben in Hoyerswerda ist noch sehr dürftig. Wir wollen aber mit dem entstehenden Zuse-Campus Studenten von unserer Region überzeugen.

Dafür ist auch ein ausgeprägtes Kultur- und Nachtleben mit ausschlaggebend. Gerade bei letzterem sollte von nun an verstärkt eine Szene von Cafés, Kneipen und Bars aufgebaut werden. Das dies sehr umfangreich und aufwendig ist, habe ich speziell in dieser Saison bemerkt. Deshalb habe ich mein Angebot erweitert. Seit Mai besitze ich die Konzession und kann auch Alkohol ausschenken.

Dennoch schiebt Ihnen der Gesetzgeber am Abend einen Riegel vor…

Die Gäste haben das neue Angebot sehr gut angenommen. Nur leider ist von behördlicher Seite ab 22 Uhr Schluss mit Draußensitzen. Es ist erstens nicht leicht, Gäste nach Hause zu schicken, und zweitens gibt es in der Altstadt kaum Alternativen, wohin die Gäste gehen können, um drinnen zu sitzen. Aber wie gesagt: Ohne Nachtleben werden wir aber sicher auch keine Studenten hier erleben. Das sind meine Erfahrungswerte aus 14 Jahren in Berlin.

Wann ist mit der Realisierung ihrer neuen Pläne zu rechnen?

Ich denke: Das Wichtigste im Moment ist die neue Eisherstellung. Ich werde im Winter umziehen, da die Eisherstellung in den Räumen der Kleinen Einkehr in Zeißig nur für das Einstiegsjahr 2020 gedacht war. Ich habe aktuell auch nicht ausreichend Platz um das neue „Krabat Eis“ abzufüllen und zu lagern. Schritt für Schritt werden dann mit Sicherheit die Eisbar am Strand und/oder eine zweite Eisdiele in der Stadt oder näheren Umgebung folgen.

Zwei weitere Projekte liegen Ihnen noch am Herzen.

Wir möchten auch weiterhin die Straßenmusiker-Szene nach Hoyerswerda holen. Und im Jahr 2024 möchten wir mit etwa zwanzig Reitern auf den Spuren von Schadowitz dem bürgerlichen Krabat nach Kroatien reiten. Wir wollen möglichst viele für dieses Projekt begeistern, und es soll eine Vernetzung von allen Beteiligten im Krabatland von Schwarzkollm bis Eutrich erfolgen. Seit drei Jahren beschäftige ich mich mit diesem Projekt zusammen mit Olaf Winkler. Wir haben viele Ideen gesammelt und arbeiten mit Unterstützern wie der Mühle in Schwarzkollm, dem Krabat-Verein, dem Sorbischen Museum in Bautzen, der Kulturfabrik und vielen anderen zusammen.

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